Erschütterung

20/09/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

„Ich spüre eine Erschütterung der Macht“, sagen die Jedi, wenn etwas Schreckliches passiert. Und die Macht ist erschüttert. Denn ein Rubicon wurde überschritten.
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Korruptionsstufen

19/09/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Unsere Regierung ist korrupt. Das darf man nach dem Schmierentheater im parlamentarischen Untersuchungssausschuss wohl so sagen. Es gibt Schlimmeres – aber trotzdem macht das Gesamtbild ein wenig mutlos.
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Leichenwahl

01/03/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Man hat es mir gesagt, ich habe es nicht geglaubt. Heute Abend wurde ich eines Besseren belehrt: Kärnten wählt auch Leichen.

So grenzenlos ist die Verehrung für den toten Landeshauptmann, den Jörgl, dass das Kärntner Wahlvolk sich nicht entblödet, einem Mann die Stimme zu geben, der das Amt des Landeshauptmanns nicht mehr ausüben kann, nie mehr ausüben kann, weil er gestorben ist.

Für Jörg Haider bringt es nichts, dass die Versammlung geist- und ideenloser Fans, die er in seinem Personenkult-Club um sich geschart hat, weiter auf Ämtern sitzen und von Steuergeld leben. Es bringt nur ihnen etwas, nämlich die Chance, weiter geist- und ideenlos die Erinnerung an den großen Jörg wach zu halten.

Was sollen sie auch tun?

Was haben sie zu bieten außer der Erinnerung an Jörg Haider?

Das BZÖ hat bei dieser Wahl eine letzte Chance erhalten, sich ein Programm jenseits des Denkmalschutzes für ihr Idol auszudenken. Wobei: Letzte Chance, das wage ich gar nich mehr mit solch einer Sicherheit zu behaupten. Kärnten ist fähig und wählt „die Leich“ noch die nächsten 15, 20 Jahre – bis eine Generation an die Wahlurnen tritt, die zu Haiders Zeiten noch zu jung war, um ihn so zu verehren.

Anlauf?

08/10/2008 § Hinterlasse einen Kommentar

Einen Selbstmordversuch mit Anlauf hat Michael Fleischhacker von der Presse dem neuen schwarzen Gewaltigen Josef Pröll unterstellt. Jetzt rücken Blau und Orange zusammen, und es sieht nach Messerstecherei aus.

Eine mögliche Allianz, mit der manch einer gleich gerechnet hat, die mich aber unerwartet erwischt, trotz der halb konspirativen, halb offenen, an die Medien lancierten Treffen des konservativen Erben mit der rechten Elite: Blau und Orange, nach dem großen Bruch, dem „Mandatsraub“ an der FPÖ durch den Haider-Clan im Jahr 2005 in meinem bescheidenen Horizont ein Unding, auch farblich-ästhetisch eine Zumutung, jetzt durch den Neffen aus Niederösterreich reale Option?

Selbstmord mit Anlauf
http://diepresse.com/blog/p…

Haider und Strache, Strache und Haider
http://diepresse.com/home/p…

Schwarz-Blau-Orange: das wäre ein Coup. Den vertrottelten Werner „unlimiterte Staatsgarantien“ „halbe Mehrwertsteuer ausgenommen Wachteleier“ Faymann gegen die Wand rennen lassen. Nicht wenige Schwarze Herzen dürften bei dem Gedanken deutlich höher schlagen, und, zugegeben, das Bild hat seinen Reiz.

Aber dann? Was kommt dann? Eine Regierung Pröll (Geld), Strache (Pöbel), Haider (Gelangweilte Unterschicht)? Wie geht denn das zusammen? Und vor allem: wie lange?
Wollen wir etwa nächstes Jahr schon wieder wählen? Oder ist ein fliegender Wechsel zu Faymanns Nachfolger an der roten Spitze geplant, sobald das rechte Experiment Achsbruch erleidet?

Nein, diese Gedankenspiele ergeben keinen Sinn. Eher wahrscheinlich: Die ÖVP will in dieser neuen Großen Koalition einfach nur ihren Preis in die Höhe treiben, nicht als kleiner, gescheiterter Verlierer reumütig andocken müssen, sie will als Ehrengast den Roten Teppich, die Blaskapelle und die Stretch-Limo vorfinden. Sie will wieder alle Schlüsselressorts kassieren, so wie zu Gusis Zeiten.

So billig wie sein schwächlicher Vorgänger wird es der Faymann aber wohl nicht geben. Getragen von einer verblüffend einig aussehenden Partei kann er es sich auch leisten, aus der sicheren Opposition auf den Schwächen eines rechten Dreibunds herumzureiten.

