Entsolidarisiert

15/12/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Presse publizierte heute das Fazit aus einer Jugendstudie, durchgeführt vom Institut für Jugendkulturforschung in Wien unter 16- bis 19-Jährigen. Die Jugend von heute sei ausländerfeindlich und ichbezogen, gefühlskalt und asozial, heißt es.
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Bildungsbegehr

24/08/2011 § Ein Kommentar

Mein Lehrer, mein Feind. So sieht das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer viel zu oft aus. Die Anfänge dieser ungesunden Einstellung erkennt man leider oft schon bei Kindern. Wenn sie dann durch ungeschickte, demotivierte oder schlechte Lehrer bestätigt werden, ist die Feindschaft zementiert. Ein Volksbegehren will da Änderungen schaffen.
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Propagandista

19/06/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Gern wird von Gegnern der Sozialdemokraten behauptet, im roten Wien sei alles von der SPÖ dick rot eingefärbt, die Partei sei omnipräsent. Ich kann das aus meiner Wahrnehmung nicht bestätigen. Hin und wieder aber regt sie sich wie ein ungelenker roter Riesendrache und bratzelt mit ungelenker Pfote in den Porzellanladen. Ins Theater der Jugend.
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Bildungsangebot

14/08/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Weiterbildung: Leider ist das keine Selbstverständlichkeit. Und zwar nicht nur vonseiten unbeweglicher und lernunwilliger Arbeitnehmer her. Auch Arbeitgeber halten oft nur wenig davon, ihre Mitarbeiter zu Kursen zu schicken, wenn diese in derselben Zeit, würden sie nicht die Schulbank drücken müssen, eine ganze Reihe von Wert schöpfenden Tätigkeiten verrichten könnten. Und sogar das AMS legt bisweilen Stolpersteine in den Weg bildungshungriger Arbeitssuchender.

Die Zeit bleibt nicht stehen, die Entwicklung bleibt nicht stehen. 52% der österreichischen Arbeitnehmer sind bereits am Computer im Einsatz, liest man im Kurier, in Deutschland sind es 61%. Computer bleiben auch nicht stehen. Steuerlich wird ihnen eine Lebensdauer von vier Jahren zugestanden, in der Praxis benötigen sie schon lange vorab ein Tuning oder gar einen vollständigen Austausch, wenn sie nicht hinter den Erfordernissen der neuesten Applikationen und Programme zurückbleiben sollen.

Das gilt ebenso für persönliche Qualifikationen: Zu Französisch und Englisch sind schon lange die Ostsprachen gestoßen, zu XHTML 1.0 kommen HTML5 und CSS3, und die von der Wirtschaft gesuchten „hochgetunten Wunderwuzzis“ (Presse, 14. August) bringen nicht nur jeden Kursabschluss mittels Dokument verbrieft mit, auch ihre Post-Graduate-Studies müssen in Papieform vorliegen, was „on the job“ gelernt wurde, ist leider nur halb so viel wert. Denn so weit sind wir noch nicht, dass Können gleich viel zählen würde wie Brief und Siegel. Bestätigungsurkunden, Zeugnisse und Diplome machen eine Weiterbildung erst wahr.

Doppelt bitter, wenn dann verbriefte und bestätigte Weiterbildung aktiv behindert wird. Wenn etwa am AMS ein bereits reservierter Kurs nach der positiven Absolvierung eines Aufnahmegesprächs abgelehnt wird und stattdessen eine verpflichtende Anmeldung zu einem Kurs erfolgt, bei dem eruiert werden soll, ob der bereits zum Greifen nahe andere Kurs geeignet gewesen wäre. Eruiert übrigens zwei Monate nach dem Beginn des eigentlich erhofften Kurses.

Hahn

24/10/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Studentenproteste in Wien, Graz und andernorts werden ihn nicht schmerzen, das einzige, was ihn stoppen kann, ist ein Job in Brüssel. Aber was will der Hahn?

Die Vorschläge des ÖVP-Wissenschaftsministers sind im Einklang mit seiner Parteizugehörigkeit schwarz wie die Nacht:
Die Studiengebühren müssen wieder her,
stark frequentierte Studienrichtungen müssen ausgedünnt werden,
weniger ausländische Studenten
und zum Drüberstreuen noch eine kreditfinanzierte Studienzeit, also bereits beim Bakkalaureus-Abschluss tief verschuldete Absolventen.

Wobei, verschuldet sind natürlich nur jene Bakk-Absolventen, die tatsächlich Kredite aufnehmen mussten, um ihr Studium zu finanzieren, nicht jene, deren Eltern ihnen großzügig die Studienstraße mit Geld auslegen oder durch eisernes Arbeiten und Sparen schon einen schönen Ausbildungsfonds aufgebaut haben, mit heimischen Aktien und Anleihen, besser noch mit konservativen Rentenfonds, die direkt den Staat bei seinem wohlwollenden Wirken unterstützen.

Wohin können diese Ideen führen?

Möglichkeit a) Nur noch die Kinder ÖVP-Granden, spezialisierten Medizinern und IV-Kapazundern besuchen die Universitäten. Österreich hat endlich die Elite-Unis, von denen es immer geträumt hat.

Klingt als Zielvorgabe ein wenig zu unmenschlich, selbst für ultrakonservative Adelsverschwörungen. Und hat den Nachteil, dass die jetzt schon schwache OECD-Statistik Österreich bald als das Land mit den niedrigsten Akademikerquoten der zivilisierten Welt ausweisen könnte.

Nicht so traumhaft.

