Kinderspiel

17/11/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Spielefest. Der wichtigste Termin des Jahres, wenn es um Brettspiele, Gesellschaftsspiele, Kartenspiele, Trading Card Games, Rollenspiele, Computer- und Kinderspiele geht. Die 28. Ausgabe des Spielefests findet jetzt an diesem Wochenende wieder im Austria Center Vienna statt. Ich war da und habe mit Kindern zwischen vier und sechs einige interessante Spiele getestet.

Das Spielefest findet jährlich im November statt, pünktlich vor dem Weihnachtsshopping. So bietet es die ideale Gelegenheit, interessante Spiele selbst in Ruhe auszuprobieren, statt die Katze im Sack zu kaufen.

Die beiden unbestechlichen Tester kennen das Spielefest von vergangenen Besuchen und steuern zielsicher den großen Saal an. Die meisten der insgesamt 1.500 Spieltische auf 16.400 Quadratmetern befinden sich hier, und während ich ruhigere Ecken bevorzuge, verbinden die Kinder die dort entstehende Atmosphäre mit dem idealen Gemeinschaftsgefühl. Gut, dann eben.

Dragi Drache

Das erste Spiel auf dem Tisch ist „Dragi Drache“, ein liebevoll gestaltetes Setting, in dem ein kleiner flauschiger Ball (ein „Feuerball“), der auf dem Luftstrom eines Gebläses schwebt, zielgerichtet auf bestimmte Felder geblasen werden muss. Für große Kinder und Erwachsene ist die Einschätzung, wie stark und wohin man blasen sollte, sehr viel einfacher als für kleine. Es empfiehlt sich also, für die jüngeren Mitspieler eine Vorlage zu gewähren.
Im Spielverlauf spaßig und abwechslungsreich, alle am Tisch waren zufrieden. Das Spiel wandert auf den Weihnachtswunschzettel.

Clever: Das Gebläse schaltet sich nach einiger Zeit von selbst ab. Das spart Batterien.

Hexen Hoch Haus

Schlimme kleine Hexenkinder reiten unerlaubt mit dem Besen aus. Doch das ist nicht ganz einfach, denn manchmal weigert sich der Besen ganz einfach, ein Kind mitzunehmen!
Das Spiel erinnert vom Mechanismus her an die berühmte Geistertreppe, ihres Zeichens Spiel des Jahres 2004. Die Regeln sind allerdings noch einfacher und innerhalb von 20 Sekunden (!!) erlernbar. Das Spiel hat einen stark spürbaren Glücksfaktor und ist spannend bis zum Schluss; allerdings gibt es einen gewissen Streitfaktor: man darf sich entscheiden, seinen eigenen Spielstein, aber auch den eines Mitspielers umzudrehen. Damit kann man seinen Kollegen einen guten Wurf versauen, und es bedarf einer gewissen Reife (in etwa Schulreife), das nicht persönlich zu nehmen.
Möglicher Ausweg: man muss den eigenen Spielstein umdrehen.

Gefällt sehr gut.

Schnappt Hubi

Dieses Spiel um Mäuse und Hasen, die einen frechen Geist fangen wollen, steht stark in der Tradition von „Wer war’s?“. Dieses Spiel benötigt tatsächlich ein ruhiges Plätzchen, sonst versteht man die Anweisungen des sprechenden Kompasses schlecht. Die Kinder verstehen das Spiel schnell, für das Handling der Details (Wände aufstellen, Geheimtüren öffnen) sollte aber ein größeres Kind (ab 8 herum) oder ein Erwachsener dabei sein.

Charmant: Das Spiel ist absolut kooperativ und endet sehr versöhnlich.

Auch das wollen die Kinder gern unterm Weihnachtsbaum sehen.

Jolly Octopus

Quasi Mikado mit Batteriebetrieb. Die Kinder luchsen einem drehbaren Oktopus unbemerkt Krabben ab. Wenn einer seiner Arme eine Kinderhand ertastet, schlägt er Alarm (= lacht).
Der Oktopus arbeitet nicht ganz verlässlich, mal ignoriert er Kontakt mit Kinderhänden, dann wieder bleibt er unmotiviert einfach stehen. Das allein wäre nicht das Drama – schwieriger ist, dass das Spiel die Kinder einfach nicht begeistert. Ohne Bedauern schnell wieder in die Schachtel.

Kalle Krokofalle

Vögel und Affen wollen über eine instabile Brücke, um Bananen und Kokosnüsse zu holen. Unten im Fluss lauert ein Krokodil.
Das Spiel erinnert massiv – ganz massiv – an „Die Brücke am Rio D’Oro“. Allerdings in der Kinderversion, also mit süßerer Gestaltung und ohne Würfel.
Trotzdem: Das Original war besser, interessanter, abwechslungsreicher: Rio D’Oro sei noch einmal empfohlen. Der Spielverlauf bei Kalle Krokofalle dagegen ist für Erwachsene und für Kinder unbefriedigend.

Maus-getrixt

Lustig! Das fängt schon beim Aufbau an: ein Gemüsebeet von oben und von unten! Ein Spieler spielt die Mäuse, deren Aufgabe es ist, unauffällig die verschiedenfarbigen Salatwurzeln anzuknabbern. Die übrigen sind die Ziegen (= Bauern), die schnell die drei ebenso verschiedenfarbigen Mäuse finden und aus dem Verkehr ziehen möchten, um ihre Ernte zu retten!
Der Würfel entscheidet, wie oft geknabbert wird, ansonsten kann man das Spiel mit „Memory 3D + Story“ umschreiben – und das ohne Batterie und Elektronik.

Eine feine Sache, die allen sehr gefallen hat – und die die Kinder am liebsten gleich mit heimgenommen hätten.

Fazit:

Schnappt Hubi, Dragi Drache, Maus-getrixt: top.

Hexen Hoch Haus: gut.

Jolly Octopus und Kalle Krokofalle: flop.

Das Spielefest läuft noch bis Sonntag, 18. November, 19 Uhr.
Und dann natürlich wieder nächstes Jahr.

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