Asterixesk

17/09/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Nur ganz kurz: Lob der Bildauswahl des Kurier.

Dieses Foto von Nicolas Sarkozy mit dem rumänischen Premierminister Basescu könnte aus Asterix sein und beweist die Qualität von Zeichner Albert Uderzos (und Autor René Goscinnys) Charakterzeichnung.

Die Abbildung unten ist ein Screenshot aus dem Online-Kurier unter http://kurier.at/nachrichten/2033114.php

Sarkozy und Basescu, wie von Albert Uderzo gezeichnet

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Süt

05/09/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Kurier schreibt von einem „Online-Krieg um Türken-Milch“. Die Feldherren sind an mir vorübergezogen.

Ja, ich habe davon gehört. nöm bringt eine eigene Milch-Edition in türkischer Sprache heraus. Ich wurde offline sogar gefragt, was ich darüber denke. Meine Antwort: „Ist mir *piep*egal.“

Meine Twitter-Timeline hat das Thema nöm großzügig ausgelassen, mein Freundeskreis auch, in meiner Wahrnehmung haben nur die klassischen Medien über die Neuerung berichtet und ich habe die Sache über die Titelzeile hinaus nicht verfolgt. Wie gesagt. *piep*egal.

Was also ist das für ein Gerede von einem Online-Krieg?

Eine deutsche Agentur namens Q hat laut Kurier unter dem Label eines österreichischen Partners namens Lobster die Datenströme zum Thema analysiert. Demnach sollen Rechte intensiv zum Boykott von nöm Milch aufgerufen haben, während sich neutrale Berichterstatter über die „lächerliche“ Debatte lustig gemacht haben sollen. In linken und grünen Communities war „süt“ kein Thema, heißt es.

Meine Timeline beinhaltet Links und Grün, aber nicht ausschließlich. Trotzdem war die „Türken-Milch“ kein Thema. Überhaupt: Ein Krieg, an dem nur eine Seite teilnimmt? Zu Krieg gehört doch Kampf.

Q hat eine Tag Cloud präsentiert, die den „Sturm der Entrüstung“ visualisieren soll. Prominenteste Phrasen: „NÖM-Boykott“ und „Ausverkauf Österreichs“.

Ganz ernsthaft, das klingt nicht nach Community-Sprech. Das klingt nach vorgegebenen Phrasen steuernder Akteure aus der Politik. Wer spricht von „Ausverkauf Österreichs“ und schreibt das auch noch richtig? Bestimmt nicht die Wald-und-Wiesen-Anhänger rechter Parteien.

Q schummelt. Lobster fährt Trittbrett. Nöm freut sich über den Werbeeffekt – auch dieses Beitrags – und der Kurier über Clicks.

Alle haben gewonnen. Aber einen „Online-Krieg“ gab es nicht.

Amokschützer?

15/03/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Kurier hat den Austro-Kriminologen Thomas Müller interviewt – unter anderem zum Thema Winnenden. Eine der Fragen: „Könnten – müssten – unsere Schulen durch Security sicherer gemacht werden?

Müller antwortet mit Nein. (http://www.kurier.at/nachri…)

Absolut richtig, denke ich. Denn man stelle sich vor, in den Schulen würden neben der Gangaufsicht noch Privat-Bullen für Ordnung und Ruhe sorgen.

Mitlaufen statt Mitdenken?

Noch mehr Regeln. Noch mehr Disziplin. Noch mehr Unterdrücken von Individualität, Ersticken von Freiheit und Belohnen von Angepasstheit, von Mitschwimmen in der gesichtslosen Masse. Ist es das, was wir uns unter der Ausbildung für die Kinder von heute, die Erwachsenen von morgen vorstellen? Die Degradierung zu Mitläufern nicht nur im Unterricht, sondern auch im Hof und am Gang? Wollen wir die Gesellschaft, die aus einem solchen Klima erwächst?

Dazu kommt noch: Westentaschen-Rambos, die schwache, selbstunsichere Schüler – genau die, in denen der Wolf am unruhigsten schlummert – noch weiter in Richtung Rand drängen. Denn jedem Laienpsychologen dürfte klar sein, dass man an den Geduckten, den Zögerlichen, den Kleinen am besten seine eigene Pseudo-Macht beweisen kann, gleich ob als mobbender Schulhof-König oder eben als gescheiterter Möchtegern-Polizist.

Ein Vorteil!

Einen Vorteil hätte die Idee der schulischen Rent-a-cops natürlich: Bei identitätslos Uniformierten, noch dazu Uniformierten, die durch Pfeffersprays und Schlagstöcke ein gewisses Bedrohungspotenzial besitzen (dass niemand Wachen mit scharfen Waffen in den Schulen aufstellen will, setze ich jetzt einfach mal voraus – wir sind ja hier nicht in Südamerika, und es will ja auch keiner, dass ein gefrusteter Wachmann auf Schüler feuert), da liegt auch die Hemmschwelle für den Abzugsfinger eines Amokläufers gravierend niedriger als bei bibbernden Schulkameraden.

