Leistung

30/08/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Was haben wir gelacht über die dummen belgischen Medien, als sie Google News verklagten und prompt aus dem Index flogen. Die Hand beißen, die jedes Medium zu 40 bis 60 Prozent füttert? Idiotisch.

Nicht jeder sieht es so. Die deutschen Zeitungsverleger tun es ihren belgischen Kollegen gleich. Sie nennen es „Leistungsschutzrecht“.
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Schnitt

21/10/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Kasten hat mich jetzt so erschreckt, dass ich glatt vergessen habe, ein Foto zu machen. Der Standard zieht um, die Wahl des Gebäudes ist … nun ja.

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Buhlschaft

25/07/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Alljährlich sind die Zeitungen voll von Portraits und Interpretationen der Buhlschaft. Es geht um Sex und Schönheit, und darum, warum gerade DIESE Darstellerin perfekt/unmöglich ist. Es reicht.

Neben mir liegt das Album aus dem aktuellen Standard. Darauf plakativ vier typische Buhlschaft-Bilder aus diversen Jahren des Jedermann in Salzburg.

Marlene Streeruwitz verbreitert sich im Artikel über den, in ihren Augen, grundlegenden Sexismus der puren Existenz der Rolle und wünscht sich eine überproportionale Bezahlung für die jeweilige Darstellerin, als Wiedergutmachung. Im Grunde wünscht sie sich, nicht ganz ohne Charme, dass die Rolle gar nicht mehr vorkommt, und die Darstellerin dennoch die Top-Gage erhalten soll.

Andere Abhandlungen dieser Tage werden wie jedes Jahr der Buhlschaft aktuelle Cupgröße besprechen und ihre Haarfarbe, ihre Herkunft und warum sie wie gut geeignet oder wie ungeeignet ist, die Buhlschaft darzustellen. Sie wird in Interviews darlegen, warum sie ebenso wie ihre Vorgängerinnen überglücklich ist, die Rolle zu haben, warum sie sie als moderne und emanzipierte Frau natürlich kritisch sieht und blah und blah und blah.

Es nervt.

Abgesehen davon, dass die unangebracht intensive Beschäftigung mit der Buhlschafts-Besetzung im Vergleich zu den übrigen, großteils ignorierten Rollen ihre Ursache nur in spätpubertärer, in kulturell akzeptierte Bahnen gezwungener Notstandigkeit haben kann, wirft sie die Frage auf, warum sich niemand mit dem Stück selbst beschäftigt.

Die Antwort liegt auf der Hand: Weil es langweilig und überholt ist.

Wenn sich irgendjemand vor dem Gottesgericht fürchten würde, würde es ganz anders aussehen hier unten. Die etwas schmalgeistigen Moralvorstellungen, die in Jedermann transportiert werden, sind andererseits auch nicht im Mindesten geeignet, Innere Einkehr bei den Zusehern zu bewirken.

Es handelt sich um billigen, plumpen Zeitvertreib für Heuchler.

Schluss mit dem Jedermann und Schluss mit der Buhlschaft.

Ich beantrage einen Umstieg auf Goethes Faust. Da gibt es, für alle, die sich um die Zukunft der Buhlschaft sorgen, auch ein Gretchen. Dafür gibt der Stoff inhaltlich mehr her, und auch das Gretchen hat schmissigere Zeilen Text.

Qualität

30/10/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Netzsperren und IP-Speicheroffensiven sind ein Rückzugsgefecht der „alten Gesellschaftsordnung“, die mit Entsetzen erkennen muss, wie ihr Kontrolle entgleitet. Das Internet hat die „erste Welt“ tiefgreifender demokratisiert als eine Million Schulstunden in Politischer Bildung. Tiefgreifender – und unkontrollierter. Das hat Auswirkungen auf die politischen Parteien, aber auch auf die Medien. Vom Zeitungssterben und seiner Abwehr.

„The Media is Dying“ schallt ein Ruf durch das Netz. Es stimmt nicht. Doch „The Media“ muss sich umstellen. Allerdings anders als Rupert Murdoch sich das vorstellt. Denn gewaltsam eine neue Abonenntengesellschaft herzustellen, das geistige Rad der Zeit mit anderen Informationsträgern einfach zurückzudrehen, das kann nur unter Schmerzen funktionieren, und nur mit Ablaufdatum.

