ARS

02/09/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Überwachung und Befreiung. Manipulation und ihre Demaskierung. Bild und Ton. Und Buchstaben, viele, viele Buchstaben. Das sind, grob gefasst, einige der auffälligsten Themen der Ars Electronica 2012 in Linz.
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Urheberrecht

30/04/2012 § Ein Kommentar

Um das Urheberrecht und seine Zukunft wird erbittert gestritten. Dazu gibt es unzählige relevante Links, die zusammenzusuchen ich mir an dieser Stelle erspare. Stattdessen quäle ich Sie, lieber Leser, und Sie, freundliche Leserin, mit meiner eigenen Ansicht. Und die lautet: Es wird unter falschen Voraussetzungen diskutiert.
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Musical

10/02/2012 § Ein Kommentar

Ich war noch niemals in New York“ im Wiener Raimund Theater. Ein Musical rund um die Lieder von Udo Jürgens: eine gelungene künstlerische Arbeit, bewundernswerte Tänzer – und ein Publikum als Sozialstudie.

Hertha Schell und Peter Fröhlich (©VBW/A.Ch.Wulz)
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Winehouse

23/07/2011 § 2 Kommentare

Amy Winehouse ist tot. Vor zweieinhalb Stunden gefunden.
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Reueplatten

19/08/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Zuerst erschienen in der Reihe „31 Tage – 31 Platten“ am 11. August 2010 als Teil des Blogs (mad) : Tag 11 – Eine Platte, deren Kauf ich bereue.

Eine (nein, sogar zwei!) Platte(n), deren Kauf Andreas Habicher bereut: Sri Hari – Rising Sign (1995) / One But Different (1997)

Wenn ich den Kasten öffne, in dem die alte CD-Sammlung lagert, starren sie mich an. Ja, ich hätte sie schon längst wegwerfen sollen. Und jetzt, nach all den Jahren, werde ich das auch machen. Ich habe sie im Doppelpack erstanden, die beiden Scheiben zum Preis von anderthalb, und der Preis war nicht einmal hoch. Der Euro war damals noch der Ecu, gezahlt wurde mit der alten, österreichischen Währung, und die beiden Tonträger haben mich wahrscheinlich zusammen zehn Schilling gekostet – im Vergleich zu den heutigen Preisen wohl 40 oder 50 Cent, wenn überhaupt. Trotzdem: Was hat mich nur geritten, was war das für eine komische Stimmung, in der ich mich von dem verhungerten Bürschchen am Hauptausgang beim Donauzentrum breitschlagen ließ, CDs aus seiner Schuhschachtel käuflich zu erwerben?

Hätte ich die gute Münze doch lieber in Kaugummis investiert, da bekam man zu jener Zeit für zehn Schilling noch eine große Packung. Sri Hari steht groß auf beiden Covern – das muss wohl der Bandname sein –, und als Albumtitel bei dem einen One But Different, auf dem anderen Rising Sign. Auf dem ersten sind drei schräge Gestalten auf einem verzerrten Schwarzweiß-Foto abgebildet; der in der Mitte, zwischen einem müden Burschen und einem Carlos-Verschnitt, starrt die Kamera gruselig durch die große Brille an – den Kopf leicht zur Seite geneigt, den verhärmten Mund leidend zusammengekniffen, die Hände ringen auf der Tischplatte miteinander.

Auf dem zweiten Cover ist eine Art Ambience-Soundwave zu sehen, die wie eine Meereswelle um eine Stimmgabel mit indischem Kuppelgupf-Griff schwappt. Äußerlich New Age also, inhaltlich plumper Amateur-Techno mit aus dem Zusammenhang gerissenem, möchtegernerleuchtetem Hare-Hare-Geseire dazwischen. Der Bursche mit der Schuhschachtel hat damals irgendwas erzählt über die Gruppe, er hat ständig gelabert – ich war abgelenkt und wollte nach Hause, es ist wirklich lange her, und so kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, was es war. Er war jedenfalls kein schlechter Verkäufer, oder ich ein viel zu leicht zu manipulierendes Opfer. Okay, geben wir es zu, die Opfertheorie ist die zutreffendere. Am Ende hatte er zehn Schilling mehr und zwei CDs weniger. Ich hoffe, die Kaugummis haben ihm geschmeckt.

Ich höre die beiden CDs anlässlich dieses Beitrags noch einmal an, versuche es, aber ich schaffe sie nicht – die erste überspringe ich Lied für Lied, bei der zweiten wird mir tatsächlich übel und ich muss abbrechen. Verantwortlich sind dem Inlay nach die „Bauneholm Studios“ in Kopenhagen, der Vertrieb in Deutschland obliegt einem „Center for Vedic Studies“. Wer mehr wissen will, soll sich an eine alte E-Mail-Adresse wenden, die es bestimmt heute nicht mehr gibt, bmd@com.bbt.se. Und jetzt ab in die Mülltonne damit.

Über den Autor: Andreas Habicher twittert als @ahabicher und übersiedelt sein Blog langsam, ganz langsam, Artikel für Artikel, hinüber auf https://misoskop.wordpress.com.

Sri Hari: Hörproben sowie nähere Infos gibt es hier.

Erstveröffentlichung:
http://mad.madication.eu/2010/08/3/tag-3/

Lieblingsplatte

19/08/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Zuerst erschienen in der Reihe „31 Tage – 31 Platten“ am 3. August 2010 als Teil des Blogs (mad) : Tag 3 – Meine Lieblingsplatte (nicht unbedingt die beste Platte, die ich kenne).