Auch das sagt schon die elementarste Laienpsychologie: Ein Kind mit großen Augen abzuknallen ist schwer. Gegen einen breitschultrigen Gewalttäter abzudrücken geht besser von der Hand. Insofern könnten Schul-Securities immerhin das Feuer von Amokläufern auf sich ziehen und so als Kugelfang die jungen Leben unschuldiger Schüler retten helfen.

Idiot?

06/09/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

„Ist Bush ein Idiot?“ fragt Amerika. Endlich, möchte man meinen.

Quelle: Wieder einmal der Kurier.

„Ist Bush ein Idiot?“ fragte der republikanische Ex- Kongressabgeordnete John Scarborough in seiner viel gesehenen Talkshow im TV-Sender NBC. Privat fragten auch Konservative und Republikaner, „ob die geistigen Schwächen von Bush nicht das Ansehen Amerikas zu Hause und im Ausland beschädigt“, meinte Scarborough. Und dann folgte ein Potpourri von „Bushismen“, den Bush-typischen Sprachpannen. Es scheine, so John Fund („Wall Street Journal“), dass „Bush täglich neu den Ringkampf mit der englischen Sprache aufnimmt – und nicht selten verliert“. Aber das Sprachdefizit sei nicht unbedingt Zeichen mangelnder Intelligenz. Auch Scarborough verneinte die selbst gestellte Frage nach dem „Idioten“ mit einem „Natürlich nicht“. Es mangle Bush allerdings an „intellektueller Neugier“.

Nun, es stimmt: Es zählt mehr zur Intelligenz als öde Sprachbeherrschung. Andernfalls wäre ich dank exzellenter Sprachbeherrschung (Bescheidenheit ist eine Zier, …) ein Genie, doch eine kurze Rundfrage im Freundeskreis zeigt rasch, dass diese Einschätzung meiner Person nicht weit verbreitet ist.

Trotzdem ist Bush ein Idiot. Allein das leere Nachgeplapper von Formeln, die ihm irgend jemand vorschreibt – nehmen wir etwa den „Islamischen Faschismus“.

Allgmeine Dummheit?

Die angebliche Dummheit von US-Präsidenten ist ein uraltes Thema. „Zeit“-Herausgeber Josef Joffe etwa schildert in seinem neuen Buch „Hypermacht“, wie schon Dwight Eisenhower als „Tölpel in Uniform“, Lyndon Johnson als „ungehobelter Texaner“, Jimmy Carter „als Erdnussfarmer“ und Ronald Reagan als „zweitklassiger Schauspieler“ diffamiert wurden – als ob Amerika vor allem „Männer mit moralischen oder geistigen Defiziten“ wähle.

Keine Ahnung freilich, was das heißten soll. Seit wann ist die Profession eines Erdnussfarmers synonym für moralische oder geistige Defizite? Jimmy Carter ist ein extrem gebildeter und hochintelligenter Mann, wie so gut wie jede seiner Aktionen unzweifelhaft beweist – allerdings leidet er an dem grundsätzlichen Problem, dass er den Menschen an und für sich für „gut“ hält und glaubt, dass sich Vernunft und Mitgefühl über kurz oder lang durchsetzen werden.

Da liegt er weit daneben, das ist aber in seiner Erziehung begründet und nicht in seinem Beruf, möchte ich meinen.

Er IST ein Erdnussfarmer, das ist ein Faktum. Aber ich erkenne nicht, wo da das Problem liegen soll.

Vom alten Lyndon B. weiß ich zu wenig, der alte Dwight war ein Raubein, aber das ist kein Wunder – der Mann war schließlich Soldat.

Und Reagan? Der war ein Penner, kein Zweifel. Dafür war der alte Bush senior ein Fuchs. Weshalb er wohl auch in der Aufzählung im Kurier nicht vorkommt.

Klo

03/09/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Im Kurier steht ein Artikel über zwei Bücher zum Geschlechter-Verhältnis. Die scheinen gut zu sein – mit einem Fehler.

Zuerst ein Geständnis: Ich liebe das Thema sehr und kann Büchern darüber nicht widerstehen. Stets muss ich nachprüfen, ob das, was da über Männer geschrieben steht, auch auf mich zutrifft oder ob es sich um üble Emanzenpropaganda handelt. Es ist wie ein Zwang.

So „ticken“ Männer, so Frauen

Der Artikel im Sonntagskurier heißt „So ‚ticken‘ Männer, so Frauen“. Und so habe ich mich gleich auf die Auszüge aus den Büchern gestürzt. Grundsätzlich alles zu unterschreiben, also sehr gelungene Bücher – doch dann kam ich ins Stutzen.