Teilnahme

Die Teilnahme an Beteiligungsmedien – Youtube, Twitter, Flickr und Konsorten sind selbst der Generation 50+ inzwischen ein gewisser Begriff – ist sicherlich ein entscheidender Teil jenes Teils der „Wirtschaftskrise“, die als „Medienkrise“ zu drastischen (Seattle Post Intelligencer) oder zumindest deutlichen (New York Times) Einschnitten in der zuvor bekannten Medienlandschaft geführt hat.

Barcamps, DigiTalks und ähnliche Web-2.0-Veranstaltungen, der Wunsch nach der Einbindung von Twitterwalls in Uni-Vorlesungen und die iranische Beinahe-Digitalrevolution sind Symptome für eine Gesellschaft, die einerseits Beteiligung will und auch leistet (in selbst gewählter Art und Weise und in selbst gewähltem Umfang, ebenso in selbst gewählter Regelmäßigkeit oder Unregelmäßigkeit), andererseits möglichst sofort und möglichst direkt über praktisch alles, was gerade zu einem Thema wird, informiert werden will (verlässlich, schnell und immer).

Mit anderen Worten: Es ist eine ichbezogene Gesellschaft.
Das stört viele jener, die anders aufgewachsen sind. Und es kann auch nur mit Vorleistungen ohne Lohn, also nur im großen, beinah globalen Umfang. Man muss wissen: es ist ein instabiles System, das mit und durch seine Nutzer lebt und nur mit und durch die Hoffnung auf mehr, später. Anders sind Phänomene wie Facebook und Twitter nicht zu erklären.

Zugangswissen

wiki… , …google… oder maps… ist schneller ins iPhone getippt als das Gedächtnis genutzt wird. Es ist wahr geworden, was zum Jahrtausendwechsel prophezeit war: Die Zukunft bedeutet nicht mehr so wie einst die Anhäufung von Wissen, sondern die Beherrschung des Zugangswissens. Wo finde ich was – und wie.

Aber auch: Wie viel Auswahl habe ich dabei? Und wo bekomme ich das, was ich will, als erstes und am einfachsten?

In noch stärkerem Ausmaß als die Parteien ihre Stammwähler verloren geben mussten ringen nun die aktuellen Medien um ihre Abonnenten oder ihre Stammklientel. Die Suche nach der bestmöglichen Quelle bedeutet praktisch keinen Aufwand mehr an Zeit und Ressourcen, und so wird sie auch durchgeführt – intuitiv und ohne zu zögern.

Medien werden im Netz thematische Kompetenzen zuerkannt – oder eben nicht. Auf krone.at findet man die simplen Nachrichten des Tages, auf Standard.at die Kommentare dazu und das Forum, in dem es sich am besten diskutieren lässt. Auf orf.at hat man den schnellsten Überblick und auf Youtube findet man die Videos zu der Musik, die man gerade eben auf irgendeinem der austauschbaren Radiosender auf dem Handy gehört hat.

Aufwändige Marktforschung erübrigt sich fast, wir sehen im Bekanntenkreis, wie die Nutzertreue sich in digitales Nomadentum verwandelt.

Adaption

Was bedeutet diese Entwicklung für die traditionellen Medien? Sie müssen sich anpassen.

Ihnen muss bewusst sein, dass sie mit ihrem „Produkt“ eine bestimmte Nische in der Wahrnehmung der Menschen besetzen. Wer alles ein bisschen bietet, hat es noch nicht geschafft, sich zu positionieren. Wer sich nicht positioniert, wer nicht Besonderes kann, wird leicht ausgetauscht. Die Frage ist nur, welche Nische man sich aussucht und in welcher man anerkannt wird.

Konzentration. Positives.

Wer nicht nur überleben, sondern womöglich sogar in der „Krise“ wachsen will, kann sich nicht wie einst – und immer noch – in der Schule üblich, mit seinen Schwächen beschäftigen, Nabelschau und Verbesserungsprojekte betreiben. Die Gewinner der postmodernen Unsicherheitsgesellschaft sind die Inseln des Selbstbewusstseins, jene Angebote, die wissen, was sie gut und richtig machen und sich darauf konzentrieren.

Das ist nicht nur gerade für Österreich, eine Defizit-Gesellschaft, in der stets das Fehlende, das nicht Gekonnte, wichtiger ist als das Vorhandene, das Gekonnte, schwierig. Das verlangt überhaupt Mut.

Von den Medien verlangt es nocht mehr. Es verlangt ganz neue Denkweisen. Ein Teil davon ist die Bereitschaft, Beteiligung zuzulassen.
Ein anderer Teil ist, Angebote professionell zu schaffen, die von der Hobbykonkurrenz in den Blogs nicht geschaffen werden können.
Es geht um professionelle Qualität.

