Foto-Flashmob

02/06/2012 § Ein Kommentar

Foto-Flashmob vor der Villa XAIPE am Meidlinger Tor in Schönbrunn. Ein lehrreiches Event.
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Schnitt

21/10/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Kasten hat mich jetzt so erschreckt, dass ich glatt vergessen habe, ein Foto zu machen. Der Standard zieht um, die Wahl des Gebäudes ist … nun ja.

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Wahlrechtsentzug

23/09/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Politologe Peter Hajek macht sich im Standard Sorgen um eine Politik im Würgegriff der Pensionistenarmee. Seine Lösungsidee: Wahlrechtsentzug.

Ein hübsches Gedankenexperiment im Standard:

http://derstandard.at/1285199071993/Politologe-will-Wahlrecht-mit-Ablaufdatum

„Wenn ein Drittel der Wählerschaft im pensionsfähigen Alter ist, dann ist das die bestimmende Wählerschaft, das ist wirklich eine Gefahr,“ sagt Politologe Peter Hajek im Gespräch mit derStandard.at.

Gewiss. Es ist wohl wahr, dass das Hauptaugenmerk wahlwerbender Parteien darauf gerichtet ist, „wohlerworbene Rechte“ abzusichern und Pensionen verlässlich mindestens der Inflationsrate entsprechend zu erhöhen. Das ist tatsächlich eine Gefahr, aber keine, die man durch Wahlrechtsentzug löst.

Das Mittel ist zu verführerisch. Stört eine Gruppe, werfen sie wir aus dem demokratiepolitischen Boot. Pensionisten – raus. Lehrer – raus. Bezieher von Mindestsicherung, ach, lieber gleich alle Arbeitslosen – raus. Menschen ohne Matura – raus. Menschen, die weniger als 5.000 Euro im Monat verdienen – raus.

Eine hübsche kleine Welt, die wir uns da zurechtzimmern. Aber nicht unbedingt die Art Welt, in der wir gern leben wollen.

Eine vor Pensionistenverbänden kuschende Politik ist das geringere Übel.

Buhlschaft

25/07/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Alljährlich sind die Zeitungen voll von Portraits und Interpretationen der Buhlschaft. Es geht um Sex und Schönheit, und darum, warum gerade DIESE Darstellerin perfekt/unmöglich ist. Es reicht.

Neben mir liegt das Album aus dem aktuellen Standard. Darauf plakativ vier typische Buhlschaft-Bilder aus diversen Jahren des Jedermann in Salzburg.

Marlene Streeruwitz verbreitert sich im Artikel über den, in ihren Augen, grundlegenden Sexismus der puren Existenz der Rolle und wünscht sich eine überproportionale Bezahlung für die jeweilige Darstellerin, als Wiedergutmachung. Im Grunde wünscht sie sich, nicht ganz ohne Charme, dass die Rolle gar nicht mehr vorkommt, und die Darstellerin dennoch die Top-Gage erhalten soll.

Andere Abhandlungen dieser Tage werden wie jedes Jahr der Buhlschaft aktuelle Cupgröße besprechen und ihre Haarfarbe, ihre Herkunft und warum sie wie gut geeignet oder wie ungeeignet ist, die Buhlschaft darzustellen. Sie wird in Interviews darlegen, warum sie ebenso wie ihre Vorgängerinnen überglücklich ist, die Rolle zu haben, warum sie sie als moderne und emanzipierte Frau natürlich kritisch sieht und blah und blah und blah.

Es nervt.

Abgesehen davon, dass die unangebracht intensive Beschäftigung mit der Buhlschafts-Besetzung im Vergleich zu den übrigen, großteils ignorierten Rollen ihre Ursache nur in spätpubertärer, in kulturell akzeptierte Bahnen gezwungener Notstandigkeit haben kann, wirft sie die Frage auf, warum sich niemand mit dem Stück selbst beschäftigt.

Die Antwort liegt auf der Hand: Weil es langweilig und überholt ist.

