Europäisierung

10/06/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Europa muss her – so lautet die Losung im Angesicht der Finanzkrise, die nach Griechenland und Irland nun auch Spanien, Portugal und Italien würgt. Spanien will nicht unter den Rettungsschirm, aber man zwingt die Madrilenen, indem man das Geld gleich direkt den Banken anbietet, das Hilfsansuchen darf auch später kommen.
Ist das mehr Europa? Zwangshilfe, Rettungsschirme, Myriadenkredite? Als die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft um Kohle und Stahl verhandelte, hatte sie da einen solchen Weg im Sinn?
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Freiheitskosten

28/11/2011 § 2 Kommentare

„Pleite-Griechen“ wurden sie vom Boulevard genannt. Laut Niggemeier war die Wortschöpfung aus dem Hause BILD in den vergangenen sechs Monaten in dreißig Berichten zum Thema Griechenland präsent. Statt als (Mit)Menschen wurden sie als Belastung und Bedrohung empfunden. Rechte? Brauchten sie nicht mehr.
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Democracia

22/05/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

In Spanien stehen haufenweise Menschen auf den Plätzen und demonstrieren. Sie demonstrieren gegen den Zustand unserer europäischen Gesellschaft. Wohin soll das führen? Was steht am Ende dieses Protests?
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Zack!

13/12/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Das Schöne an der Demokratie sind die Gelegenheiten, die sich einem bieten. Zum Beispiel beim Bad in der Menge. Zum Beispiel in Italien.

Es gibt ohnehin nicht wenige Leute, bei denen es einen ganz schön in den Fingern jucken würde. Einer davon hat nun die Gelegenheit geboten, der Welt zu zeigen, wie sich das Machtverhältnis auch mal für einen kurzen Moment der Hoffnung umkehren kann.

Dabei ist natürlich entscheidend, es nicht zu überreizen. Es gilt, die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Das Wesen der Demokratie ist die stetige Option auf Änderung und Umkehr, und das will auch bei schlagzeilenwürdigen Meldungen beibehalten sein.

Es gilt also, tatsächlich die bloße Faust oder die flache Hand zu nutzen und nichts dauerhaft Schädigendes. Im ersteren Fall handelt es sich um eine demokratisch legitimie Unmutsäußerung, im zweiteren Fall bringt der Backlash der Reichen und Prächtigen uns alle in Teufels Küche. Das Dauerhafte hat seinen Platz in der Diktatur.

Viva Italia!

Mandat

28/08/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Frankreich soll sich in Sachen Libanon blamiert haben, heißt es. Weil es auf ein stärkeres Mandat warten wollte. War doch richtig, oder?

Alle Welt drängelte und meinte: „Ihr müsst das Kommando übernehmen“. Klingt ja auch logisch, so als ehemalige Kolonialmacht, da ist man, eurozentristisch betrachtet, auch zuständig.

Aber eine UNO-Truppe ist nicht so etwas wie ein Zauberspruch. Das sind ein paar Leute mit blauen Helmen und schlechter Bewaffnung. Mit einer schlechten Bewaffnung, die sie meist nur zur Selbstverteidigung einsetzen dürfen, nachdem schon auf sie gefeuert wurde.

Ein unangenehmer Job.

Ebenfalls unangenehm: Sie zu kommandieren und nachher schuld zu sein, wenn zehn oder hundert von ihnen im Beka’a-Tal verrecken.
Nein, es ist kein Gesichtsverlust, wenn man da seine Verluste minimieren will, sondern Klugheit. Aber Klugheit hat in der Politik ja kurze Beine. Und so ist sie auch schnell gestrauchelt.

400 = 3 = Niemand

Die Welt wunderte sich, als Frankreich sich nur mit 400 Mann beteiligen wollte. 400 Mann, das ist hingespuckt. Das ist, als würde man gar niemanden schicken.

So wie die Slowakei mit ihren drei Mann. Kein Problem, da in den lokalen Zeitungen genaue Portraits der gesamten Truppe zu bringen.

2.000

Nun also doch 2.000 Franzosen. Es war Chirac zu peinlich, die verwunderten Blicke der anderen. Er hat seine Militärs gezwungen. Aber das Kommando geht an Italien. Meiner Meinung nach keine Blamage für Frankreich, sondern ein Glück.

Für die Italiener macht es keinen Unterschied: Deren Militärgeschichte ist ebenso ruhmreich wie die österreichische. Abessinien, Albanien, Libyen … Eine Niederlage mehr oder weniger ist da nicht so wichtig.

Mandat

Für eine UNO-Truppe ist das genau abgegrenzte Mandat das Um und Auf. Ohne zu wissen, was man darf und was nicht, wie weit man sich bewegen darf, was man alles still akzeptieren muss, kann man nicht einschätzen, nicht planen, nicht erfolgreich sein.

Wir erinnern uns an Jugoslawien?
Als Milizionäre die Pistole auf der Schulter eines UN-Soldaten auflegten, um den „Beschützten“ im Jeep zu erschießen, während der UN-Soldat murmelte: „Ich muss Sie dringend auffordern, diese Aktivitäten zu unterlassen!“ Als die UN-Schutzzonen der Reihe nach niedergewalzt wurden?

