Männerbuch

22/08/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Was ist ein Männerbuch? Angeblich soll „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann eines sein. Wenn keine klare Definition von Männerbuch zur Verfügung steht, hilft vielleicht die Annäherung von der „Gegenseite“ – dem Frauenbuch.
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Ehrlichkeit

08/03/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

100 Jahre Frauentag. Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin. Bei den Buben ist es genauso.
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Frauenstunde

28/09/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

„Die Stunde der Frauen“ ist die Geschichte betitelt: Doris Kraus verfolgt in der Sonntagspresse den Gedanken, dass die „Krise der Männer“ nun Platz für eine neue Zeit macht, die Zeit der Frauen. Was passt daran nicht?

Drei Anmerkungen:
(Ja, ich weiß, dass der Text nur emotionalisieren soll und kein Faktenbericht ist – trotzdem)

1) Von einem anbrechenden Zeitalter der Frauen ist (noch) nichts zu bemerken. Ganz im Gegenteil: Genau die Wahnsinnigen, die den Karren an die Wand gefahren haben, wurden durch die Staatsfinanzierungen gerettet, ihre Fehler von anderen ausgebügelt, ihre Verluste von anderen getragen, und so haben sie natürlich nichts gelernt – sie holen wieder Schwung und werden als nächstes noch einmal, noch heftiger gegen die Wand donnern und noch mehr kaputtschlagen.

Danach vielleicht. Wenn die Staaten sich überheben und nicht nur die Finanzgurus, sondern auch reihenweise die Regierungen und Verfassungen stürzen – dann könnte ein neues Zeitalter kommen.

2) „Krise der Männer“: „Maskuline Verantwortungslosigkeit und Zockerei haben den wirtschaftlichen Karren an die Wand gefahren, zur Strafe dürfen die Männer jetzt zu Millionen stempeln gehen. Denn die verlorenen Arbeitsplätze sind vor allem ‚männliche‘ in den traditionellen Industriesparten…

Strafe? Das klingt so fair. Wie eine Quittung für eigene Fehler. Doch die verantwortungslosen Zocker tragen feinen Zwirn und wurden, wie erwähnt, von Millionen Steuerzahlern gerettet. Sie gehen nicht stempeln. Sie müssen einen der drei Jaguars abstoßen und können sich im kommenden Jahr nur entweder den Jacht- oder den Golfklub leisten, nicht beides. Die armen Schweine dagegen, die nun die Suppe auslöffeln sollen, haben nie genug freies Geld gehabt um auch nur eine erwähnenswerte Aktie zu kaufen. Sie erhalten die Strafe für die Fehler anderer.

Diese beiden so konträren Gruppen als „die Männer“ zu subsummieren ist – sexistisch.

3) Und ebenso sexistisch ist der Lösungsansatz: „Frauen sind eher mitarbeiterorientiert, Männer eher machtorientiert“. Im großen Ganzen ist das so. Doch es gibt mitarbeiterorientierte Männer, die jetzt an gläserne Decken stoßen, weil sie zu wenig Ellenbogen haben und die in der skizzierten neuen Ära weiter an gläserne Decken stoßen, weil sie keine Frauen sind.

Das ist wie wenn man antichinesischen Rassismus in Indonesien dadurch auflösen will, dass man nur noch Chinesen in Führungspositionen oder auf die Sitzplätze in Bussen lässt und Indonesier aufgrund ihrer Herkunft abweist oder auf die Straße wirft.

Susanne Höllinger von der Ersten sagt da im Interview Angenehmeres: „Ich bin prinzipiell dafür, dass die Qualifikation den Posten bestimmen soll, nicht das Geschlecht.
Derzeit sind viele Frauen der Ansicht, dass das Geschlecht den Posten bestimmt, doch es ist nicht das Geschlecht als solches, sondern es sind Klüngeleien. Die Profiteure sind normalerweise Männer, aber nicht „die Männer“, und nicht weil sie Männer sind, sondern weil sie sich mit den richtigen Leuten verhabern.
Auf der Strecke bleiben nicht „die Frauen“, sondern die Ehrlichen. Von denen eben sehr viele Frauen sind.