Anlauf nach oben

Pröll ist kein Idiot. Das wird er wohl wissen. Sein Ziel also: Verhandeln auf Augenhöhe, als Partner, nicht als Bittsteller. Anlauf, das ja. Aber nicht mit Anlauf zum Selbstmord und nicht mit Anlauf in den rechten Straßengraben, sondern mit Anlauf an die rote Kehle.

Fernsehkratie

21/09/2008 § Ein Kommentar

Nationalratswahl 2008, „Elefantenrunde“ auf ATV. Ein entwürdigenderes und hirnloseres Schauspiel als die fünf Minuten, die ich davon gesehen habe, ist mir schon geraume Zeit nicht mehr begegnet. „Demokratie“ im Aristotelischen Sinne als Gegensatz zur „Politeia“, ein flachsinniger Gladiatorenkampf ums Gejohle des Plebs.

Emotionalpolitik: Abstimmungsergebnis in einer TV-Arena

Ein Mann mit Format hätte in diesem niveaulosen Spott-Schaukampf, in dem Kandidaten an Pulten stehen übereinander herzogen, um Applaus und Jubel vom simpel gestrickten Publikum und günstige Televoting-Ergebnisse (!) einzuheimsen, rasch gesagt: „Ich habe meine Zeit nicht gestohlen“, hätte sich brav verabschiedet und wäre gegangen.
Ein solcher Schritt hätte zumindest meine Bewunderung und meinen Respekt errungen.

Die hässliche Fratze der Demokratie

Doch Molterer, vdb, Strache und Haider waren dafür nicht stark genug. Lieber grinsten sie gezwungen zu schwachsinnigen Witzen und ließen sich von dümmlichen Videobotschaften zu untergriffigen Attacken aufhussen.

Man stand an weißen Pulten nebeneinander, per Video wurde eine Frage „aus dem Volk“ eingespielt. Die Frage wurde noch einmal vom Moderationsteam wiederholt, nur um sicherzugehen, dass auch jeder verstanden hatte, was „die Straße“ da wissen will. Und dann durften die Gäste möglichst witzig, pfiffig oder aggressiv darauf antworten, gefolgt von Applaus im Studio. Wer am besten ankam, zeigte flugs das Verhalten der Voter, die über verschiedene Telefonnummern ihre Begeisterung kundtun konnten.

Lei, lei

Dazu kamen Einstreu-Elemente des Senders, etwa die Frage „Wer zieht hinter Molterer die Fäden“, begleitet vom Bild einer der Rabenhof-Marionetten. Molterer durfte dazu in Großaufnahme fünf oder sechs Sekunden lang eintönig lachen, um zu zeigen, wie humorig er nicht sei, nach dem Vorbild des ebenfalls kaum halblustigen Villacher Faschings.

Sachfragen? Viel zu langweilig. Das ATV-Publikum versteht doch eh nicht, worum es bei der Wahl geht, das will nur unterhalten werden.

Danke, ich wechsle da lieber auf ORF 1 und schaue zum 5. Mal Episode II von Star Wars. Da geht es auch um Politik (Ermächtigungsgesetz für Senator Palpatine; Bürgerkrieg zwischen Geldadel/Robotern und Volksvertretern/Klonen; schleichender Machtverlust für die selbstgefällige Jedi-Kaste; ein handlungsunfähiges Parlament mit Tausenden von Mitgliedern, gelähmt durch ein lächerliches Prozedere, das geradezu nach der Ablöse durch eine Diktatur schreit), aber trotz der schnellen Schnitte und knappen, oberflächlichen Dialoge auf deutlich höherem Niveau als hier in Österreich.

Auch Yoda ist ein Politiker

Stammwähler

13/07/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

So hahnebüchen können Vorwürfe gar nicht sein, dass sie bei Stammwählern keinen Widerhall fänden. Und so schuldig kann man gar nicht sein, um vor ihnen nicht Gnade zu finden. Ein Gespräch über Eurofighter.

Es war ein Gartenfest, bei dem die „Alten“ sich im Schatten zusammenfanden, um zu diskutieren, während die „Mittleren“ aßen und die „Jungen“ herumliefen.

Mich zog es natürlich zu den Diskutierenden hin, wo ich ein Gespräch über die Luftraumverteidigung mitbekam, in das ich mich einschaltete.

