Urheberrecht

30/04/2012 § Ein Kommentar

Um das Urheberrecht und seine Zukunft wird erbittert gestritten. Dazu gibt es unzählige relevante Links, die zusammenzusuchen ich mir an dieser Stelle erspare. Stattdessen quäle ich Sie, lieber Leser, und Sie, freundliche Leserin, mit meiner eigenen Ansicht. Und die lautet: Es wird unter falschen Voraussetzungen diskutiert.
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Smartbooks

02/10/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Büchereien Wien haben Öffnungszeiten, die der arbeitenden Bevölkerung nicht in dem Sinn weit entgegenkommen. Aber sie haben andere Qualitäten. Sie kommunizieren, sie bieten Service, sie optimieren ihren Bestand, seit einiger Zeit verfügen sie über freies WLAN – und nun sind sie auch noch mobil. Mit einer Smartphone-Version.
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Bücherträume

25/08/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Walter Moers hat kürzlich Teil 2 herausgebracht. Doch hier fängt die Geschichte in Wirklichkeit an: in Teil 1. „Die Stadt der Träumenden Bücher“ habe ich hiermit durch. Mein Fazit: Moers wird vom Orm durchströmt.


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Bibliophile

19/09/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Manche Zusammenhänge und Einsichten erschließen sich nur selten. Wenn sie sich dazu herablassen, dann treffen sie umso genauer und überraschender. Bekenntnis eines Bibliophilen.

Der Schauplatz ist ein zentraler Punkt der Stadt Wien. Eingehegt vom wienerischen Café Landtmann und dem noch wienerischeren Burgtheater, unter dem Logo der SPÖ-Zentrale wie unter einem blutroten, viereckigen Mond liegend und an strategischen Punkten bewacht von kargen Bäumchen in kleinen Gefäßen, so drängt sich hier eine Gruppe weißer Zelte zusammen.
Einmal im Jahr – heuer am 18. und 19. September – versammeln sich rund um die Burg Verlage und Buchhändler der Donaumetropole, um 24 Stunden lang, von 16 bis 16 Uhr, ein Produkt hochleben zu lassen, das die menschlichen Zivilisationen zu dem gemacht hat, was sie sind, das für die Erfindung der Demokratie steht und zugleich völlig konträr als Kennzeichen einer Bildungselite gilt und das jenes Medium, das es nun trotzdem zu verdrängen scheint, das weltweite Datennetz, selbst gezeugt hat.

Die Rede ist vom Buch.

„Rund um die Burg“ nennen die Veranstalter jenes Fest, das heimische Autoren und Bücherfreunde Herbst für Herbst Aug‘ in Aug‘ zusammenführt.

Da stehe ich und klatsche mit den anderen Zuhörern einem Autor zu, der soeben einen seiner Texte zum besten gegeben hat, erst ein wenig unsicher, dann langsam flotter, schließlich fast schon schleißig inklusive Lesefehler, all das in der Freude über seine unerwartet starke positive Wirkung aufs Publikum, eine Freude, die er nicht recht zu genießen weiß, weil er sich ihrer Legitimität nicht sicher ist – Autoren sind da wie Independent Musiker, sie wollen natürlich den Erfolg, doch zugleich ist er ihnen suspekt, denn Mainstream will kein Künstler sein und doch ist Mainstream das Leben und das Nischendasein der Hungertod. Seine Befürchtungen sind unbegründet: Mainstream ist er nicht. Es liegt am Publikum, dass er gut ankommt.

Ich höre zu, ich schlendere umher und sichte das Angebot, ich höre wieder zu, ich schnuppere und schmökere, und ansatzlos wird mir klar: Ich fühle mich wohl. Ich habe das Gefühl, unter Gleichgesinnten, fast unter Verwandten zu sein, obwohl ich die meisten der Anwesenden gar nicht und einige, wenige, sehr flüchtig, nur vom Sehen, kenne.

Aber warum fühle ich mich wohl?