Gezeitenwechsel

12/07/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Zeit der Machos ist vorbei, glaubt Reihan Salam, der diese These in einem Artikel in „Foreign Policy“ ausbreitet, nachgedruckt in der Sonntagspresse. Seine Argumentation ist aber nicht schlüssig.

Salam beschreibt – nicht unrichtig – die Wirtschaftskrise als eine Folge der im Wirtschaftsleben üblichen Praxis des Schwanzlängenvergleichs. Jeder will besser, cooler, geiler sein als der andere, mehr Gewinn machen, ein größeres Haus haben, die jüngere, schönere Geliebte. Dieses Denken habe uns die Krise beschert, meint er.

Kann man bedenkenlos unterschreiben.

Mit der Krise sei diese Zeit allerdings vorbei, sagt er. Statt wie bisher langsam, werde nun in einer revolutionären Welle die Macht in der Gesellschaft von den Männern weg und auf die Frauen übergehen. Die Machos in Form von Industriearbeitern würden die Rechnung präsentiert bekommen für ihr Fehlverhalten, sie würden mangels Anpassungsfähigkeit in der kommenden Welt der Frauen untergehen, als einsame, arbeitslose Alkoholiker in heruntergekommenen, verlassenen Landstrichen am Ende der Welt.

Das hakt in zweierlei Hinsicht. Erstens: Schuld waren doch gerade noch die Gewinne maximierenden Machos in den Bankhäusern – und jetzt bekommen die Industriearbeiter die Rechnung für ihr Fehlverhalten präsentiert?
Da handelt es sich um zwei grundverschiedene Arten von Machismo.
Zweitens: An zwei sehr kleinen Ländern festzumachen, dass die Ära der weiblichen Dominanz anbrechen würde, ist unseriös. Nur weil Frauen in Island und Litauen an die Spitze gewählt werden, ja, nicht einmal wenn in 2/3 aller Länder der Welt Frauen an die Spitze gewählt würden, würde das eine gesellschaftliche Revolution bedeuten.
Die Gesellschaft ist die Gesellschaft, und ob die Reichen Bonzen jetzt Hosen oder Röcke tragen ist davon grundverschieden.

Ebenso unseriös ist es übrigens von Salam, neben Industriearbeitern und Bankbonzen auch gleich Jihadisten und Soviet-Nostalgiker in einen Topf zu werfen und diesen mit der Aufschrift „Männer der alten Schule“ zu versehen. Jihadisten etwa sind im Regelfall extrem unterprivilegierte Hungerleider, die den Schwanzvergleich der Superreichen Industriekapitäne nicht einmal vom Hörensagen kennen.
Die einen sind verwöhnte, arrogante Bubis, die anderen Verzweifelte, Hoffnungslose.

Und, auch wenn das jetzt für viele, lustigerweise auch für Feministinnen, die sonst dasselbe sagen, skandalös klingen mag: Das Chromosom kann den Wert eines Menschen nicht bestimmen.
Das kann nur sein Verhalten. Der Eindruck, dass Frauen sich angenehmer und sympathischer benehmen als Männer ist da und wird schon stimmen, die Ursache wird aber kaum an den beiden X-Chromosomen liegen, sondern eben in der inherenten gesellschaftlichen Benachteiligung, die Frauen konzilianter und kompromissbereiter macht. Frauen mit Macht sind nicht netter als Männer mit Macht.
Power corrupts. Absolute power corrupts absolutely.

Aber ich schweife ab. Damit wirklich die Frauen in der Gesamtgesellschaft das Ruder übernehmen, ist eine Veränderung in der Gesellschaft nötig, nicht zuerst eine Veränderung an der Spitze. Bottom up funktioniert, Top down ist nur Fassade.
Und zuallererst müsste unser ganzes Wirtschaftssystem gekippt werden; das fußt nämlich auf dem Schwanzlängenvergleich.

Lohngerechtigkeit

05/07/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Eine Forderung in der Geschlechterdiskussion, die sinnvoll ist. Aber woran messen?