Tenor war, wären die Sozi an der Macht gewesen bei der Entscheidung, dann hätte man ohne Zweifel den Gripen gekauft – „weil die Schweden auch Sozi sind.“ Die ÖVP freilich, die habe unvoreingenommen und klug den Eurofighter gewählt – das zweifellos modernste und beste Flugzeug auf dem Markt, ideal zur Verteidigung unseres Luftraums, zu dem wir ja vertraglich verpflichtet sind, was die Roten nur allzu gern vergessen würden.

„Mhm“, meinte ich, „soso, beste Wahl also…“
Aber wie sei es denn nun mit diesem U-Ausschuss? Warum seien denn da die Akten erst geschwärzt, dann sogar per Kopierer unbrauchbar gemacht und schließlich gar nicht mehr herausgerückt worden?

Rieche das nicht ein wenig nach Korruption?
Korruption? Wer solle denn da korrupt gewesen sein?

Vielleicht Molterer? Grasser? Schüssel? – die mit der Entscheidung befassten, die sich auch jetzt intensiv dagegen wehren, dass in alten Akten gekramt wird?

„Nein, der Molterer nicht! Das ist gar nicht der Typ!“ schrie eine Frau auf. „Der Molterer – das glaube ich nie!“
„Und auch nicht der Grasser“, sekundierte ein Mann. „Der Grasser hat sowas gar nicht nötig.“

Homepage?

Nun ja, Grasser – wie ist denn das damals mit der Homepage gewesen?

Ach was! Alles aufgebauscht von den Roten. Ein großes Missverständnis! Grasser selbst macht ja so etwas natürlich gar nicht, das sind die Mitarbeiter. Er hat doch niemals geahnt, dass da etwas falsch gemacht wird. Falls überhaupt etwas falsch gemacht worden sei.
Wo seien denn die Beweise? Abgesehen von gefälschten Aussagen? Grasser sei schließlich der fähigste und kompetenteste Finanzminister gewesen, den wir seit vielen Jahren hatten.

Die Roten

„Mhm, aha. Also keine Korruption.“
„Aber die anderen! Die Roten! Die haben ja immer abkassiert“, erinnerte nun wieder die Frau. „Da war doch jetzt das mit Rapid! Da hat man nie wieder was gehört.“ Das werde alles vertuscht.

„No ja, das Geld, das Rapid bekommen hat von EADS, das soll ja, wie behauptet wird, an die SPÖ gegangen sein. Wozu denn, wo doch die SPÖ gar nicht mit der Bestellung befasst war?“

„Wenn da nichts gewesen wär, dann hätt der ganz anders tan, der da, dieser Edlinger!“
Der Mann nickte. „Und natürlich FPÖ und BZÖ! Die halten immer die Hand auf. Der Scheibner, der damals Verteidigungsminister war! Der Scheibner!!“

Kurz gefasst:

EADS hat schon bestochen, um den Auftrag zu bekommen. Aber auf keinen Fall irgend jemanden aus der ÖVP-Truppe – nur alle anderen, FPÖ, BZÖ und SPÖ werden bezahlt.

Die Schwarzen entscheiden ja immer kompetent und ehrenhaft, da war das gar nicht nötig von Seiten des besten Anbieters.

Die Roten dagegen sind schuldig, ein Zweifel kann nicht sein: An der Macht entscheiden sie inkompetent nur nach politischer Farbe, ohne Macht werden sie sinnlos bestochen, zu welchem Zweck ist nicht wichtig.

Wie auch immer: Die Wahrheit werden wir nie erfahren.

Pressearbeit

Politische Pressearbeit ergibt aber eindeutig Sinn: Egal welche Aussagen man aus der Zentrale verbreitet, sie mobilisieren die eigenen Anhänger und stärken ihren Glauben, ohne Ansehen von Inhalt und Qualität.
Die Gegner aber verwerfen jede Aussage ohne Ansehen von Inhalt und Qualität.

Politik ist Religion.

Kommentare

Frapé schrieb:

Diese Geschichte lässt sich wahrscheinlich an (fast) jeden beliebigen Ort in diesem schönen Land verlegen – mit etwas anderer Farbverteilung, anderen Charakteren aber sehr ähnlicher Handlung – traurig, aber wahr.
Montag, 16. Juli 14:30

Irrsee?

12/09/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Das BZÖ zeigt einen Zug zur Selbstironie. Club-Klausur am „Irrsee“. Zugegeben, ich kenne das Gewässer nicht, und die Anwohner werden sich vielleicht darüber ärgern, aber ich finde, es gibt keine bessere Gegend für eine BZÖ-Clubklausur.

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