Der Grund ist schnell gefunden. Ich freue mich über die präzise Aussprache, ich mag das wissende Nicken und die schrullige Geste, ich mag die nicht recht zusammenpassende Kleidung, die nachlässige Haltung, die zerstreuten Blicke – und ich mag die Stimmung.
Es geht um die Menschen hier. Ich schwimme durch ihre Mitte wie ein Fisch durch den Schwarm. Dies sind meine Leute, hier sind wir eines Sinns.

Die Kernfrage gilt weiter: Warum?

Da wird mir ein Zusammenhang zwischen den Menschen hier klar: Sie sind anders. Sie tragen dicke Brillen und wirr nach oben stehende Haare, sie tragen zerknitterte Jacketts, scheinbar der Natur verbundene Mädchen hüllen ihre gebogenen, mageren Körper in fließende Silbergewänder. Dieser nennt einen gewaltigen Rauschebart sein eigen, jener bewegt sich auffallend langsam und vorsichtig, ökonomisch.

Einige tragen ihr Anderssein offen mit sich und sind stolz darauf, andere verbergen es besser, doch ein gewisses Maß an Verschrobenheit ist immer dabei, gleich oben an der Oberfläche.
„Nerdy“ sind sie, die Bücherfreunde, die Bibliophilen, die sich hier am Ö1-Bus mit wohl gesetzten und genussvoll angehörten Worten über die Liebe und ihr Vergehen unterhalten.

Jeder hat seine Macke, denke ich, besonders die Buchfanatiker, und genieße den Zoo. Ich klassifiziere und ordne die Anwesenden ein.
Doch etwas ist da, das mich stutzig macht.
Ich.

Die Realität ist: Ich bin hier. Sie sind hier. Sie sind Bücher-Nerds. Was bin ich?

Ich schmökere, lausche, lese und blättere, dabei öffne ich kein Buch über einen Winkel von 60%, um den geleimten Rücken nicht zu knicken, ich erstehe schließlich ein Buch über Bücher, dann mache ich mich auf den Weg nach Hause.

Der Schlüssel knarzt, die Tür schwingt auf, und meine finstersten Befürchtungen finden sich bewahrheitet: Hier bin ich, im Spiegel, mit schmalen Schultern, mit tiefen Augenringen, mit wirrem Haar. In den Regalen ist kein Platz mehr für Druckwerke, weil zu viele zur Aufbewahrung – nur vorübergehend natürlich – quer über den anderen Schmökern liegen. So stapeln sich die Bücher bis unter die Decke, die höchsten erreiche ich nicht einmal mit ausgestrecktem Arm, vielleicht durch Springen, doch das werde ich nicht versuchen. Darum geht es auch nicht. Es geht um etwas anderes, denn gleich und gleich gesellt sich gern:

Ich bin wie sie. Ich bin ein Bibliophiler.

32

25/10/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

32 Jahre hat Charles Chadwick an seinem Debutroman geschrieben. Ich nehme an, mit Unterbrechungen.

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„Ein unauffälliger Mann“ heißt das Buch, das dabei entstanden ist. Eine so lange Arbeitszeit macht natürlich neugierig: Waren es das Leben und seine Wirrnisse, die Chadwick davon abgehalten haben, früher fertig zu werden? Ist der Mann ein extremer Perfektionist? Und vor allem: Was ist daraus geworden?

Man möge mich nicht darauf festnageln, aber ich glaube, 16 Jahre hat James Joyce an „Finnegans Wake“ geschrieben. Das Ergebnis ist unlesbar. (Ich hab’s wirklich versucht!)

Ich werde jedenfalls nach dem „unauffälligen Mann“ Ausschau halten und es nicht versäumen, heineinzublättern, um zu erfahren, ob sich die 32 Jahre – abseits der künstlerischen Befriedigung für den Schreiber – gelohnt haben.