Feministinnen wittern schnell „männliche Seilschaften“, die eine große Verschwörung bilden, mit der Frauen niedergehalten werden sollen – und die auch die „Lohnschere“ offen halten, damit Frauen ein Drittel weniger Geld verdienen als Männer, wie oft publiziert wird. Leider kann ich zu dieser Verschwörung nichts sagen, weil ich nicht zum Kreis der Initiierten zähle. Noch dazu habe ich bisher nur in Jobs gearbeitet, in denen die Kolleginnen genau den gleichen Lohn eingestrichen haben wie die männlichen Kollegen.

Frauen sollen sehr gern genauso viel verdienen wie Männer; nichts dagegen. Es stellt sich aber die Frage, woran man das festmachen soll. Denn Männer verdienen nicht alle gleich gut.

Unter Männern gibt es teils enorme Gehaltsunterschiede, und das nicht nur zwischen verschiedenen Firmen, sondern sogar innerhalb von Abteilungen. Die Erfahrung lehrt, dass diese Unterschiede relativ unabhängig von Qualifikation und Leistung bestehen. Sozialwissenschaftliche Untersuchungen zeigen auch, dass scheinbar unwesentliche Merkmale wie Haarfarbe, Frisur und Körpergröße einen statistisch relevanten Einfluss aufs Einkommen haben.

Also: woran messen?

Wenn die Schwankungsbreite schon unter Männern groß ist, woher nimmt man in einem fairen System die Lohntabelle für Frauen? Verdienen alle Frauen so viel wie der Durchschnittsmann? Oder manche mehr, manche weniger, bis am Ende der weibliche Durchschnitt mit dem männlichen korreliert?

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist ja ohnehin illusorisch, weil keine zwei Menschen die gleiche Arbeit leisten.

Aber wir könnten die Diskussion ja ausweiten… hin zu einer Offenlegung aller Gehälter. Innerhalb einer Firma gleicher Lohn für gleiche Position – und dann die Positionen nach Leistung besetzen.

Doch diese ausgeweitete Diskussion zum Wohle beider Geschlechter wird keiner wollen. Viel angenehmer ist es für die Privilegierten, wenn die unterprivilegierten Frauen gegen die unterprivilegierten Männer ums Binnen-I kämpfen, diese sich sträuben und beide bei diesem Kampf gegen einen scheinbar ebenbürtigen „Gegner“ glatt übersehen, dass sie übers große Ganze gesehen im selben Boot sitzen und gemeinsam angeschmiert werden.

Chefin

04/07/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Was definiert einen guten Chef? Was bleibt in Erinnerung? Eine Abrechnung. Ein Abschied.

Die meisten Menschen, die heute im Erwerbsleben stehen, haben schon eine Reihe unterschiedlicher Dienstverhältnisse hinter sich. Dabei begegnet man naturgemäß auch einem ganzen Zoo unterschiedlicher Vorgesetzter. Gute Chefs sind selten. Umso bedauerlicher ist es daher, eine Vertreterin dieser Art zu verlieren.

Gender Gap

Was die Qualität von Chefs betrifft stelle ich aus meiner persönlichen Laufbahn einen eindeutigen Gender Gap fest. Mit jeweils einer einzigen Ausnahme kann ich sagen:

  • Chefinnen nehmen ihre Arbeit und die Leistung des Teams ernst.
    Chefs nehmen sich und die finanzielle Leistung, die sie erhalten, ernst.
  • Chefinnen halten ihren Leuten den Rücken frei und schützen sie vor den Absurditäten aus den abgehobenen Ebenen.
    Chefs sichern sich ab und liefern im Ernstfall ihre Leute ans Messer.
  • Chefinnen geben ein Ziel vor und lassen den Profis bei der Umsetzung so weit als möglich freie Hand.
    Chefs bleiben bei der Zielsetzung vage, wollen über jeden Schritt ihrer Untergebenen informiert werden, behalten aber selbst wesentliche Informationen für sich, um unersetzbar zu bleiben.
  • Chefinnen gestehen Fehler ein.
    Chefs suchen Fehler bei anderen.

Natürlich, wie schon eingangs erwähnt, es gibt Ausnahmen, und ich bin sicher, unter Lehrern fällt das Urteil über das Gros der Direktorinnen anders aus.