Genau dieses Schicksal wird die UNO-Truppe im Libanon erleiden, wenn sie kein „starkes“ Mandat erhält. Und das wird sie nicht, dafür werden gewisse Länder mit ständigem Sitz im Sicherheitsrat schon sorgen.

Viel Spaß an alle, die sich da beteiligen müssen.

Niederlage

10/07/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Italien ist Weltmeister. Frankreich hat verloren.
Im Elfmeterschießen, 5:3. Unfair, dass nicht noch der letzt Schuss gemacht wurde, es hätte 5:4 sein können.

Dabei hatte es zu Anfang sehr gut ausgesehen: Henry begann mit seiner schon gewohnt-typischen Leichenbittermiene, knallte im Lauf gegen einen Italiener, stand aber wieder auf.
Die Franzosen zeigten gutes Spiel und kamen – mit Glück, denn dieser Lattenpendler war niemals Absicht – 1:0 in Führung. Der angeblich „umstrittene“ Elfer war meiner Ansicht nach fair&square.
Traurig nur für Buffon: Doch keine Rekord-Zeit ohne Tor. Und dabei fehlten nur noch, weiß nicht, 40 Minuten? 50?
Egal.

Nach dem Ausgleich durch die Italiener blieb das ganze Spiel ein spannendes hin und her.
Besonders Augenfällig: Die Italiener deckten extrem gut. Ribery brachte kein Bein auf die Erde, ohne dass ein italienischer Fuß drunterstand.

Zweite Halbzeit, 108. Minute, der Hit. Was zum Kuckuck hat Marco Materazzi Zidane nachgerufen, dass der so reagierte? Mit seinem 360-Grad-Panoramablick, den er sonst dazu nutzt, überall Pass-Empfänger zu orten, hat Zizou noch schnell gecheckt, ob eh keiner schaut, und Materazzi dann mit einem Mörder-Kopfstoß auf die Bretter geschickt.
Pech: Nummer Vier auf der Tribüne hat’s gesehen. Und rote Karte für den Helden der „Grand Nation“.

Leider berechtigt. Denn was immer der Italiener auch gerufen hat – man hätte es vorerst runterschlucken und ihn nach dem Spiel am Ausgang abfangen können, um „auf die Bluatwies’n“ zu gehen.

Elferschießen:
Ja, Mist. Was soll’s.
Nächstes Mal wieder.
Immerhin ein Trost: Gummimann Buffon hat auch keinen gehalten.

Italien

05/07/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Schon wieder Fußball – dabei halte ich eigentlich gar nicht so viel davon.
Aber: WM ist WM, da kann man nicht dran vorbei.

Zusammenfassend: Die Italiener brachten mehr Action, die Deutschen machten einen besseren Eindruck. Zumdindest, nachdem sie ihre anfängliche Wehleidigkeit überwunden hatten.

Der viel bejubelte Ballack zeigte eine sehr unschöne Szene: Ellenbogenstoß gegen den Kopf des Gegners, dann heulend die Hände vor’s Gesicht, als wäre er mit dem Gesicht dagegen geprallt. („Oh, ich Armer!“)
So sind sie, die „Schönlinge“: Falsche Schlangen.

In Frankreichs Sinne hoffte Ihr Misoskop natürlich auf Italien als Endgegner – deren Leistung ist weniger konstant und passt eher zur französischen Mentalität. Eine Spielmaschine wie die deutsche Mannschaft ist für meine Begriffe zu gefährlich für die Franzosen.

Nach 90 torlosen Minuten zeigten beide Mannschaften starke Verschleißerscheinungen. Erhitzt, müde und langsam in den Reflexen, speziell die Italiener und der deutsche Torwart, wegen ihres Dauereinsatzes.
Immer öfter standen die Italiener nur mehr herum, wenn es zu viel Aufwand bedeutet hätte, dem in der Nähe niedergehenden Ball nachzueiern.

Aber die Fußballgötter schienen ohnehin Deutschland zu favorisieren: Zu viel Glück hatten unsere nördlichen Nachbarn, zu oft: Latte und Stangen krachten.

Das Ende

In der zweiten Hälfte der Verlängerung rafften sich die Deutschen dann schließlich zu einer Reihe von Angriffen durch die erschöpften italienischen Reihen auf. Die Chancen rutschten nordwärts – aber trotzdem erfolglos.

Dann der Reißer: Man wartete eigentlich schon auf den Schlusspfiff und das Elferschießen, da fetzte Italien das Runde ins Eckige. Deutschland verblüfft und am Boden, und dann, kaum fünf Sekunden vor Schluss noch ein zweiter Treffer, mit dem keiner mehr gerechnet hatte – nicht einmal der deutsche Torwart, wie’s aussah.

Doch kein Elferschießen, Italien weiter.

Heute Abend wird es dann WIRKLICH spannend: Werden es die Franzmänner schaffen…?

Wo bin ich?

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