Wienerisch

24/05/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Mundl Sackbauer, die Identifikationsfigur des „echten Wieners“. Melancholisch, grantig, sarkastisch, und a bissal primitiv – so stellt man sich den Wiener vor.
Stimmt das? Gibt es den echten Wiener? Ein Club 2.
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Wiener

03/04/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Man findet es als Wiener ja manchmal ungerecht, wenn man in den Bundesländern mit Ablehnung konfrontiert ist. Schließlich ist man nicht die Regierung – und in der sind auch genügend Vertreter aus den Bundesländern. Gelegentlich lernt man aber zu verstehen.
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Zauberstimmung

17/04/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Türkenschanzpark ist von dort, wo ich wohne, nicht gerade um die Ecke. Dennoch habe ich den Sonnentag Samstag, den Flugfreitag dank Aschewolke, für einen Ausflug in dieses ferne Freizeitparadies genutzt. Die richtige Entscheidung.

Islands Schlote qualmen, und obwohl man im fernen Zentraleuropa davon nichts sehen kann, blieben an diesem Aprilwochenende die Flugzeuge – alle Flugzeuge – am Boden. Zur Sicherheit.
Dass das bei strahlend blauem Himmel mit leichtem Südwestwind passieren muss, lässt Fliegern natürlich das so genannte Geimpfte aufgehen, aktiven wie den an Beförderung interessierten. So viel schöner Verdienst, ebenso in Luft aufgelöst wie Eyjafjallajökulls Asche, und so lange Wartezeiten, dass dutzendweise Karrieren dabei ruiniert werden können.

Die Konsequenzen für uns Nichtflieger: Strahlender Sonnenschein ohne Cumulus und Schäfchen und sogar ohne Kondensstreifenpaare in 6.000 Metern Höhe.

Der Türkenschanzpark ist kein Geheimtipp, schon ich wurde als kleiner Hupfer dorthin zum Auslaufen gebracht, und ich war nicht im Ansatz der Einzige. Also verschone ich den geneigten Leser mit ausführlichen Beschreibungen der Lokalität. Es mag in aller Kürze genügen, dass der Park sich um eine Uni-Exklave herumwindet und alles andere als eben ist: Verschlungene Wege umrunden dichtes Gebüsch mal hoch hinauf, dann wieder steil bergab, und wer inmitten des Parks steht, kann die Ränder nur teils erahnen, nicht sehen. Die Grünfläche liegt in Währing und bietet Enten mit einem „Lehrteich“ und einem Fontänenteich á la Genève en miniature ein angenehmes Zuhause, eine nicht geringe Anzahl von Spielplätzen sorgt für die Zerstreuung der Kleinen und Kleinsten.

Zum aktuellen Ausflug möchte ich anmerken, dass es anfangs ruhig und friedlich war, später am Nachmittag voller Menschen, und dabei in beiden Fällen angenehm und entspannend. Die Ruhe erlaubte der geschundenen Seele, auszupendeln, die später herbeiströmenden Menschenmassen brachten freundliche Gesichter mit der Fähigkeit zur Rücksichtnahme auf den Rasennachbarn. Der öffentliche Stadtgarten mit der historischen Nebenfunktion lockt das Angenehme im Wiener hervor.

Ich beschließe den Tag mit dem Wunsch, der Türkenschanzpark möge ein klein wenig näher an meinen Lebensmittelpunkt heranrücken.
Wien, wenn es sich so präsentiert, ist schön.
Wien, wenn es sich so präsentiert, ist zum verlieben.

Plaudertaschen

03/07/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Wien ist eine witzige Stadt. Drei Begebenheiten aus dem öffentlichen Nahverkehr.

1.)

Zwei ältere Damen – vermutlich jenseits der 70 – sitzen einander ächzend und schwitzend gegenüber. Plötzlich beginnt die eine, sich darüber auszulassen, wie sich der soziale Zusammenhalt in ihren Plattenbauten auf Null reduziert.
„Ma kennt niemanden, kan Nachbarn, überhaupt kan.“
„Ja. Is eh besser! Ois zuasperrn, kan einilassn, es sand ja so fü…“
„Genau!“
Die beiden verstehen sich auf Anhieb. Es entspinnt sich eine längere Diskussion über Jugendliche, die randalieren und erst kürzlich ein „Telefonhüttl“ gesprengt hätten, aber
„Ich sag ja lieber nix. Man braucht ja des alles net mehr. In mein Alter.“
Die Polizei mache einerseits ja sehr viel – andererseits auch wieder sehr wenig.
Ansatzlos die Frage nach dem Sternzeichen: „Skorpion“, meint die Zustimmerin.
„I bin a Wassermann“, erklärt die Erstrednerin.
Rasch einigt man sich, dass beide Sternzeichen bedeuten, man sei sehr intelligent, denke sogar zu viel nach, sei tiefgründig und eine Plaudertasche.

2.)

Eine Frau in der U-Bahn erspäht einen anderen Fahrgast – einen Bediensteten der Firma hellrein, die auch für die Reinigung der U-Bahn-Wagen zuständig ist.
„Sie machen des wirklich großartig!“
Zuerst versteht er nicht so recht, was gemeint ist, dann gratuliert sie zu der – zugegebenermaßen wirklich – sehr sauber geputzten Garnitur der U1.
„Das bin nicht ich – das machen andere Kollegen, nur selbe Firma“, weist er die Komplimente zurück.
„Trotzdem!“ besteht sie darauf.

3)

Die U6 will abfahren, aber jemand steht in der Tür.
Nach dem dritten Mal „tüüt“ ohne Erfolg lässt sich der Fahrer über die Lautsprecheranlage vernehmen:
Wos is mit dir, heast?!
Eine Sekunde später ist die Tür frei.

Man muss Wien einfach lieben.

Saliero

29/08/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Am 7. September beginnt der Prozess um den Saliera-Dieb Robert Mang.

Den „Wiener“ habe ich nicht gelesen. Laut „Heute“ bricht der „Wiener“ eine Lanze für den Angeklagten und bittet um ein mildes Urteil, auf der Basis der Behauptung, der Angeklagte sei jung, fesch, schneidig und cool.

Nun, derartige Kategorien haben vor einem ordentlichen Gericht keine Bedeutung.

Trotzdem: Ein allzu hartes Urteil wäre sicher nicht angebracht. Schließlich war es nicht Robert Mang, der ein einzigartiges, aus Wachs(!) gefertigtes Kunstwerk eine gute Stunde lang gleißen hellem Scheinwerferlicht ausgesetzt und in ungeschickten Fingern vor Kameras hin und her gedreht hat.

Unter Mangs Bett hat sich nur Staub auf den Figuren angesetzt. Von da können die oft beschworenen Beschädigungen kaum kommen. Eine Fingerabdruck-Untersuchung würde die Hauptschuld an den Beschädigungen mit Sicherheit im ministerialen und musealen Berufssegment ansiedeln.

Wahrscheinlich wird die Sache für den guten Mann trotzdem nicht mit einem blauen Auge abgehen – schließlich ist es ein sehr plakativer Fall, und der Richter muss wohl auch im Auge behalten, dass ein mildes Urteil auch so ausgelegt werden könnte, dass man nur genug Medienrummel verursachen muss, um nicht ganz so hart angefasst zu werden.

Man kann ihm nur wünschen, dass er nicht auch noch privatrechtlich für jede von Gehrers Griffeln eingedrückte Delle haftbar gemacht wird.

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