Von hauptberuflichen Journalisten müssen Erwartungen erfüllt werden. Vor allem die Erwartung, dass sie in der Lage sind, jenen Überblick zu bewahren, den andere nicht bewahren können, Informationen zu aggregieren und bereitzustellen und die Teilnahme der Leser (es sind weiter Leser, denn Text bleibt zentral) nicht nur zuzulassen, sondern sie sogar zu fördern.

Ecksteine

Was früher wichtig war: Genauigkeit, Ehrlichkeit, Wahrheit; bleibt wichtig. Niemand mag gekaufte Halunken, und das Misstrauen ist schneller geweckt als man Fehler ausbessern kann.
Was jetzt wichtig ist: das Gegenüber ernst nehmen und mit Respekt behandeln, auch respektvoll herausfordern, auch überraschen und sich überraschen lassen, Kommunikator, aber auch Kommunikationspartner sein; das muss noch gelernt werden.

Beides zusammen ist Qualität.

Twi666er

19/04/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Twitter macht böse, glauben Forscher.

twitterboese

Überkommunikation: „Soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook, die auf einem ständigen Kommunikationsfluss basieren, können die moralischen Einstellungen ihrer Nutzer abstumpfen. Das behaupten Forscher der Universität von Süd-Kalifornien … Überforderung für das menschliche Gehirn … Besonders junge Menschen seien aufgrund eines überdurchschnittlich hohen Ausmaßes an Kommunikation gefährdet … auf Dauer Schaden … Vielzahl an sozialen Kontakten würden zu einer „Überkommunikation“ führen … „gegenüber menschlichem Leid gleichgültig“ werden könnten. Durch die Dauerkommunikation fänden sie kaum Zeit, Emotionen zu zeigen und die Gefühle anderer Menschen zu reflektieren.“ (pressetext deutschland)

Es ist einfach schrecklich: Wie man’s macht ist’s verkehrt. Igeln sich die jungen Leute zuhause ein und spielen Half Life und Far Cry im Single Player Modus, verlernen sie den sozialen Umgang und werden zu Psychopathen und Amokläufern.
Tauschen sie sich mit zu vielen Menschen aus – womöglich auch noch mit solchen aus anderen Kulturkreisen – macht die „Überkommunikation“ sie „gleichgültig gegenüber menschlichem Leid“.

Wie es aussieht, gibt es keine Rettung für die Jugend. Das wusste man ja schon im antiken Griechenland, als das Erlernen des Lesens und Schreibens als moralischer Verfall entlarvt wurde – durch das fehlende auswendig Lernen würden die Jungen verdummen, vermutete man.

Gleiches geschah, als erste Romane geschrieben wurde – wie sollten denn die armen Jungen nun zwischen Fiktion und Realität unterscheiden, wenn es neben der guten Bibel und den Anordnungen des Fürsten auf einmal auch Phantasiegeschichten gab!

Und das Fernsehen erst! Bilderflut, Überreizung der Sehnerven, das Ende der Kommunikation.

Nun also die Überkommunikation.

Böse Webjournalisten

Wortmeldung in einer Debatte über das Verhältnis Print vs. Web. Da spricht ein wichtiger Mann vom gedruckten Wall Street Journal über den Datenfeind: „,They are basically editorial echo chambers rather than centres of creation, and the cynicism they have about so-called traditional media is only matched by their opportunism in exploiting the quality of traditional media.'“ (handelsblatt6)
Meine Lieben, da findet ein Kampf statt, aber es ist kein Kampf zwischen Print und Web! So wie sich einst gern ganze Völker aufstacheln ließen, bis Besitzlose beider Seiten einander die Schädel einschlugen, so lassen sich jetzt die Print-Journalisten und die Online-Journalisten aufhussen, die einen werfen den anderen vor, sie seien schlecht und primitiv, jene trumpfen auf, sie und die ominösen „Bürgerjournalisten“ seien die Zukunft, die anderen Dinosaurier. Opfer sind sie alle – und die Medienkonsumenten. Denn noch immer ist das Internet, abgesehen von einigen Mainstream-Inseln, weitgehend eine L33T-Geschichte.