Von Zecken und Menschen

Doch nun zu jener Chefin, die uns dieser Tage den Rücken kehrt. Da sie die Durchführung der konkreten Aufgaben oft jenen überlassen hat, die dafür am besten geeignet waren, sticht als ihre herausragendste Leistung heraus, einen antisozialen Psychopathen, einen geschäftsschädigenden Zeck entfernt zu haben, einen – man schaudert dabei, das Wort zu verwenden – „Menschen“, der dank seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten im Absondern von Schleim nach oben (und er brauchte diesen Schleim, bedenkt man die engen, lichtlosen Tunnelsysteme, in die er stets vordringen musste) mit rückhaltloser Billigung von oben innerhalb nur eines Jahres zwei Mal fast die gesamte ihm unterstellte Organisationseinheit austauschte.

Der Mann war in den Etagen über ihm sehr beliebt. Er gab stets jedem seiner Vorgesetzten durch hündische Unterwerfungsgesten das Gefühl, entweder ein Genie oder zumindest nah dran zu sein – während er in Abwesenheit jener Vorgesetzten durchaus kritische Töne über sie zu finden wusste. Unter den ihm nachgeordneten Mitarbeitern hatte er zu jeder Zeit zwei, über die er abwechselnd eimerweise Hohn und Zorn ausgoss; umgekehrt erwartete er sich die absolute Anerkennung seines titanischen Intellekts und seiner nahezu unbegrenzten Fähigkeiten. Die einzige Angst, die ihn offensichtlich quälte, war, sich vor Geschäftspartnern oder edlen Spendern feiner Aufmerksamkeiten eine Blöße zu geben, indem deren Vorstellungen nicht zu 130 Prozent erfüllt wurden.

In mühseliger Kleinarbeit gelang es der Chefin schließlich, das schrankenlose Vertrauen der Oberen in diesen Mann zu erschüttern, ganz einfach indem sie nachhakte. Während die Vorgesetzten noch im Afterglow seiner Bauchpinseleien ermattet lächelten, stellte sie präzise Fragen: „Wie?“ „Wann?“ „Womit?“.
Gefährliche Fragen, denn hinter der Schleimwand befand sich nur ein Depot aus heißer Luft.

Bald lagen die Nerven blank und er versuchte seinerseits, ihr Fallen zu stellen um ihr Ansehen zu schädigen. In letzter Konsequenz zog er jedoch einige Jahreszeiten später den Kürzeren.

Die Chefin selbst positionierte sich ihren Leuten gegenüber als Regenrinne. Was von oben wirr herabfiel wurde gesammelt und, in ordentliche Behälter verpackt, entweder zu einer sinnvoll begründeten Zielvorgabe oder versickerte, wenn es sich nicht sinnvoll begründen ließ, in der Erde, wo es niemandem je abging.

Sie besaß die seltene Fähigkeit, die intrinsische Motivation der produktiven Leistungsträger im System nicht zu zerstören sondern zu ermutigen, sie ließ freie Hand, solange nicht Not am Mann war und wusste dennoch politisch genug zu denken um ihre eigene Position im streng hierarchischen System abzusichern – ein Balanceakt, wo das Wohl und Wehe aller im Grunde allein von den Stimmungen und der jeweiligen Tagesverfassung der Mächtigen abhängig ist.

Chef-Qualität

Was macht ihn nun, den guten Chef? Darauf kann es leider keine seriöse Antwort geben. Zu viel ist vom jeweiligen Einzelfall, von der Situation abhängig. Der einzige Punkt, den man festmachen könnte: Auf einen guten Chef müssen sich sowohl seine Untergebenen als auch seine Vorgesetzten verlassen können.

