Investment

23/05/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Facebook an der Börse. Übersteigerte Erwartungen, Absturz, und jetzt die Suche nach Schuldigen. Die Vermuten einige Anleger wieder überall, nur nicht in den eigenen Schuhen. Und doch ist nichts so schwarz oder weiß, wie die Medien es malen, und wer selber denkt und für seine eigenen Entscheidungen gerade steht, steht wie so oft am sichersten da.

Es hat alles so schön angefangen für die Facebook-Investoren:

Acht Jahre nach der Gründung ist Facebook endgültig ein Weltkonzern: Das soziale Netzwerk hat den größten Internet-Börsengang der Geschichte hingelegt. Mit einer Bewertung von 104 Milliarden Dollar ist Facebook an der Börse aus dem Stand teurer als die drei deutschen Vorzeigekonzerne BMW, Deutsche Bank und Adidas zusammen. Facebook konnte seine Aktien zum anvisierten Höchstpreis von 38 Dollar losschlagen. Insgesamt nahmen das Unternehmen und seine Alteigentümer damit 16 Milliarden Dollar ein.

(Welt Online)

Rekord-Börsengang eines Rekordunternehmens: Facebook hat den drittgrößten Start in den Wertpapierhandel aller Zeiten in den USA hingelegt. Die Aktien des führenden sozialen Online-Netzwerks gingen für 38 Dollar pro Stück an die Investoren.

(Stern.de)

Und Zeit Online veröffentlichte eine mehr oder weniger seriöse Liste der größten „Abräumer“.

Doch nicht alles war Song and Dance, und einige wussten davon, andere nicht.

Facebook decided to tell analysts to cut estimates due to feedback during the investor roadshow which revealed users were opting for mobile devices which generate less advertising revenue and after consulting with its adviser Morgan Stanley
„Facebook backed off and said, ‚Hey get your models down.'“ said a person at one of the underwriters with knowledge of the situation.
Facebook’s advisory came around May 9, the day it published an amended prospectus that included a cautionary note about lower advertising revenue.
It isn’t known which analysts from the 33 IPO underwriters were contacted by Facebook with the revised guidance. It also isn’t clear exactly who from Facebook gave the guidance.
As previously reported by Reuters, the analysts for lead underwriter Morgan Stanley and at least three other underwriters in the following days reduced their forecasts for Facebook’s second-quarter and full year revenue, and communicated this to at least some of their institutional clients.

(REUTERS)

Einige schlaue Füchse konnten auch trotz des Medienhypes selbst denken.

Der Startup-Investor Christian Leybold ist sicher, dass sich ein Investment in Facebook langfristig auszahlt. Trotzdem würde er am ersten Tag noch keine Aktien kaufen.
Und nach der Erstnotiz?
Leybold: … kann ich mir vorstellen, dass der Kurs nochmal runter geht, wenn die Erwartungen nicht eingehalten werden, die die Investoren an das Unternehmen und seine Gewinnentwicklung haben. Da muss Facebookerstmal hineinwachsen.

(FOCUS Online)

Und jetzt:

Am Freitag ist Facebook an die Börse gegangen. Nach dem enttäuschenden Debüt auf dem amerikanischen Parkett geht es nicht viel besser weiter. An der Nasdaq stürzt der Kurs der Facebook-Aktie um knapp 12 Prozent ab.

(FAZ)

Die technischen Probleme beim Börsengang von Facebook haben für die Nasdaq ein juristisches Nachspiel: Ein Investor aus dem US-Bundesstaat Maryland verklagte am Dienstag den Börsenbetreiber wegen Nachlässigkeit. Phillip Goldberg beantragte in seiner Klageschrift vor dem Bundesbezirksgericht in Manhattan den Status einer Sammelklage im Namen aller Investoren, die wegen der technischen Schwierigkeiten am 18. Mai Geld verloren hatten. Die Nasdaq räumte noch am Dienstag ein, bei dem IPO Fehler gemacht zu haben.
Investoren und Broker waren am Freitag beim Börsengang des weltgrößten sozialen Online-Netzwerks Facebook stundenlang im Unklaren über den Stand ihrer Kauf- und Verkaufsaufträge geblieben. Die US-Börsenaufsicht leitete bereits eine Untersuchung der Vorgänge ein.

(Financial Times Deutschland)

Der zweite Handelstag ist nicht gut verlaufen für die Facebook-Investoren. Der Kurs fiel nach Handelsbeginn am Montag zeitweise auf 33 Dollar und damit fünf Dollar unter den Ausgabekurs vom Donnerstagabend. Im Laufe des Mittags erholte sich der Kurs leicht und lag den Nachmittag über bis Handelsschluss um die 34 Dollar. Nach dem pannenreichen Start und einem Schlusskurs am Freitag von gerade einmal 23 Cent über dem Ausgabepreis von 38 Dollar blieb der erwartete Raketenstart somit auch am Montag aus.

(Hamburger Abendblatt)

Schuld?

Wer ist nun schuld?
An der Börse gibt es keine Garantien. Wer spekuliert, geht ein Risiko ein. Den Kurs machen die Marktteilnehmer.
Gewiss, wenn es zu technischen Problemen kommt, kann man das ausnutzen, um sich einzureden, man hätte alles anders, besser gemacht, wenn nur die nicht…

Wer ehrlich ist, muss sich aber eingestehen: „Shit happens.“
Und schuld ist der, der einem am Morgen aus dem Spiegel entgegenglotzt.

Don’t jump just yet

Für den klassischen Sprung aus dem Wolkenkratzer ist es jedenfalls zu früh. Es kann noch immer viel passieren, und Facebook wird morgen nicht zumachen.
Wer mir nicht glaubt, mag das der FAZ glauben. Oder auch nicht. Denn jeder spielt auf eigenes Risiko.

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