(Onlinewerbung wächst, doch dieses oft wiederholte Mantra täuscht darüber hinweg, dass Printwerbung immer noch herrscht: „Zeitungshäuser, die angesichts finanzieller Schwierigkeiten mit der vollständigen Verlagerung ihres Printprodukts in das Internet spekulieren, sollten sich diesen Schritt noch einmal ganz genau überlegen. Wie ein aktuell präsentierter Bericht … zeigt, … bei weitem nicht so viel versprechend … Demnach hat die finnische Finanz-Tageszeitung Taloussanomat http://www.taloussanomat.fi, die seit 28. Dezember 2007 aus Kostenreduktionsgründen nur mehr ausschließlich online erscheint, durch die Umstellung mindestens 75 Prozent ihrer Umsätze eingebüßt. (pressetext österreich)
Bekannt ist, dass für Werbeplätze Online ganz einfach weniger Zahlungsbereitschaft herrscht als für Werbeplätze im Druck. Die Gründe sind wohl in erster Linie emotionaler Natur – Werber trauen einer Einschaltung nicht, wenn man sie nicht angreifen, ausschneiden, einkleben kann…)

Facebook ist genauso böse

Twitter und Blogs sind aber nicht allein Wurzel des Übels. Facebook lässt nun nämlich auch noch die User über die Nutzungsbedingungen abstimmen. Wo gibt’s denn sowas?

„Ich halte diesen Schritt für absolut verwerflich. Damit geht Facebook ins Absurde“, meint Hans Zeger, Obmann der Arge Daten http://www.argedaten.at, im Gespräch mit pressetext. „Über seine Grundrechte kann man nicht abstimmen“, stellt Zeger klar. (pressetext österreich)

Warum eigentlich nicht? Etwa weil man das noch nie machen durfte? Weil es immer schon so war? Think again. The times, they are a-changing. (bob dylan)

Kurier

26/08/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Kurier wird neu. Lesefreundlicher, wie es heißt. Kurz vor „Österreich“.

Ein hübscher Coup. Auch wenn die Fellners auf Pro7 Sendezeit versitzen, stiehlt ihnen der Kurier mit seinem x-ten Relaunch die Schau. „Moderner und frischer“, heißt es. Doch – genau wie beim Fellner-Blatt – den Fotos zufolge wird auch der „neue“ Kurier nicht DER große Wurf am Medienmarkt.

Nichts gegen den Kurier!

Es handelt sich dabei wahrscheinlich um die zweitbeste Zeitung Österreichs.
(*höhnisch grins anlässlich der Überlegungen, die der Leser nun anstellen muss*)

Aber Nur weil der Text jetzt rechts bis nach oben reißt und das Kurier-Logo fetter wird, ist die Zeitung nicht gleich eine Revolution. Schön immerhin zu hören, dass es eine breitere Regionalberichterstattung geben soll. Ist doch der regionale Journalismus, die Chronik, quasi der „echte“, wo Platz ist für eigenes, anstatt wie im internationalen Bereich quer durch die gesamte Medienlandschaft durch die Bank einfach die APA-Meldungen abzuklopfen.

Persönlich bin ich trotz Skepsis deutlich gespannter auf den neuen Kurier als auf „Österreich“. Denn vom Kurier ist man gewohnt, dass auch Inhalt dahinter steht, während bei den Fellner-Brothers bis jetzt stets in erster Linie heiße Luft produziert wurde. Und es keinen Anlass gibt, für die Zukunft etwas anderes zu erwarten.

Diebstahlversicherung

24/07/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Wie schützt man sich gegen Diebstahl?

Man erlaubt ihn.

Es ist in Wien ja üblich, die aushängenden Wochenendzeitungen als Gratis-Geschenkausgabe aufzufassen. Nur eine Hand voll Greise und kleine Kinder werfen Geld in diese kleinen Döschen.

Nicht falsch verstehen – bei mir liegen die Dinger morgens vor der Tür, dies ist also kein Geständnis.

Grundsätzlich ist es für so eine Zeitung ja auch keine böse Überraschung, wenn nur ein Bruchteil der ausgehängten Zeitungen bezahlt wird, denn die finanzieren sich ohnehin über die Werbung. Und Werbekontakte stellen ja auch „gestohlene“ Zeitungen dar.

Wie die Sache finanziell für jene Gesellen aussieht, die in offenen Lieferwagen mit seitlich herausbaumelnden Beinen dahinfahren, bei Langsamfahrt rausspringen und die Zeitungs-Ständer aufhängen bzw. abnehmen, weiß ich leider nicht.

Geschenkt

Gratis-Presse zum Wochenende

Foto: misoskop

Dieses Wochenende jedenfalls durfte ein jeder ohne schlechtes Gewissen das Börsel stecken lassen. Und auf einmal wird keine einzige Presse mehr gestohlen! Eine exzellente Diebstahlversicherung.

Wie die Sache finanziell für jene Gesellen …. das hatten wir schon, aber ich weiß es immer noch nicht.

Wo bin ich?

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