Aufschrei

26/01/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

#aufschrei auf Twitter. Nachdenkenswert.
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Support

08/08/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Nicht nur für Computer gibt es Support. Auch Menschen benötigen Unterstützung. Nicht immer bekommen sie die auch.

Für Frauen ist es ein Cliché: Die starke Schulter zum Anlehnen suchen und finden, sich an eine breite Brust schmiegen.

Für Männer gibt es das dazu passende Gegenstück. Fels in der Brandung sein. Unerschütterlich und fest. Starke Arme zum Umarmen und Festhalten haben.

Die Geschichte hat eine ganze Reihe von Haken.

Der erste kommt mit der Gleichberechtigung und verlangt auch von Frauen, Fels in der Brandung zu sein und unerschütterlich und fest zu stehen. Anschmiegen und Anlehnen sind von gestern. Das kostet Energie.

Männer kennen das natürlich auch. Die ewige Brandung zermürbt auf Dauer auch den härtesten Granit, selbst Diamanten werden vom unablässigen Strom der Geschichte glatt und milchig geschliffen. Kein Wunder, dass Mann sich da auch hin und wieder Support wünscht. Die nächst verfügbare Frau fällt aus, braucht sie doch selbst mehr Unterstützung.

Verwandte sind nur begrenzt brauchbar: Wer kennt nicht die gut gemeinten Tipps von Muttern, die eher geeignet sind, die Augen zum rollen zu bringen als dem Geist Ruhe. Geschwister winken entweder scheinbar vergnügt aus krass unterschiedlichen Lebensrealitäten, mit denen man nichts anfangen kann, herüber, oder stecken in ihren eigenen Schwierigkeiten, mit denen sie mehr oder treffsichereren Beistand benötigen würden als man zu geben vermag.

Für die alten Freunde gilt dasselbe. Entweder sie leisten Überstunden ohne Ende oder sie bauen an ihren Häusern, sie erziehen ihre Kinder oder stecken im Scheidungskrieg – sie sind ganz einfach ab einem gewissen Alter nicht mehr so verfügbar wie seinerzeit nach der Matura. Die Dinge haben sich verändert.

Was hilft: Zwei Felsen in der Brandung, die, abgeschliffen, gegeneinander sacken und einander weiter stützen. Gleich und gleich gesellt sich gern. Auch ein Cliché. Man kommt dem nicht aus.

Nerv

26/07/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Blitz Donnerschlag. So schnell kann’s gehen, und man ist auf einmal 60 Jahre älter.

So fühle ich mich zumindest, jetzt, wo ich mir einen Nerv eingeklemmt habe. Eben noch frisch fröhlich den Boden gewischt, auf einmal ein alter Mann. Schwere Haushaltsgeräte heben, ebenso schwere Teller und Gläser verräumen, zu Boden gefallene Gegenstände hochheben? Für junge, agile Teenager nur ein Motivationsproblem.

Wenn man sich einen Nerv einklemmt oder 80, 90 Jahre alt ist, dann wird so eine Rückholaktion für ein heruntergefallenes Papierstück zur logistischen Meisterleistung.

Keuchend, stöhnend, langsam und vorsichtig, sinkt der bucklige Leib in die Knie, der Greis wagt es nicht, den Kopf zu beugen, um den Rücken nicht zu überlasten, und tastet mit klammen Fingern hin und her. Da! Der Papierschnitzel. Uff… An den Türrahmen gestützt langsam wieder hoch, unter zahlreichen Uhs und Ahs.

So darf einen keine Frau sehen, sonst bricht sie in schallendes Gelächter aus und weiß abertausende Geschichten zu erzählen, wie sie, ihre Mutter oder endlose Reihen anderer Frauen unter ganz anderen, noch viel ärgeren Bedingungen, schwanger, mit gebrochenem Handgelenk, mit drei Kindern im Arm, bei Hagel und Schneegestöber, nicht nur den gesamten Haushalt alleine geschupft, sondern auch noch einen Teilzeitjob vorbildlich ausgeübt und dabei den kranken Ehemann und die siechen Eltern gepflegt haben – natürlich ohne auch nur ein einziges Wort der Klage.

