Räuberpistole

16/10/2011 § 2 Kommentare

Bombenattentat vereitelt. Das hören wir so oft, das sind wir wirklich gewohnt. Theoretisch wird allmonatlich ein Bombenattentat im „Westen“ geplant und vor der Tat aufgedeckt. Wir nehmen es mit Achselzucken hin. Aber das „aktuelle“ – das „iranische“ in den USA – schmeckt schal. Noch schaler. Denn die USA haben ihre Glaubwürdigkeit schon im Irak verbrannt. Gefragt ist jetzt: eine schlüssige Theorie.
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Norwegen

24/07/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Nahezu 100 Tote, zum größten Teil Kinder und Jugendliche, durch einen Gewaltakt in einem ruhigen, friedlichen Land – Norwegen. Seit Freitag überlege ich, wie ich das einordnen soll. Es gelingt nicht.
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Unarmed

07/05/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Osama bin Laden trug keine Waffe, als er von den US-Soldaten getötet wurde. Na und? Ein Aufruf gegen das Gejammer.
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1:0

02/05/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Obama 1, Osama 0 – so wird das „Match“ in George W. Bushs „Krieg gegen den Terror“ jetzt griffig zusammengefasst. Osama Bin Laden ist tot, getötet durch US-Einheiten bei einem Angriff auf ein Versteck in Pakistan.
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K.O.

07/12/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wien hat eine Kampagne. Es geht um ein heißes Thema, um eine akute Gefahr für uns alle, um eine Bedrohung, der sich jeder und vor allem jede von uns Tag für Tag, Minute für Minute ausgesetzt sieht.

Und die Bedrohung hat einen Namen. Sie nennt sich „K.O. Tropfen„.

Ganz ernsthaft: In den vergangenen 20 Jahren habe ich wahrscheinlich 10 Mal vom kriminellen Einsatz von K.O.-Tropfen gelesen. 12 bis 14 dieser Fälle betrafen Männer, die im „Osten“ auf Damen hereingefallen sind – Damen, die sich als Prostituierte ausgaben, in Wirklichkeit aber simpel Diebinnen waren.

Angst

Trotzdem: Nun gibt es also die „Schützt Euch vor K.O.-Tropfen“-Kampagne. Wir haben ja noch viel zu wenig Angstphantasien.

Weapons of Mass Destruction. Terroralarmstufen. Islamisten. Selbstmordattentate. Entführte Flugzeuge. Schmutzige Bomben. Antrax. Atomprogramme. Drogendealer. Inflation. Hyperinflation. Deflation. Rezession. Krise. Gründer böser Internetplattformen. Kinderpornografie im Netz. Und als Wurzel allen Übels: Das Internet selbst! Und. Und. Und.

Wo wir uns auch hinwenden, glaubt man „denen da oben“, lauern um uns nur Gefahren, Gefahren und noch mehr Gefahren. Unser einziger Ausweg scheint zu sein, viele Steuern und Gebühren zu zahlen, uns durch die Nacktscanner zu ducken und zu gehorchen.

Und wenn wir Gefahr laufen, uns an den bestehenden Bedrohungslevel zu gewöhnen, stehen sie schon bereit, um zu helfen: Menschen, die sich noch mehr Gefahren ausdenken, vor denen wir uns fürchten müssen.

Relevanzfrage

21/11/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn man lange genug Betroffenheit an einem persönlichen, elementaren Ereignis vermittelt bekommt oder sich aneignet, schmerzt es umso mehr, wenn andere es nicht kennen. Afghanen fehlt schon die Grundlage für Verständnis am „War Against Terror“: Laut einer Umfrage wissen sie nichts über 9/11.

Bald zehn Jahre Militärpräsenz in Afghanistan, bald zehn Jahre Anschläge, Schüsse, Bomben und ein nur mit Mühe kontrollierbares Umland um die Städte, ein praktisch unkontrollierbares Bergland. Aus Sicht der ISAF-Truppen.
Das ist das Umfeld, in dem der „autochtone Afghane“, [;-)] seit Hunderten von Jahren lebt. Und er lebt in diesem Umfeld ohne die intensive Medienabdeckung, mit der wir aufgewachsen sind. Die Folge: Die Afghanen wissen gar nicht, warum ihr Land jetzt schon wieder besetzt ist. Und ich nehme stark an, es würde sie angesichts des zwanzigsten Besatzers auch nicht mehr groß interessieren, wenn sie die Möglichkeit hätten, seine Motive zu recherchieren.