Möglichkeit b) Weniger Publizisten und Theaterwissenschaftler, dafür mehr Programmentwickler und Mechatroniker. Weniger Hauptuni-Kuddelmuddel und herabfallender Putz, dafür mehr klare, effiziente FH-Lehrpläne in hochmodernen, WK-gesponserten Spezialistenlehrgängen.

Investieren in Zukunftsbranchen, die nicht nur die Wirtschaft braucht, sondern die sogar tatsächlich in der Lage sind, aus dem Erlernten Geld und BIP zu machen.

Lügen unnötig

Das ist ziemlich genau das, was Herr Hahn auch in der Öffentlichkeit behauptet. Sollte er etwa die Wahrheit sagen?

Weniger Diskussionen und Demos, dafür mehr Anerkennung in Washington, Brüssel und Davos. Weniger intellektuelles Geschwafel, dafür mehr Steuerleistung. Weniger Augartenbesetzungen, dafür mehr junge, gekämmte Krawattenträger in sauberen Bürotürmen. Weniger Studentenpartys, dafür mehr Kirchenbesuche. Weniger Interesse, dafür mehr Nutzen. Weniger Liebe, dafür mehr Investition. Weniger Leidenschaft, dafür mehr Ökonomie.

In der Folge lohnt sich das auch für die Partei: Mehr Top-Leute mit mehr Geld und weniger krausen Ideen, das bedeutet gleichzeitig mehr ÖVP-Wähler. Irgendwann geht sich dann vielleicht sogar die schwarze Absolute aus.

Studienkredite

16/10/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

„Nicht uncharmant“ findet Wissenschaftsminister Hahn das australische Modell, bei dem, wer studieren will, erst einmal einen Kredit aufnimmt und auf Schulden die Uni bezahlt. Später, so die Idee, wird er ja ein Großverdiener, und dann ist es ihm ein Leichtes, das vorgestreckte Geld zurückzuzahlen.

Wer nicht studiert hat oder es nicht vorhat, findet die Idee anscheinend gut – zumindest wenn man die Postings, die von einigen Lesern unten an den Artikel angefügt wurden, als eine echte Strömung annimmt.

In der Praxis bedeutet das aber: Die künftigen Generationen, die bereits jene Schulden abbezahlen müssen, mit denen der Staat jetzt unsere Banken oder Autohersteller gerettet hat und die Schulden, die der Staat zuvor schon aufgehäuft hat, müssen sich in Zukunft auch noch persönlich dazu verschulden, nicht nur für die Schaffung eines Eigenheims, sondern auch für die Ausbildung, die ihre persönliche Zukunft sichern soll.

Wie viel sie dann verdienen werden ist ein anderes Paar Schuhe: Da Geisteswissenschaftler prinzipiell eher wenig verdienen, zwingt ein Schuldensystem alle Studenten in die Medizin und ins Juridicum: Studieren nicht mehr zum Erwerb von Kenntnissen, sondern nur zum Erwerb von Geld. Eine Generation von Getriebenen, die ihr Leben als Schuldner beginnen, als Ausgelieferte.

Eine traurige Kultur, die so geschaffen wird.

Die Rache: Nach der Einführung von kreditfinanzierten Studien ist sicher auch die legale Sterbehilfe nicht weit. Und die trifft dann in einigen Jahren die Generation der jetzt fröhlich lächelnden Politiker.

Kreditblogger schrieb:

Also von dem australischen Modell halte ich wenig!
Samstag, 27. Februar 2010 13:48

Medizinmädchen

14/09/2008 § Hinterlasse einen Kommentar

„Koedukation“ oder nach Geschlechtern getrennter Unterricht – darüber wird seit Jahren gestritten, und es wird auch noch für Jahre gestritten werden. Die Presse bringt ein kurzes Update zum Stand der Diskussion. http://diepresse.com/home/b…

Wie man sieht, bewegt sich die Debatte weg vom Beharren auf komplett getrennte Schulen und denkt nur mehr eine Trennung in einzelnen Fächern und bei einzelnen Themengebieten an. Ein Glück! Denn eine komplette Trennung ist anachronistischer Unsinn, der nur Unverständnis und Unkenntnis gebiert.

Eine Trennung in einzelnen Bereichen, ja, na gut, warum nicht – vor allem bei der „Sexualerziehung“ klingt das schon sinnvoll. Es werden zwar ohnedies immer die gleichen Fragen gestellt, aber unter Mädchen oder unter Buben werden sie immerhin gestellt!

Medizin und Monoedukation

Eines möchte ich aber bezweifeln: Dass Mädchen bei den Eingangstests zum Medizinstudium besser abschneiden, wenn sie in eine Mädchenschule gehen. Der Test hat irgendwo Probleme, so viel ist klar. Ich muss gestehen, ich kenne ihn nicht, aber dass der Test Frauen benachteiligt, weil sie als Mädchen mit Buben gemeinsam die Schule besucht haben, das ist so glaubhaft wie ein Sieg der heimischen Nationalelf gegen Bayern München.

Lösen oder tricksen

Ich sehe für diesen Eingangstest zwei Möglichkeiten.
1) Man findet den inherenten Bias und gleicht ihn aus.
2) Man macht es wie die Amerikaner und legt Frauen einen anderen Test vor als Männern oder gibt Frauen für richtige Antworten mehr Punkte als Männern.
1 oder 2, so oder so, aber bitte rasch, denn diese Hilflosigkeit angesichts der verzerrten Testergebnisse sind nicht noch drei Jahre lang zu ertragen.

Wo bin ich?

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