Wenn sich irgendjemand vor dem Gottesgericht fürchten würde, würde es ganz anders aussehen hier unten. Die etwas schmalgeistigen Moralvorstellungen, die in Jedermann transportiert werden, sind andererseits auch nicht im Mindesten geeignet, Innere Einkehr bei den Zusehern zu bewirken.

Es handelt sich um billigen, plumpen Zeitvertreib für Heuchler.

Schluss mit dem Jedermann und Schluss mit der Buhlschaft.

Ich beantrage einen Umstieg auf Goethes Faust. Da gibt es, für alle, die sich um die Zukunft der Buhlschaft sorgen, auch ein Gretchen. Dafür gibt der Stoff inhaltlich mehr her, und auch das Gretchen hat schmissigere Zeilen Text.

Begriffsunschärfe

01/08/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Standard betrachtet sich als Qualitätszeitung. Für eine solche ist es aber nötig, speziell in der gedruckten Version, Begriffe im richtigen Zusammenhang zu verwenden. So viel Zeit muss sein.

Die Headline des Anstoßes: „82-jähriger Deutscher plante Amoklauf“ – Ausgabe vom 1. August 2009, Seite 5.

Einen Amoklauf planen? Das ist ein so arges Oxymoron, dass ich es kommentieren muss. Wie lautet die Definition von Amoklauf:

„Eine plötzliche, willkürliche, nicht provozierte Gewaltattacke mit mörderischem oder zumindest erheblich zerstörerischem Verhalten. Danach Erinnerungslosigkeit und Erschöpfung, häufig auch Umschlag in selbst-zerstörerische Reaktionen mit Verstümmelung oder Selbsttötung.“

So etwas kann man nicht planen.

Jawohl, ich weiß, dass man heutzutage das Wort Amok immer und überall verwendet, sogar wenn in einem Beziehungsstreit ein Messer gezückt und dem Partner in den Bauch gerammt und anschließend sofort reumütig die Rettung verständigt wird.
Doch die inflationäre fehlerhafte Verwendung macht Falsches nicht richtig. Solche Schnitzer dürfen sich Österreich, Heute und 20minutes leisten, aber nicht die FAZ und schon gar nicht die Zeit und, nein, auch nicht der Standard.

Sonst werde ich zum Berserker.

Unseriös

24/01/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Krone und „Österreich“ überschlagen sich in ihren Schlagzeilen am Samstag: „1.500 Euro für jedes alte Auto!“
Eine unzulässige, unseriöse Verkürzung. Richtig falsch.

„Jedes alte Auto“ – in Wirklichkeit steht Geld für 30.000 zur Verfügung. Und zwar nicht für beliebige 30.000, sondern nur für solche, die schon 13 Jahre oder mehr auf der Straße sind. 13 Jahre auf der Straße, und immer noch fahrtüchtig!
Mehr noch: Wer sie verschrottet, muss einen Neu-, keinen Gebrauchtwagen kaufen, und das zwischen April und Dezember dieses Jahres.

So viel bleibt da nicht übrig von „jedes alte Auto“.
Es handelt sich simpel um eine Falschaussage.

Nun könnte man die Schultern zucken und sagen: „Eh klar“.
Aber das sollte man nicht.
Man sollte hinschauen, sich die Sache merken – und man sollte darüber reden.

Bei Promi-News ist so etwas nicht so wild. Brangelina streiten sich – Brangelina versöhnen sich – Brangelina vor Trennung? – Brangelina ein Herz und eine Seele… völlig egal. Das sind keine Falschmeldungen, das ist wie Werbung: „Ariel wäscht weißer als weiß“. Sie wissen, dass es nicht stimmt, wir wissen, dass es nicht stimmt. Das ist wie ein Vertrag.

Falsche Titelzeilen auf der ersten Seite, die nützliche Informationen versprechen, ohne dass etwas dahinter ist, dass ist keine Werbung, das ist kein augenzwinkernder Vertrag. Das ist nur falsch.
Und disqualifiziert Krone und „Österreich“.