Umfrage

Das Institut ICOS – ein „Think Tank“, der sehr sorgfältig versucht, jede Verbindung zu den USA in den Hintergrund zu schieben, bis zu dem Punkt, an dem US-Amerikaner in der Beraterliste auf ihre Funktionsbeschreibung verzichten müssen – hat 1.500 Afghanen in vier Provinzen befragt und festgestellt: 92% von ihnen haben noch nie von den Anschlägen am 11. September 2001 in den USA gehört. Für sie werden die fremden Truppen im Land nicht von der Sorge um das Wohlergehen von edlen und guten Menschen in aller Welt angetrieben. Für 40% klingt die Vermutung überzeugend, die ISAF sei motiviert vom Wunsch, den Islam zu zerstören und Afghanistan zu beherrschen.

„Wir müssen den Afghanen erklären, warum wir hier sind“, lautet die Schlussfolgerung von ICOS. Fragt sich, ob es für die Bewohner eines seit Menschengedenken vom Dauerkrieg zerfetzten Landes irgendwie spannend ist, dass irgendwann vor einem Jahrzehnt auch mal im Westen ein paar Leute gestorben sind. Und fragt sich auch, warum sie das mehr schockieren sollte als der Tod vieler Freunde und Verwandten durch die Gewalt von Russen, Taliban oder NATO-Soldaten. Deren persönliche, elementare Ereignisse. Von denen wir nichts wissen. Und die für uns und unsere Gesellschaft so wenig interessant sind wie das Leid fremder Büroarbeiter in New York für den hungrigen Sohn eines getöteten Mohnbauern im Raum Kandahar.

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Ach ja … PS mit Blickrichtung Deutschland:

Minarette

17/09/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Eine Verzichtserklärung auf Minarette soll die moslemische Gemeinde in Wien unterschreiben, wenn es nach den Rechten geht. Geht’s dümmer? Denn Bravo: Das wird „den Radikalen“ ja ganz sicher den Wind aus den Segeln nehmen…

Die Presse schreibt am Wochenende unter dem Titel „Fremd in der westlichen Gesellschaft“ andeutungsweise über Hintergründe des Sex-Appeals von Osama & Co. Andeutungsweise, aber überzeugend, wie ich meine.

Denn seien wir uns ehrlich: Falsch liegen „jugendliche Muslime“ sicher nicht, wenn sie sich „in der europäischen Gesellschaft nicht angenommen fühlen.“

Objekte und Ikonen

Keiner kann sie einfach akzeptieren: Für die Rechten sind sie Hass-Objekt, für die Linken Ikonen der schützenswerten Andersartigkeit. Der Mensch dazwischen geht unter.

„Bei Untersuchungen in Großbritannien hat sich zudem gezeigt, dass junge, radikale Muslime sehr sensible Persönlichkeiten sind, die mit der Gesellschaft und damit, wie sie von jener behandelt werden, nicht zurechtkommen.“

Parallelen

Da werden Erinnerungen wach. Auf der Uni damals, rund um 1996, habe auch ich zu einer stets in der Defensive befindlichen, allerorten mit Schuldzuweisungen verfolgten Gruppe gehört: Nämlich zu den weißen, heterosexuellen Männern.

Ich kann von mir behaupten, Frauenrechten durchaus nicht ablehnend gegenüberzustehen. Das war allerdings stets anders, wenn ich gerade aus einer Lehrveranstaltung taumeln musste, in der man mir die Schuld und Bosheit des gesamten männlichen Geschlechts um die Ohren geschlagen hatte.
Irgendwie weiß man ja: Das ist jetzt unfair. Ich kann nichts dafür. Aber mit denen, die doch etwas dafür können, gemeinsam an den Pranger gestellt zu werden, das verbindet. Das schweißt zusammen, die am Pranger gegen die da draußen.

Wo bin ich?

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