Magie

23/07/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Harry-Potter-Saga ist zu Ende, viele Medien haben die hässliche Fratze der Ignoranz gezeigt, andere – die Krone – haben Würde bewahrt. Ich bin mit Potter VII fertig. Nein, ich schreibe hier keine Details. Nur meinen Gesamteindruck des Werkes.

Von einem literaturkritischen Standpunkt gibt es ein paar Dinge zu bekritteln – wichtige Szenen für die Charakterentwicklung werden zu kurz angerissen, es gibt ein paar „Zufälle“, die etwas weit hergeholt sind, gelegentlich wird ein Detail vergessen und bleibt offen.

Na gut. Wir wollen aber nicht zu streng sein.

Von einem plottechnischen Standpunkt aus ist es sehr gut – die Einzelstränge der Erzählung werden gut zusammengeführt, am Ende bleiben keine Fragen offen. Der Grundphilosophie ihrer Reihe bleibt J.K. Rowling auch im letzten Band treu.

Das heißt, zusammengefasst: Das Buch könnte natürlich noch besser sein, aber ich bin zufrieden und bleibe ein Bewunderer von J.K.

Verwunderung über Christine Nöstlinger

Die Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger hat nach eigenen Angaben nur einen Potter-Band, und den nur teilweise gelesen. Im alten Profil verkündete sie, dass sie Potter nicht so toll findet. Das ist natürlich ihre Sache, ihr Recht. Aber sie verkündet auch, dass Potter schwache Eskapismusliteratur ist. Und das ist Unsinn.

Natürlich: Ohne die Bücher zu lesen, kann man nicht wissen, ob sie eskapistisch sind oder nicht. Aber es ist unklug, große Urteile auszusprechen, ohne sich auszukennen. (Ja, ja, ja, ich weiß, dass ich das auch dauernd mache.)

Potter ist NICHT eskapistisch. Das Schulleben, die Teenagerzeit, die Politik, die Medien: das ist Realismus, gefärbt mit etwas Magie. Hier finden Dinge statt, die jeder von uns (oder viele von uns) in ihrem eigenen Leben erfahren.
Eskapismus, das ist Hercules; Xena; Danielle Steele; Dan Brown (obwohl der Durchschnittstyp von der Straße bei dem sogar ein bisschen was lernen kann).

Aber Christine Nöstlinger glaubt wahrscheinlich auch, dass die Simpsons für Kinder gedacht sind.

Naserümpfen über „Österreich“

Das Fellner-Pamphlet für funktionelle Analphabeten hat unter Beweis gestellt, was für niedriger Schund es ist. Die haben beinhart das ganze Buch auf möglichst wenig Raum zusammengekürzt veröffentlicht, damit die Proleten sich nicht durch 607 Seiten quälen müssen, die sie ohnehin nicht begreifen würden, aber laut herumbrüllen können, welche Opfer es gibt und wie der Spaß genau endet.

Verbeugung vor der Krone

Ich schließe mit einem in der heutigen, vom Skandal- und Konkurrenzdenken behrrschten Zeit bewundernswerten Zitat aus der Kronen Zeitung:

„Über Inhalt und Ende des Buches sei hier nichts verraten: Der echte Potter-Fan genießt – und schweigt…“

Kommentare

umananda schrieb:

waaas? Das „Österreich“ hat die Details veröffentlicht? das ist ja eine Katastrophe!! Frechheit. Und, dass hätt ich mir nie gedacht, dass ich mal die Krone lobe.
Freitag, 17. August 11:17

Schlussverräter

20/07/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Drei Versionen von Harry Potter-Enden sind im Internet unterwegs, eine davon – das ganze, abfotografierte Buch – wohl echt. Der Ärger über die Schlussverräter ist groß. Aber ich frage: Warum so ein Gewese um den „Schluss“?

Warum blättern Journalisten, wenn sie ein Buch in die Hand bekommen, sofort zum Schluss?