Und somit tut das Unternehmen, in das jene Chefin nun einzieht, einen guten Griff: Sie gewinnt jemanden, der das Grundübel der österreichischen Cheflandschaft, das Demotivieren der Leute, zu vermeiden weiß, und der den Mut hat, auch gegen den Willen der Großen das Beste für das Unternehmen durchzusetzen, egal wie zäh der Kampf und wie hartnäckig der Gegner. Eine Person, die Rückgrat besitzt und es verbergen kann, ohne es zu verbiegen, und die jene Menschenkenntnis besitzt, die sie benötigt, um die richtigen Leute an den richtigen Stellen einzusetzen – und die falschen Leute loszuwerden statt sie nach oben wegzuloben, wie es sonst der Brauch ist. Sie sucht sich manchmal steinige Wege aus, und sie hat Kraft und Geschick genug, sie bis zum Ende zu gehen.

Geh gesegnet.

50

08/03/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

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Ausgerechnet einen Tag nach dem Welttag der Frauen hat die blonde Sirene unter den Spielsachen runden Geburtstag. Die Barbie ist ein halbes Jahrhundert alt. Zum 50er an diesem Montag wird sich die Barbie einmal mehr Anfeindungen ausgesetzt sehen. Die nur mit drastischen Mitteln aus der Fassung zu bringende, ewig junge Dame wird sie so ertragen wie immer: ohne mit Wimper oder Mundwinkel zu zucken.

Faktum

Gegen die Barbie mag wettern, wer will, sie ist eine feste, nur an den Gelenken etwas zu verbiegende Größe in den Mädchenleben – und hat auch schon manch kleinen Buben verzaubert.

Hand hoch, welche Frau von heute nicht als junges Mädchen die ersten Träume von Beziehung, Heirat und Sex mit den Plastik-Schönheiten quasi im Trockentraining in allen möglichen Varianten durchgespielt hat. Hand hoch, welcher Mann von heute nicht als Bub einen faszinierten Blick auf die wallende Blondmähne und die kilometerlangen Beine der in Plastik eingeschweißten Verführerin an der Wand im Spielzeuggeschäft riskiert hat.

Feminismus

Kritik an ihrer „zu schmalen Taille“, an ihren „zu langen Beinen“, an ihrer „zu großen Oberweite“ oder ihren „zu schmalen Füßen“ ist ebenso unsinnig wie Kritik am Spielen oder am Internet/Fernsehen/Romane Lesen.
(Okay, vielleicht ist sie bei den wackeligen Stummelfüßchen nicht ganz unberechtigt, aus rein praktischen Gründen… aber darum geht’s ja nicht) – die Kritik richtet sich gegen das „Image“ der Barbie. Denn trotz aller beruflichen Höhenflüge als Ärztin, Spitzenpolitikerin oder Uni-Professorin bleibt das Bild der Barbie in den Köpfen der Menschen beiderlei Geschlechts das einer ewig mit perlengleich strahlenden, perfekten Zähnen lächelnden Beach-Beauty.

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Das verträgt sich wenig mit der Suche nach Gleichberechtigung, noch weniger mit dem Feminismus und ganz offenbar auch nicht mit dem „neuen Feminismus“.

Neuer Feminismus

Dabei schießt sich der „neue Feminismus“ mit seinen PR-Aktionen wie den eben erst in Wien über die Bühne gegangenen „Women’s World Awards“ selbst ins Knie. Man musste sinnvollerweise die Blaustrümpfe ernst nehmen, die Zugang zur Bildung und das Wahlrecht für Frauen forderten.

Man musste auch die Feministinnen ernst nehmen, die Quoten und eine neue Sprache forderten – denn vieles, was sie wollten, war fair und gerecht.

Es wurde schwierig, doch war kaum zu vermeiden, die Feministinnen auf dem Höhepunkt ihrer Macht ernst zu nehmen, als sie feministische Mathematik, feministische Physik und feministische Astronomie forderten. Die 1 bleibt die 1, und die Fliehkraft bleibt die Fliehkraft, Chromosomen helfen da nicht viel.

Es ist aber eine echte Herausforderung, die neuen Feministinnen ernst zu nehmen, die Preise für herausragende Leistungen an Bar Rafaeli und Monica Bellucci verleihen. „Style Awards“ und Model-Lächeln unter Millionärinnen werden die „Einkommensschere“ nicht schließen – sie dienen höchstens als Ablenkung.

Man wird sie vergessen. Doch die Barbie wird bleiben.

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