Es geht beim Stein des Anstoßes um die ewige Klogeh-Frage – allein oder zu mehrt?

Bei den Frauen:
Warum gehen Frauen zusammen aufs Klo?
Weil keine Frau in ihrem Schminktäschchen alles dabei hat und weil es sich am Klo herrlich lästern lässt. Außerdem fühlen sich Frauen gemeinsam viel sicherer.

Aus meiner männlichen Perspektive hört sich das ganz vernünftig an. Wird wohl so sein.

Aber:

Bei den Männern:
Warum gehen Männer alleine aufs Klo?
Weil sie Angst haben, als homosexuell zu gelten. Bei manchen geht die Homophobie so weit, dass sie sogar das gruppendynamische Pinkeln ins Pissoir verweigern und ihre kleinen Geschäfte in der Kabine abschütteln.

Hmmmm.

Stimmt das? Nö. Ich gehe allein aufs Klo, weil ich nicht wüsste, warum ich mit jemand anderem dorthin gehen sollte. Was sollen wir dort zu zweit? Sinnlos.

Kleine Erinnerung. Ich kannte beziehungsweise kenne insgesamt sieben schwule Männer, bei denen ich um ihre Orientierung weiß. Das sind gar nicht so wenige, fast schon repräsentativ. Gehen die zu mehrt aufs Klo? Nein. Alle alleine, trotz geouteten Schwulseins. Homophob können Schwule ja nicht sein.

Kleiner Reality-Check: Was heißt „Gruppendynamisches Pinkeln ins Pissoir„? Der Autor/die Autorin kann da unmöglich je dabeigewesen sein, wenn er/sie das schweigende Nebeneinanderstehen und an die Wand starren für gruppendynamisch hält. Nachschau: „Hauke Brost“. Hauke? Komischer Name. Eindeutig Deutschland. Geschlecht nicht klar zuordenbar. Vermutlich weiblich.
Sie kann es nicht wissen.

Die Kommunikation auf einer Herrentoilette ist schnell umrissen: Sie existiert nicht. Auch wenn Medienexperten meinen, man könne nicht nicht kommunizieren.

Ein Mann auf der Toilette ist – selbst wenn diese bis in die kleinste Ecke mit Leuten vollgestopft wäre – immer allein. Kein Blickkontakt, kein Reden. Einzige Ausnahme ist dann am Waschbecken beim Händewaschen, wo vielleicht, wenn mal wirklich zufällig zwei zusammen die Toilette besuchen (weil sie gerade beide müssen), das vor der Tür unterbrochene Gespräch wieder aufgenommen wird.

Die Wahrheit

Die Wahrheit ist ganz einfach: Männer sind simpel. Die einfachste Antwort ist im Normalfall die Richtige. Wenn sie etwas nicht tun, dann weil sich die Frage aufdrängt: „Wozu?“ und sich keine Antwort anbietet.

Wozu zu zweit pissen gehen? – Keine Ahnung – Also allein.

Kurier

26/08/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Kurier wird neu. Lesefreundlicher, wie es heißt. Kurz vor „Österreich“.

Ein hübscher Coup. Auch wenn die Fellners auf Pro7 Sendezeit versitzen, stiehlt ihnen der Kurier mit seinem x-ten Relaunch die Schau. „Moderner und frischer“, heißt es. Doch – genau wie beim Fellner-Blatt – den Fotos zufolge wird auch der „neue“ Kurier nicht DER große Wurf am Medienmarkt.

Nichts gegen den Kurier!

Es handelt sich dabei wahrscheinlich um die zweitbeste Zeitung Österreichs.
(*höhnisch grins anlässlich der Überlegungen, die der Leser nun anstellen muss*)

Aber Nur weil der Text jetzt rechts bis nach oben reißt und das Kurier-Logo fetter wird, ist die Zeitung nicht gleich eine Revolution. Schön immerhin zu hören, dass es eine breitere Regionalberichterstattung geben soll. Ist doch der regionale Journalismus, die Chronik, quasi der „echte“, wo Platz ist für eigenes, anstatt wie im internationalen Bereich quer durch die gesamte Medienlandschaft durch die Bank einfach die APA-Meldungen abzuklopfen.

Persönlich bin ich trotz Skepsis deutlich gespannter auf den neuen Kurier als auf „Österreich“. Denn vom Kurier ist man gewohnt, dass auch Inhalt dahinter steht, während bei den Fellner-Brothers bis jetzt stets in erster Linie heiße Luft produziert wurde. Und es keinen Anlass gibt, für die Zukunft etwas anderes zu erwarten.

Wo bin ich?

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