Liegt wohl an ihrem Job: Sie verraten – bei kurzen Meldungen vor allem, aber auch sonst gern – ja auch im ersten Absatz eines Artikels schon alles Wesentliche – die berühmten 6W. (Wiener erstach gestern die Ehefrau im Auto: Aus Eifersucht!) Weiterlesen optional. (Ausnahmen sind Qualitätszeitungen wie die Zeit oder die FAZ, in Österreich das Spectrum und zum Teil der Standard.)

Und so geht es ihnen wohl in Fleisch und Blut über, dass sie immer zuerst das „Ergebnis“ wissen müssen, dann erst die Details.

Der Fehler dabei, wenn’s um Literatur geht: Das Ende eines Buches ist nicht das „Ergebnis“. Das ganze Buch ist das Ergebnis!
Deshalb passen Journalisten und Literatur so oft nicht zusammen – sie müssen sich erst überwinden, aus ihrem Schema auszubrechen.

Verärgerung

Genausowenig verstehe ich, was das Heute da an verärgerten Reaktionen zitiert: „Wollte mir den Roman gleich am Samstag kaufen, das kann ich mir jetzt sparen“, tobt Klaus (34) aus Linz (OÖ).

Warum sparen? Ist Klaus Journalist? Interessieren ihn nur die letzten fünf Seiten? Oder hat er vor, das ganze Buch anhand von leicht verschwommenen Fotos auf dem Bildschirm zu entziffern? (Viel Spaß dabei)

Ausweg

Ich hab die Sache anders angepackt als Klaus.
Ich habe schon mal das abfotografierte Buch gar nicht erst heruntergeladen.
Ich habe nichts über das Ende gelesen.
Und selbst wenn mir jemand sagen würde: „Ich weiß schon, wer stirbt: Es ist XY. Und YZ.“ – dann würde ich ihm sagen: Du Trottel, behalt‘ das doch bitte für dich, ja?, aber ich würde das Buch trotzdem lesen, und mit Genuss lesen.

Denn ich gestehe: ich finde, J.K. Rowling schreibt bis zum vierten Band erstklassig und seither immer noch sehr gut. Sie hat ihren Ruhm (und auch ihr Geld) verdient.
Daher lese ich gern ihre Geschichte.

Die ganze Geschichte nämlich, nicht nur den Schluss.

——-

PS: Man denke auch an Witze: Wie lustig ist ein Witz, von dem man nur die Pointe liest?
Etwa diese: „Naja, immerhin war sie über 40 Jahre lang meine Frau.“
Nicht komisch? Kein Wunder: Der Anfang fehlt.

Kommentare

juliaselma schrieb:

ich mags trotzdem nicht vorher wissen … wegen der Spannung und der inneren Einstellung zur Handlung … es ist so ähnlich wie bei den Fußballfans … die wollen auch nicht vorher wissen, wie das Match ausgeht … egal, wie der Anfang und die Mitte ausschaut, der Schluß ist schon wichtig … immerhin endet damit das Buch, d.h. man ist eh schon traurig weil das Buch aus ist (und dass das Buch irgendwann einmal endet steht ja leider von Anfang an fest, egal wie dick es auch sein mag) und daher unweigerlich auch das „andere Leben“ in dem man gerade lesend verweilte zu Ende ist, da will man wenigstens noch überrascht von der Handlung sein können…
Ich kann es nicht so gut erklären.
Ich kann aber gut lesen, stundenlang, tagelang, und ich tue es gern und tauche in diese Lesewelten ein…und komme ungern wieder zurück in meine Realität, sehr ungern!
UND ICH WILL KEINEN SCHLUSS VORHER WISSEN, NIEMALS!!!!!!
Montag, 23. Juli 09:52

Misoskop schrieb:

Von mir erfährst du den eh nicht, desert mom.
Montag, 23. Juli 15:04

juliaselma schrieb:

Danke!
Ich bin so schwach im Ausländischen lesen … viel vergnüglicher, auf die Übersetzung zu warten … da muss ich echt wachsam sein um nicht irgendwo irrtümlich was mitzukriegen…
Montag, 23. Juli 18:16

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