Rises

25/07/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Man soll ja nicht spoilern. Nicht zu viel verraten. Aber ein bisschen muss man sich einfach äußern zu einem so wuchtigen Werk wie „The Dark Knight Rises.“

Christopher Nolans dritter und letzter Batman-Film – nach „Batman Begins“ und „The Dark Knight“ nun „The Dark Knight Rises“ – wurde von der US-Kritik hochgejubelt. In der Premierennacht schoss ein Irrer in einem Premierenkino um sich und tötete 12, verletzte mehr als 50 Menschen. Die Kritik in Österreich strafte Batman mit Verrissen, sprach von angestaubt rechter Ideologie und billiger Anbiederung an linke Ideologie.

Zunächst: Ich bin Batman-Fan. Das heißt, ich habe eine Vorstellung davon, wie Batman ist, was Batman ausmacht. Und wenn jemand meint, mit ein paar Special Effects und einer Maske könnte er billige Action aus der Figur kitzeln, werde ich grawutisch.
Zum Glück ist Christopher Nolan anders.
Er hat sich mit der Figur auseinandergesetzt. Er ist Künstler, nicht Effekthascher. Darum ist sein Batman gut.

Für sich allein genommen ist „The Dark Knight Rises“ kein kompletter Film. Er ist Teil und Abschluss der insgesamt 7-stündigen Trilogie, und so gehören sie alle in einer Reihe zusammen, nur so entwickeln sie ihre ganze, geballte Macht.

Der düsteren, obsessiv-gerechten Urgewalt Batman wird im dritten Teil eine undurchsichtige, lässig-massive Urgewalt entgegengestellt; Bane. Beide sind Kämpfer. Batman rigide, hart, nicht von seinem Kurs abzubringen. Bane einschüchternd, charismatisch, nicht von seinem Kurs abzubringen. Batman: bereit, sich aufzuopfern für eine Bevölkerung, die ihm seltsam zwiegespalten gegenübersteht – das Establishment verachtet ihn, die Analen hassen ihn, die jungen Buben lieben ihn. Bane: bereit, andere für sich zu opfern, die ihm seltsam zwiegespalten gegenüberstehen – er spricht von Freiheit und bringt Gewalt, er verlangt tiefe Hingabe und spielt lockere Spielchen.

Aber es geht um mehr als diesen Gegensatz im dritten Batman-Film. Es geht darum, sich über das Mittelmaß zu erheben, anders zu sein, sich etwas zu trauen – es geht darum, dabei auf Widerstand zu stoßen; aber es geht auch darum, dass man da vorne ganz allein steht, dass man vielleicht fällt; dass aber trotz aller Widerstände auch Menschen da unten stehen, die wollen, dass man es schafft. Denn so viel Angst die Einzelnen vor einer übergroßen Figur haben, so sehr lieben sie auch die Idee, dass es einer der ihren ist, der zu großen Taten fähig ist, und dass in letzter Konsequenz jeder von uns hinter der Maske stecken könnte. Er muss nur im richtigen Moment die richtige Entscheidung treffen.

Fazit

Ein enormer Film.
Ein starker Abschluss.
Eine Empfehlung. Schaut euch Batman III an – und zwar gleich, nachdem ihr Batman I und Batman II noch einmal frisch in Erinnerung gerufen habt.

Catwoman

Catwoman kommt vor. Sie ist ein komplizierter Charakter, den man leicht verhauen kann. Ihre Beziehung zu Batman ist vielschichtig und hat schon einmal in den 50/60er-Jahren die amerikanischen Zensurbehörden auf den Plan gerufen. Ich werde schnell unfreundlich, wenn man sie nicht gut trifft. Christopher Nolan hat es geschafft, eine Catwoman zu portraitieren, mit der ich gut leben kann. Hut ab.

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