Zum Vergleich:
Standard: „Finanzkrise führt zu Einschnitten bei Zusatzpensionen“
Presse: „Skisport in der Mausefalle“

Beides völlig in Ordnung. Sachlich richtig, einmal trocken, einmal flockig formuliert.

 

Kommentare

Mush schrieb:

wundert dich das wirklich?

das sind beides zeitungen die einfach nicht objektiv berichten, ich bin 26 jahre alt und habe das zum glück schon erkannt deswegen bekommen diese zwei verläge keinen cent mehr von mir. nicht mal am sonntag nehm ich sie mir gratis. das niveau ist einfach zu niedrig.

auf der anderen seite ist ja genau das was die leute brauchen bzw. lesen wollen sonst wäre die krone ja nicht so auflagenstark.
somit sollte man eher die ansprüche der österreicher in frage stellen.

nur so nebenbei, meine lieblingszeitung ist die „Wiener Zeitung“

Mittwoch, 04. März 19:23

Glucker!

31/07/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Seit diesem Wochenende fühle ich mich bedroht. Schuld ist der Standard: Was da über die Privatisierung von Trinkwasser zu lesen war, erschüttert. Jetzt nehme ich die „500% Sauerstoff – Starkes Wasser“-Werbung (Firma habe ich vergessen) ernst. Todernst.
Einige der wichtigsten Auszüge:

Wasser ist überlebensnotwendig, die Versorgung über Leitungen ein natürliches Monopol, das keine Konkurrenz erlaubt: nicht die besten Voraussetzungen für den freien Markt. Trotzdem riefen in den 1990ern Weltbank und EU-Kommission die Privatisierung als Allheilmittel gegen mangelnde Wasserversorgung und -qualität aus.

EU: Kompetent und unvoreingenommen

Etienne Davignon, der Berater in Wasserfragen des EU-Entwicklungskommissars Louis Michel, zugleich ein Direktor von Suez. Die Konzerne sind durch Partnerschaften und Sponsoringprogramme fest in Unesco und Weltbank verankert.
(Noch Lobbying? Oder schon Korruption?)

Die Folgen einer Übernahme durch Private Equity bekamen die Kunden des drittgrößten Wasserkonzerns in Frankreich, SAUR, zu spüren. SAUR kontrolliert 13 Prozent des französischen Marktes und wurde 2004 vom Private Equity Unternehmen PAI übernommen. Der neue Eigentümer setzte schnell Personalkürzungen durch, erhöhte die Preise und verzichtete auf Wartungsarbeiten am Leitungsnetz, was die Rendite (Shareholder Value!) erhöhte, aber Proteste von Konsumenten nach sich zog. Im April 2007 schritt der Staat ein und kaufte SAUR zurück. Für PAI ein gutes Geschäft: Sie hatten SAUR 2004 um eine Milliarde Euro gekauft. Die staatliche Bank zahlte drei Jahre später 2,7 Milliarden.
(Bewundernswerter Geschäftssinn?)

Österreichische Träume

Wildalp-Chef Martschitsch sprüht jedenfalls vor Geschäftsideen. Hochschwab-Wasser könne in der Medizintechnik oder in der Kosmetik eingesetzt werden, sagt er. Wenn Stars wie Kate Moss damit ihr Gesicht erfrischten, könne ein Vierterl gute zehn Dollar wert werden.

Dass er verkauft, was kostenlos aus Leitungen kommt, lässt Martschitsch nicht gelten und vergleicht sein Geschäft mit dem Ab-Hof-Vertrieb. „Äpfel können auch direkt beim Bauern gekauft werden – oder zwei Tage später im Supermarkt.“

Inzwischen gibt es nicht mehr nur Wasser, es gibt stilles oder prickelndes, mit Vitaminen und einer extra Portion Sauerstoff angereichertes. Wasser für Senioren, Wasser für Kinder. Wasser mit Fruchtgeschmack, Wasser mit Kalzium. Für den Jetset gibt es ein „Couture Water“. Die verkorkte Flasche ist mit Swarovski-Kristallen verziert und kostet dann auch 35 Dollar.

