Wissenschaftizismus

17/01/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Wissenschaft, das heißt, die Welt verstehen wollen. Oder es sollte. Aktuell wird unter dem Label „Wissenschaft“ eher viel Propaganda betrieben. „Wissenschafts“-Fans hassen alles Religiöse – und doch bewegen sie sich selbst verdammt nah am Sektenwahn.
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Ostertage

09/04/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Was Ostern 2012 gebracht hat:
Eine Polsterschlacht.
Ruhige Tage mit den diversen Teilen der Familie.
Kälte und Sonnenschein.
Eier und Schokolade.
Android 4.0.4
Schön, das. Aber da war noch mehr.
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Sister

13/01/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

„Sister Act“ im Ronacher. Ein Musical in der Kurzkritik eines Laien.

Sister Act - das Ticket mit Schwester.
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Religion

20/12/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Religion im Wandel der Zeit:

Einst:
„Ich zweifle am heiligen Josef.“
„Ketzer! Dafür fastest du bis zum nächsten Neumond!“

Dann:
„Josef ist blöd.“
„Finger auf den Tisch! Dafür spürst du den Rohrstock!“

Heute:
„Josef ist uncool.“
„Nein, Josef ist cool.“
„Glaub ich nicht.“
„Ist aber so. Josef ist wie Obi Wan Kenobi!“
„Waaas?“

Erstkommunion

13/05/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Scheint es nur mir so oder trifft man wirklich mehr und mehr überzeugte, manchmal sogar missionarische Atheisten? Trotzdem feiern immer noch Kinder Erstkommunion. Zum Beispiel mein Neffe.

Eine ganz erkleckliche Anzahl von Volksschülern hat sich in einem über Wochen regelmäßig besuchten Kurs auf diesen Tag vorbereitet. Nach dieser, ihrer feierlichen Erstkommunion, werden sie die katholische Messe in vollem Umfang mit feiern können und auch die Kommunion zu sich nehmen dürfen. Ein Initiationsritus der römisch-katholischen Kirche, den viele Atheisten schaudernd verdammen, über den sich die beteiligten Kinder aber durchwegs freuen.

Die Mädchen stecken in blütenweißen Kleidchen, die Buben tragen edlen Zwirn, die Kirche ist mit den gelb-weißen Bannern des Vatikan beflaggt. Im Kirchgarten sind langgestreckte Zelte voller Heurigentische und -bänke aufgestellt worden, eine kleine Armada von Kuchenstücken und ein großzügiges Kontingent diverser Getränke warten auf hungrige und durstige Kinder, Paten und Anverwandte.

Katholisches Kuchenbuffet

Foto: misoskop

Was hat den Kindern im Vorbereitungskurs am meisten gefallen, fragt der Priester die vor ihm aufgereihten Nachwuchschristen. „Singen“, antwortet die erste, „singen“, bestätigt der zweite. „Singen“, sagt auch der Dritte. Und dann geht es Schlag auf Schlag, bis alle Erwachsenen bis in die letzte Bank lachen müssen, denn spätestens nach dem achten „Singen“ ist eine andere Antwort undenkbar geworden. Die Lieder in dem Kurs müssen sie alle mitten ins Herz getroffen haben.

Die Erstkommunikanden sind stark in den Ablauf der Messe eingebunden, sie sitzen ganz vorne vor dem Altar, und sie lesen die Fürbitten und sogar, je nach Lesefähigkeit lauter oder leiser, strukturierter, hastiger oder schleppender, die Lesung.
Den Bedürfnissen der stolzen Verwandtschaft wird ebenfalls Rechnung getragen: Vor Beginn der eigentlichen Messfeier erlaubt der Priester ein konzertiertes Blitzgewitter, eine Fotolawine, bei der unzählige Väter, Onkel und Großväter nach vorne stürmen und ihr Erstkommunionskind im Kirchenraum, in medias res, intensiv auf Speicherkarten bannen können, ehe es heißt: Kameras aus, Fotohandys aus, das Feld gehört nun ausschließlich dem eigens engagierten Profifotografen.

Blitzgewitter zur Erstkommunion

Foto: misoskop

Der Grund versteht sich: Wird alle jede Minute ein neues Foto geschossen, mit Blitz, von hinten aus irgendeiner Ecke, dann können sich weder der Fotograf noch die anderen Messbesucher auf die Vorgänge konzentrieren. Wenn jeder Knipshungrige die Chance hatte, seinen „Star“ sogar von vorne im Bild zu verewigen, dann gibt es keinen vernünftigen Grund mehr, den weiteren Ablauf der Zeremonie zu stören.