Also lieber cool schweigen, die Gesichtsmuskeln kontrollieren und so tun, als wäre nichts.

Autsch.

Kommentare

ichauch schrieb:

ich fühle mit dir. passierte mir am Freitag auch. aua!
Montag, 27. Juli 14:21

Klo

03/09/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Im Kurier steht ein Artikel über zwei Bücher zum Geschlechter-Verhältnis. Die scheinen gut zu sein – mit einem Fehler.

Zuerst ein Geständnis: Ich liebe das Thema sehr und kann Büchern darüber nicht widerstehen. Stets muss ich nachprüfen, ob das, was da über Männer geschrieben steht, auch auf mich zutrifft oder ob es sich um üble Emanzenpropaganda handelt. Es ist wie ein Zwang.

So „ticken“ Männer, so Frauen

Der Artikel im Sonntagskurier heißt „So ‚ticken‘ Männer, so Frauen“. Und so habe ich mich gleich auf die Auszüge aus den Büchern gestürzt. Grundsätzlich alles zu unterschreiben, also sehr gelungene Bücher – doch dann kam ich ins Stutzen.

Es geht beim Stein des Anstoßes um die ewige Klogeh-Frage – allein oder zu mehrt?

Bei den Frauen:
Warum gehen Frauen zusammen aufs Klo?
Weil keine Frau in ihrem Schminktäschchen alles dabei hat und weil es sich am Klo herrlich lästern lässt. Außerdem fühlen sich Frauen gemeinsam viel sicherer.

Aus meiner männlichen Perspektive hört sich das ganz vernünftig an. Wird wohl so sein.

Aber:

Bei den Männern:
Warum gehen Männer alleine aufs Klo?
Weil sie Angst haben, als homosexuell zu gelten. Bei manchen geht die Homophobie so weit, dass sie sogar das gruppendynamische Pinkeln ins Pissoir verweigern und ihre kleinen Geschäfte in der Kabine abschütteln.

Hmmmm.

Stimmt das? Nö. Ich gehe allein aufs Klo, weil ich nicht wüsste, warum ich mit jemand anderem dorthin gehen sollte. Was sollen wir dort zu zweit? Sinnlos.

Kleine Erinnerung. Ich kannte beziehungsweise kenne insgesamt sieben schwule Männer, bei denen ich um ihre Orientierung weiß. Das sind gar nicht so wenige, fast schon repräsentativ. Gehen die zu mehrt aufs Klo? Nein. Alle alleine, trotz geouteten Schwulseins. Homophob können Schwule ja nicht sein.

Kleiner Reality-Check: Was heißt „Gruppendynamisches Pinkeln ins Pissoir„? Der Autor/die Autorin kann da unmöglich je dabeigewesen sein, wenn er/sie das schweigende Nebeneinanderstehen und an die Wand starren für gruppendynamisch hält. Nachschau: „Hauke Brost“. Hauke? Komischer Name. Eindeutig Deutschland. Geschlecht nicht klar zuordenbar. Vermutlich weiblich.
Sie kann es nicht wissen.

Die Kommunikation auf einer Herrentoilette ist schnell umrissen: Sie existiert nicht. Auch wenn Medienexperten meinen, man könne nicht nicht kommunizieren.

Ein Mann auf der Toilette ist – selbst wenn diese bis in die kleinste Ecke mit Leuten vollgestopft wäre – immer allein. Kein Blickkontakt, kein Reden. Einzige Ausnahme ist dann am Waschbecken beim Händewaschen, wo vielleicht, wenn mal wirklich zufällig zwei zusammen die Toilette besuchen (weil sie gerade beide müssen), das vor der Tür unterbrochene Gespräch wieder aufgenommen wird.

Die Wahrheit

Die Wahrheit ist ganz einfach: Männer sind simpel. Die einfachste Antwort ist im Normalfall die Richtige. Wenn sie etwas nicht tun, dann weil sich die Frage aufdrängt: „Wozu?“ und sich keine Antwort anbietet.

Wozu zu zweit pissen gehen? – Keine Ahnung – Also allein.

Schleimscheißer

27/07/2006 § Ein Kommentar

Ein hartes Wort. Aber gerechtfertigt. Fliege an der Wand bei einem netten Mädchen mit einem schlechten Freund.

