Jahresausklang

23/12/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Das Jahr 2010 neigt sich dem Ende zu. Zeit, abzurechnen und zu sehen, wie es sich so darstellt in der Rückschau.

Klar ist, es endet entspannt. Bei all den Niederlagen, Enttäuschungen, bei aller Verbitterung und bei allem Streit, bei Sorgen, Nöten und Problemen, endet es mit einem Dur-Klang, das Jahr, eine Note höher. Die Lage hat sich gebessert. Ich bin nicht zum Halbgott aufgestiegen, aber der Weg nach vorne ist dafür frei: Da geht was.

Genau ein Jahr zurück war das Leben geprägt von elender Verdammnis, von blutigem Entsetzen, von bitteren Aussichten auf ewigen Abstieg, schlimmer noch, bar aller Aussichten. Beruflich, menschlich und seelisch drohte der letzte Vorhang zu fallen.

Gewiss, 2010 war nicht schön.
Da war Verrat, da war Kampf, da war Verlust, da waren Opfer, da war vieles, zu vieles, das schlecht war. Und an das hochtrabende Jahreshoroskop mit seinen optimistischen Aussichten hat es sich natürlich gar nicht gehalten.
Doch zwischen den Dornen knospen auch Blüten.

Der Vergleich macht sicher. 2010 war nicht 2009. Der eine oder andere kräftige Tritt ins Rückgrat war zwar böse gemeint, aber im Endeffekt nützlich. Die, die mir nachgetreten und gestochen haben, sitzen jetzt als Konsequenz selbst noch immer da, wo ich nicht mehr bin. Viel Spaß, Leute.

Daneben war das Jahr 2010 auch ein Jahr des Aufbruchs. Ich bin mobile gegangen. Ich habe eine Firma gegründet. Ich habe einen neuen Job. Ich habe eine erkleckliche Anzahl interessanter, wertvoller Menschen kennengelernt, die mein Leben bereichern.

Über 2011 ist schon jetzt zu sagen: Es ist noch weiter weg von 2009 als 2010. Das ist schon mal ein großer Pluspunkt. Und das Jahreshoroskop ignoriere ich in dem Zusammenhang ganz einfach.

Plätschern

16/06/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Regen ist wieder da. Nach dem ohnehin viel zu langen und viel zu nassen Regenmai mit seinen lokalen und regionalen Überschwemmungen ist das ein direkter Angriff auf die Grundfesten der Zivilisation.

Zugegeben: Es ist noch nicht so arg, was da vom Himmel herunterschnürlt. Und ebenfalls zugegeben: Die Lacken waren schon größer.
Aber wir wollen das trotzdem nicht als Trend sehen.

Widmen wir diesen Tag dennoch den Erfindern des Regenschirms, unbekannterweise, in den lang vergangenen Zeiten der Antike oder darüber hinaus. Auch wenn feucht sich kräuselndes Frauenhaar ein feiner Anblick ist: das kann man auch beim Schwimmen haben. Und die Stimmung wärmt nur die Sonne richtig.

Temperaturkurve

14/06/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Von einem Temperatursturz ist man versucht zu sprechen, wenn man ein Minus von 13 Grad erlebt. Die Bezeichnung ist aber übertrieben, wenn sich das Minus zwischen plus 35 und plus 22 Grad abspielt.

Nennen wir es eine Abwärtskurve. Die chwarzmaler wurden durch schwarze Wolken bestätigt, das Wochenende brachte kurze Regenschauer und starken Wind, in den inneren Stadtbezirken erzählt man sich von abgerissenen Bäumen und panischer Flucht tausender Menschen in die U-Bahnstationen.

Wollen wir es nicht übertreiben.

Hier draußen am Stadtrand ist auf den hiesigen paar Quadratkilometer gerade mal ein Dutzend Äste abgerissen worden, und panisch fliehen musste niemand.

Schade, dass die Sonnenperiode so rüde unterbrochen wurde. Vielleicht war es ja bestellt – von den ersten Raunzern, denen die 35 Grad schon wieder viel zu heiß waren, trotz der langen, kalten, nassen Wartezeit davor.

Genuss

09/06/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Regenmai und seine Ausläufer nach vorn und hinten haben uns Mitteleuropäer den Frühling gekostet. Jeder Sonnentag, dem grausamen Jahr abgetrotzt, ist ein kleiner Sieg.

Das „Jahr ohne Sommer“ in der Meteorologie sind in Wahrheit drei Jahre. 1816 und die Folgejahre blieben ungewöhnlich kalt in Amerika und großen Teilen Europas, die Ernten blieben mager, Menschen starben. Schuld war damals ein Vulkanausbruch beinah am anderen Ende der Welt, des Tambora in Indonesien, der im April 1815 gut ein Viertel seiner Höhe einbüßte. Der Gipfel des äquatornahen Berges explodierte, Asche verteilte sich über den ganzen Globus.

Das „Jahr ohne Frühling“ haben wir jetzt. Auf einen kalten März und einen kühlen und oft regnerischen April folgte ein völlig verregneter Mai, beinah aus allen Ecken Mittel- und Osteurpas werden Überflutunen gemeldet.

Die Woche vom 6. bis 13. Juni ist die erste länger als zwei Tage andauernde Sonnenperiode des Jahres. Menschen, Tiere und Pflanzen atmen auf. Die Wetterberichte mahnen aber schon jetzt, vorsichtig zu bleiben und mit einem plötzlichen, massiven Wetterumschwung zu rechnen.
Für die darauffolgende Woche sagen einige Meteorologen eine neue Abkühlung, mehr Regen voraus.

Muss nicht sein, sage ich. Wir haben genug.
Das Jahresniederschlagsmittel von 900 Millimeter pro Quadratmeter haben wir schon oder haben wir zumindest sehr bald hinter uns. Lassen wir noch eine Weile die Sonne, sie wärmt und so schön die Glieder und verlangt so wenig dafür.

Mehr davon! Bitte!
Wir wollen diese Zeit nach all dem Wasser jetzt erst mal ausführlich genießen.

Wetterabschwung

12/04/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

April, April, der macht was er will. So lautet ein Sinnspruch, den der Nachwuchs im Kindergarten oder spätestens in der Volksschule mit nach Hause bringt. Der heurige Launenmonat zeigt sich aber phantasielos.

Man könnte fast schon sagen: fantasielos. Denn das elegante ph hat dieser April nicht verdient. Statt eigene Ideen zu entwickeln oder auch nur die bisherigen Aprilvertreter zu kopieren macht er sich noch einen Schritt kleiner und imitiert einfach seine Vormonate.

Kälte und Regen, Kälte und Wolken, Kälte und Wind – das sind Spassettln, die ebenso des Februar oder der ersten Märzhälfte würdig gewesen wären, oder der ersten Dezemberhälfte.

Wo bleiben die Überraschungen? Hagel? Gewitter? Sturmböen? Oder aus dem Hinterhalt ein massiver Einfall sonnigen Wohlfühlwetters?
Fehlanzeige.

Ich höre das Wehklagen laufend, und bin langsam gegen meinen zähen Widerstand doch geneigt, zuzustimmen: Das Jahr 2010 hat mit einer Menge Vorschusslorbeeren angefangen, aber bisher in allen Bereichen zu enttäuschen verstanden.
Bald ist ein Drittel um. Wenn es noch etwas reißen will, muss es bald damit anfangen.

Wo bin ich?

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