Leib Christi

Die kleinen Damen und Herren mit den ausgemotteten und mitgebrachten Taufkerzen sind die ersten, die nach der Wandlung, der symbolischen Verwandlung einer Anzahl handelsüblicher Oblaten in den Leib des am Kreuz gestorbenen Gottessohns Jesus Christus durch den Priester, die kleinen Teigscheiben zu sich nehmen dürfen. Dieser Moment ist der entscheidende Unterschied zwischen katholischem und lutheranischem Ritus und der Hauptgrund für das päpstliche Verbot der gemeinsamen Messfeier der beiden größten christlichen Konfessionen des deutschsprachigen Raums, R.K. und A.B. Dem Augsburger Bekenntnis zufolge wandelt nämlich nicht der Priester das Brot in den Leib Christi um, sondern die Gemeinschaft der Anwesenden.

Nach den Erstkommunikanden sind die übrigen Messbesucher an der Reihe und bewegen sich in einem langsamen Menschenstrom an den Seiten der Bankreihen vorüber nach vorne in den Altarraum, um dort, abhängig von Alter und Sozialisation, entweder die Hand aufzuhalten oder gleich den Mund zu öffnen. Der Priester sagt: „Der Leib Christi“, und legt eine Oblate in die Hand oder auf die Zunge.

Zeit der Fotografen

Fotos: misosokop

Verwirrende und geheimnisvolle Rituale hin, schwer vermittelbare Konzepte von Leib und Tod her, die Katholiken wissen Feste zu feiern. Nach der Erteilung des Segens durch den Priester strömen die Gläubigen ins Freie, es wird wieder fotografiert, was die Digitalkameras hergeben und es wird gegessen, getrunken, getratscht und gelacht.

Einst war der Kirchenplatz sonntags nach der Messe neben dem abendlichen Wirtshaus zentraler Treffpunkt der Dorfgemeinschaft, der Punkt, an dem jeder jeden erreichen und sprechen konnte, das Zentrum von Information und kommunalem Leben.
An diesem – Donnerstag – wird die alte Tradition mit neuem Lebensodem erfüllt und die näheren und weitläufigeren Verwandten der Erstkommunikanden können privat „networken“.

Von solchen Gedanken sind die kleinen Helden der Zeremonie schon weit entfernt: Sie haben die Kerzen weggelegt und die Sakkos ihren Eltern übergeben. Jetzt spielen sie zwischen den Bäumen und unter dem Klettergerüst Fangen und Verstecken. Zombifiziert wurde niemand. Die Atheisten müssen sich nicht fürchten.

Sikh

24/05/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

In Wien Fünfhaus – also weit ab vom Schuss – ist der Richtungsstreit verschiedener Glaubensgemeinschaften der Sikh eskaliert. Schüsse, Dolchstiche, Schwerverletzte, Entsetzen in Wien, gewalttätiger Aufruhr in Indien.

Die erste Reaktion, die ich gehört habe: „Weg mit den Religionen/mit Gott.“ Die erste, die ich gelesen habe: „Her mit Waffen – zur Selbstverteidigung.“ Beide Ideen machen mich nicht glücklich.

Religion

Sicherlich gibt es an organisierten Religionen eine Menge zu beanstanden. Sicherlich halten diverse Götter oft und gern als Überschrift her, unter der gemordet, gebrandschatzt und vergewaltigt wird.
Doch das Konzept der Religion an sich ist den Menschen, wie ich glaube, angeboren. An etwas glaubt jeder. Und wenn er daran glaubt, dass es kein Glauben gibt. Wird der Zusammenhalt der Religionsgemeinschaft oder der Einfluss der Kirche schwächer, wenden sich die nach Orientierung suchenden Menschen Britney Spears und Paris Hilton zu. Wenn das weit genug getrieben wird, führt es bestimmt auch eines Tages zu Messerstechereien und Hass.

Gott abzulehnen, weil man von den Menschen enttäuscht ist, das ist die häufigste Begründung von so genannten Atheisten. In diesen Fällen herrscht aber kein Atheismus vor, sondern der Wunsch, Gott durch vorgeschützten Unglauben für erlittenes Leid oder Ungerechtigkeiten zu bestrafen. Das klingt nicht nur nach einer Neurose, das ist eine.