Transportfragen

Interessanterweise hinterlassen den geringsten „carbon footprint“ – also Schaden durch Treibhausgase – ausgerechnet die Weltkonzerne Pepsi und Coke. Deren Marken Aquafina und Dasani werden in den USA abgefüllt – und zwar aus gefiltertem Leitungs- und nicht etwa Quellwasser. Und das kostet, egal ob nun in Los Angeles oder New York, überall einen Dollar pro halbem Liter.
(Der eine oder andere mag sich vielleicht noch daran erinnern, dass es in Großbritannien im Vorjahr einen Skandal gab als aufflog, dass ein privater Wasser-Anbieter in seinem Werk eine stinknormale Wasserleitung hat, aus der direkt in die teuren Flaschen abgefüllt und dann ausgeliefert wurde.)

Konkurrenzlos

Konkurrenz bringt Qualität und gute Leistung, heißt es immer. Mehr privat, weniger Staat, heißt es immer. Eine Konkurrenz kann es im Wassersektor ja kaum geben. Wer hat schon fünf Wasserhähne von fünf verschiedenen Anbietern in der Wohnung? Wer die Leitung hat, schafft an, „Providerwechsel“ für einzelne nicht möglich.

Und warum soll ein Konzern sich groß abstrampeln und auf Gewinne verzichten, nur damit sauberes Wasser verlässlich zur Verfügung steht? Aus Menschenfreundlichkeit?

Der einzige Betreiber, der auch defizitär für Qualität sorgen kann, ist der Staat (oder die Gemeinde) – weil der (oder die) das Loch durch Steuern flicken kann. Der Privatbetreiber hat gigantische Management-Gehälter zu bezahlen, Dividenden auszuschütten und daher den Gewinn zu maximieren, bis die Schwarte – oder die Leitung – kracht.

Noch eine Frage: Wenn das Wasser aus der Leitung Privaten gehört – was bedeutet das für die Feuerwehr, die gelegentlich massiv Wasser in brennende Häuser pumpt. Wer kommt dafür auf? Der Hausbesitzer? Die Feuerwehr? Die Gemeinde? Die Feuerversicherung?
Wenn es die Feuerversicherung wäre, dann würde das bestimmt höhere Versicherungsprämien generieren.

Noch mehr Beispiele laut Standard:
– In Bolivien musste der US-Konzern Bechtel die Wasserversorgung 2000 der Stadt Cochabamba nach tagelangen Straßenkämpfen wegen erhöhter Preise zurückgeben.
– In Kolumbien kaufte sich die Stadt Bogotá kürzlich mit 80 Millionen Dollar aus einem Vertrag mit Suez frei: Das kam billiger als die zehnfach überhöhten Preise des Konzerns.
– In Gabun führten Wassersperren durch Veolia zum ersten Ausbruch von Typhus in der Geschite des Landes, in Südafrika wurden bei Aufständen wegen Wasser-Preiserhöhungen und Sperren 15 Menschen erschossen.

Die Erwartungen von Weltbank und UNO, dass der private Sektor die Armen mit Wasser versorgen könnte, erfüllten sich nicht. …

20 Konzerne teilen sich 85 Prozent des privaten Wasserversorgungs-Weltmarkts, der auf weltweit eine Milliarde Dollar geschätzt wird. Die sieben größten kommen aus der EU, die beiden größten – Veolia und Suez aus Frankreich – kontrollieren 50 Prozent des Weltmarktes.

Kommentare
juliaselma schrieb:
Darum war ich immer gegen den Eintritt in die EU.
Genau wegen sowas.
Wir zahlen wie die Dodeln.
Warum brauch ma da was privatisiert?
Wärs wenigstens Staatseigentum, unveräusserliches….die blöden Bonzen in der Direktion könnt ma sich schon noch leisten…
Dienstag, 31. Juli 20:21

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