In einem Bus in ein eher abgelegenes Wiener Stadtgebiet nahmen ein junger Bursche (19? 20?) und seine Freundin (18?) Platz. Sie: hübsch, machte einen geistig normalen Eindruck. Er: Leichenbittermiene, Hundeaugen, aber irgendwie aufgesetzt. Hätte sicher auch ganz gut ausgesehen, wenn er die Stirn nicht dauerhaft in solche Dackelfalten gelegt hätte.

Die ganze Fahrt über hielt er ihre Hand und streichelte mit dem Daumen, als wolle er das Mädel hypnotisieren. Könnte auch gut sein, denn er wollte eine ganze Menge erreichen.

Muttersöhnchen

Erstens wollte er auf keinen Fall, dass sie, wie es ihr Plan war, einen Ferialjob in derselben Firma annahm, in der seine Mutter zuletzt gearbeitet hatte. Er hatte ihre Pläne mit seiner Mutter „besprochen“ und wollte sie vor einem Irrtum „bewahren“.
Sie meine wohl, „für ein paar Tage Arbeit“ bekäme man dort 1.000 Euro! Das sei aber nicht so!

Sie zuckte die Achseln. 10 Tage seien nicht viel. Besser als ein ganzerMonat. 1.000 Euro wären gutes Geld.

Trotzdem. „Tu es nicht!“ Blabla.
Die Mutter habe nur so viel an 10 Tagen verdient, weil sie tapfer so viel geschöpft hätte wie andere in zwei Monaten. (oh, so fleißig, die gute Mutter… und wir wissen ja, dass Arbeitgeber generell jedem, der in 10 Tagen viel weiterbringt, zwei Monatslöhne nacherfen, die guten Seelen!)

Warum die Mutter seine Freundin dort nicht haben will? Keine Ahnung. Warum er nicht? Er will mit ihr auf irgend ein Festl fahren und möchte nicht, dass sie dann stattdessen arbeitet. Könnte man als Motiv gelten lassen, aber die Art und Weise ist unter aller Sau.

Geld rausleiern

Das nächste Thema stieß mir sauer auf und weckte erst wirklich meine Aufmerksamkeit: Er wollte, dass sie sich von Verwandten in Ungarn Geld leihen solle: 30.000 Forint. „Wenn deine Verwandten so stinkreich sind, wie du sagst….frag deinen Cousin… er wird dir das Geld geben…. ich weiß es genau!“

Sie widersprach einige Zeit, dann gab sie gemurmelt irgend etwas zurück, was zustimmend klang, und er gab sich damit zufrieden.

Freundinnen madig machen

Dennoch blieben seine steilen Stirnfalten stehen, sein Mund zog sich flehend nach unten – er hatte noch mehr auf dem Herzen.

Eine ihrer Freundinnen sei furchtbar, sie solle den Kontakt mit ihr nicht weiter pflegen. Minutenlang lamentierte er vor sich hin, wie gemein, arbeitsscheu und wasweißichnochalles diese Freundin nicht wäre – und sie habe kein Recht, dieses oder jenes über „Sven“ zu sagen.
(Sie hat das Recht, so gut wie alles zu sagen, meine ich – sie ist in Österreich.)
Er selber sei ja auch überhaupt nicht dafür, Freundschaften so ohne weiteres zu beenden. Er habe wenige Freunde, dafür intensive … blabla, der übliche Text in diesem Fall … durch dick und dünn … blabla.
Nur – bei besagter Freundin, tzt, tzt, tzt.

Als es für Misoskop an der Zeit war, einen anderen Weg einzuschlagen als das Pärchen, war die Diskussion noch nicht beendet.

Zum Pfeffer

Mein Bauchgefühl drängte danach, den Kerl zu fragen, ob er seine Freundin für eine Idiotin halte. Aber mein Kopf sagte: Wenn du das machst, dann ist das ein Angriff von außen und schweißt die beiden zusammen.
Bleibt die Hoffnung, dass die Kleine so intelligent ist, wie sie aussieht, und diesen Flachmatiker dahin schickt, wo er hingehört.

Wo bin ich?

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