Dazwischen gibt es auch vereinzelt tatsächliche Atheisten. Meiner Erfahrung nach zwei Sorten. Die einen haben durch intellektuelle Überlegungen für sich die Existenz einer übernatürlichen Macht ausgeschlossen, sind aber deswegen nicht fanatisch und auch nicht besonders aus der Bahn geworfen. (Zu dieser in Wirklichkeit kleinen Gruppe zählen sich natürlich alle Atheisten, auch die oben angesprochenen Enttäuschten und die, über die ich im Folgenden zu sprechen komme.)
Die anderen sind Egomanen, die nur sich selbst und ihre Wünsche und Ziele anerkennen und für die kein anderer zählt. Man kann sie auch „böse“ Menschen nennen, oder „Soziopathen“. Ethik ist für diese Leute ein Zeichen von Schwäche und Dummheit, es sei denn sie sind der Meinung, sie seien gut und edel, aber umgeben von tierhaften Nullen, die es unter Kontrolle zu halten gilt, um das Gute und Edle – sie selbst – zu schützen.

Fazit: Wie man es dreht und wendet, ohne Religion fährt es sich auch nicht besser als mit.

Waffen

Oft wird nach Amokläufen, nach Morden und nach schweren Raubüberfällen neben Verboten für Spiele auch nach freiem Zugang zu Waffen für die „rechtschaffenen Bürger“ gerufen. Die Guten, Edlen und Braven sollen sich verteidigen können, ohne dazu auf die Polizei angewiesen zu sein.
„Wenn nur die Verbrecher Waffen haben, regiert das Verbrechen.“

Dazu sind zwei Dinge anzumerken:
Erstens gibt es genügend Statistiken, die zeigen, wer hauptsächlich durch legal erworbene Schusswaffen umkommt: Deren Besitzer und Familienmitglieder nämlich.
Zweitens bedeutet eine Aufrüstung der Bevölkerung automatisch eine Radikalisierung der Bevölkerung. Wo Waffen zur Hand sind, werden sie auch schnell einmal – nur so zur Warnung – gezogen. Wo Waffen gezogen werden, werden sie auch schnell einmal verwendet.

Dazu gehört, dass auch die Polizei in Ländern mit hoher privater Schusswaffendichte anders, nämlich brutaler, agiert – und agieren muss!
Wenn ich in der Tasche jedes Menschen, den ich wegen eines Verkehrsvergehens anhalte, eine Schusswaffe vermuten muss, weil so oft auch wirklich eine drinsteckt, dann verhalte ich mich als Ordnungshüter natürlich einschüchternder, aggressiver, damit der andere keinen Widerstand zu leisten wagt. Und ich reagiere anders darauf, wenn jemand etwas aus der Tasche zieht. Ist es wahrscheinlicher, dass der Griff einer Glock gilt oder einem Ausweis-Tascherl? Sind Schusswaffen selten, dann können Bürger und Obrigkeit entspannter miteinander umgehen.

Ich persönlich ziehe es vor, in einem Land zu leben, in dem ich auf Polizisten zutreten und sie nach dem Weg fragen kann, ohne dass während des Gesprächs die unausgesprochene Sorge in der Luft liegt, dass jeden Moment die Kugeln pfeifen könnten. Ich ziehe es auch vor, mit meinem Nachbarn über die Beschneidung von Rosen und Apfelbaum zu diskutieren, ohne fürchten zu müssen, dass ein falsches Wort zu einer blutigen Eskalation führt.
Dafür nehme ich auch gern in Kauf, dass der eine oder andere Bank- und Juwelenräuber eine Knarre hat. Ich habe ohnehin nicht vor, mir am Graben ein Feuergefecht mit wildfremden Menschen zu liefern, nur weil sie irgendwelchen anderen wildfremden Menschen überteuerte Sachwerte gestohlen haben. Und ich lege auch keinen gesteigerten Wert darauf, auf dem Weg zum Kino plötzlich im Kreuzfeuer zwischen Bankräubern und braven Bürgern auf Wildwest-Trip zu enden.

Osterhaserei

13/04/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Osterfeiertage sollen für die Hasenfraktion Spaß machen und gut schmecken. Für die Religiositätsfraktion sollen sie besinnlich sein. Beides klappt nicht so recht.

Nachdem die Arbeit in den vergangenen Wochen nicht viel Gelegenheit geboten hat für innere Einkehr und tiefere Gedanken hätte ich an diesem Osterfest zur religiösen Richtung geneigt.
Still sitzen, nachdenken, innere Einkehr halten. Vielleicht etwas gute
Musik dazu hören. Den zweiten Walzer von Schostakowitsch zum Beispiel.

Aber so einfach ist das nicht. Die Macht ist stark in der Hasenfraktion. Und die Familie will, dass sich jemand mit dem immer zahlreicher werdenden Nachwuchs auseinander setzt.

Ein nobles Ziel natürlich, und durchaus lohnend. Keine Sekunde davon zu bereuen. Morgen jedoch ruft wieder die Arbeit. Und da ist keine Zeit dazwischen für Ruhe, Einkehr und Schostakowitsch.

Wo bin ich?

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