Andreas Habichers Lieblingsplatte: Der Nescafé-Sampler

Gleich vorweg, und damit keine Missverständnisse aufkommen: ich habe keine Ahnung von Musik. Ich kann nur in besonderen Ausnahmefällen den Leadsänger einer Gruppe benennen (etwa bei Bon Jovi) und mir fehlt das Gehör, um ein Hohes C von einem A zu unterscheiden. Macht nichts – so wie jeder mehr oder weniger klug über Bilder reden oder seine Autobiographie als Book on Demand im Internet an Freunde und Verwandte verhökern kann, kann auch jeder öffentlich und ohne schlüssige Begründung von Tocotronic, Anne-Sophie Mutter oder Lady Gaga schwärmen – oder eine völlig abseitige, überraschend kleine Silberscheibe von Nescafé – ja, Nescafé – zu seiner Lieblingsplatte erklären.

Irgendwann hat der allseits unbeliebte und doch kommerziell sehr erfolgreiche Nahrungsmittelgigant Nestlé einen Werbefilm in Kino- und Fernsehspots verwendet, in dem unterschiedliche Menschen aus aller Welt bei unterschiedlichen kommunikativen Tätigkeiten zu sehen sind. Unterlegt war der Spot mit einem New-Ethno-Lied (Panflöten!), aus dessen Text die eine oder andere Phrase direkt ins Gehirn von jungen, leicht lenkbaren Zuhörern (wie mir seinerzeit) fährt.

Nestlé hat seine Anwälte und versäumt nicht darauf hinzuweisen, dass alle Rechte an Musik und Text von Ilja Gort/Gort Muziek, sowie W. Leon Aguilar/EMI und Garry Bell/Jeff Wayne Music, sogar die Rechte der puren Benutzung oder des unentgeltlichen Verborgens, ausschließlich für den Schweizer Konzern reserviert sind. Also das Folgende bitte nicht zu kopieren, laut vorzulesen oder gar – gasp! – zu singen. Vorgetragen von einer sanft beruhigenden, mainstreamig glatten Frauenstimme in hoher, östrogengeschwängerter Tonlage, heißt es im Text:

You can be rich, with no money to spend
you can do everything, when you understand,
you can be mother, when you are a man,
open up, you know that you can

chorus:

Open your eyes, open your mind,
open your thoughts, don’t staybehind, open up…
The key is inside you, to open your mind,
you know what is out there, your heart can be blind.

Open your eyes, and open your mind,
open your thoughts, don’t stay behind

(chorus)

Erase all the borders, and start in your head,
open your mind, to thoughts seldom said,
open your eyes, and open your mind,
open your thoughts, and don’t stay behind.

(chorus)

open up open up … open up open up …

Bestimmt mit schriftlicher Genehmigung aus Vevey in der schönen Schweiz hochgeladen, ist der Clip auf Youtube zu finden.

Dass diese Platte, konkret eine CD mit nur einer Daumenlänge Durchmesser, meine Lieblingsplatte ist, hat zwei Gründe. Der erste ist die Schwierigkeit des Erwerbs: Damals nicht so leicht online zu finden wie heute, konnte man sie auch nirgendwo kaufen oder bestellen. Man musste das Video entweder aufzeichnen, wenn man die Werbung erwischte, oder zum richtigen Zeitpunkt ein Packerl Nescafé kaufen und die CD gratis dazubekommen. Ich bin aber kein Kaffeetrinker – ich habe im Leben vielleicht drei oder vier Tassen Kaffee versucht. Entsprechend selten kaufe ich Nescafé.

Zu meinem Glück gelangte wenige Jahre später eine Mitbewohnerin meiner damaligen Freundin und späteren Frau in den Besitz einer der Gratis-CDs und wusste nicht recht etwas damit anzufangen. (Sie singt übrigens – beruflich!) Als sie mein reges Interesse für das herumliegende Teil bemerkte, schenkte sie es mir kurzerhand. (Selbstverständlich ebenfalls mit schriftlicher Genehmigung aus der Schweiz. Wahrscheinlich.) Der zweite Grund: Musikgeschmack kommt und geht. Mal hört man Janet Jackson, mal HIM, und ein paar Jahre später findet man beide zum Kotzen. Aber glatte, entspannende Musik, zu deren Text man irgendwie wohlgefällig nicken kann, bleibt glatte, entspannende Musik und entspannt glatt auch heute noch.

Erstveröffentlichung:
http://mad.madication.eu/2010/08/3/tag-3/

Osterhaserei

13/04/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Osterfeiertage sollen für die Hasenfraktion Spaß machen und gut schmecken. Für die Religiositätsfraktion sollen sie besinnlich sein. Beides klappt nicht so recht.

Nachdem die Arbeit in den vergangenen Wochen nicht viel Gelegenheit geboten hat für innere Einkehr und tiefere Gedanken hätte ich an diesem Osterfest zur religiösen Richtung geneigt.
Still sitzen, nachdenken, innere Einkehr halten. Vielleicht etwas gute
Musik dazu hören. Den zweiten Walzer von Schostakowitsch zum Beispiel.

Aber so einfach ist das nicht. Die Macht ist stark in der Hasenfraktion. Und die Familie will, dass sich jemand mit dem immer zahlreicher werdenden Nachwuchs auseinander setzt.

Ein nobles Ziel natürlich, und durchaus lohnend. Keine Sekunde davon zu bereuen. Morgen jedoch ruft wieder die Arbeit. Und da ist keine Zeit dazwischen für Ruhe, Einkehr und Schostakowitsch.

Wo bin ich?

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