Polsterschlaaacht

07/04/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Über 150 Städte polstern… in Wien natürlich auch! So steht es auf der Eventseite des Wiener Termins anlässlich des Welttages der Polsterschlacht am 7. April.

Zur Theorie:

Wie läuft so eine Polsterschlacht ab?
Ein Haufen Polsterfreunde trifft sich an einem öffentlichen Ort. Mit Polster. Man stellt sich in zwei Clans gegenüber auf. Aufs Signal hin rennen alle brüllend und Polster schwingend aufeinander zu und lassen krachen. Schluss ist, wenn alle ausgepowert sind und der Schwung raus ist. Wenn’s die Polster zerlegt, heißt es nachher aufräumen.

Wichtige Tipps:
Bitte nur einen Polster, am besten mit Federn und keinen scharfen, spitzen und harten Teilen (Zips innen) mitnehmen!
Super wäre es wenn möglich Mistsackerl mitgenommen werden, zum immer sehr netten und lustigen anschließenden gemeindschaftlichen Aufräumend! Sowie gute vibrations hinterlassend und keinen Müll und Federn im Kaffee, ist Teil des gemeinsamen Spaß und der globalen Aktion, Idee und Botschaft!

Denn: „Die ideale Polsterschlacht ist die, von der man zwei Stunden später keine Spuren mehr sieht.“ Ein hohes, eigentlich unerreichbares Ideal, wie auch die Menschen hinter dem PillowfightDay wissen. Aber eines, dem sich anzunähern man stets versuchen soll.

Zur Praxis:

Treffpunkt war um 14.30 am Maria-Theresien-Platz (zwischen Natur- und Kunsthistorischem Museum). Es regnete leicht. Um 14.30 Uhr waren auch nur drei kleine Grüppchen von Polsterträgern da und standen mehr oder weniger unschlüssig in der Gegend herum.

Jemand verantwortlich?
Geht es überhaupt bei Regen?
Hallo?
Und warum steht hier so demonstrativ ein Polizeiauto mitten am Platz und beobachtet, was sich entwickelt?
Schon suchte die erste Gruppe im Eingangsbereich des Naturhistorischen Museums Schutz vor den Elementen.

Doch wer glaubte, die Sache würde in die Hose gehen, irrte.
Da waren doch ein paar Leute, die wussten, wie es weitergeht. Einer verteilte Zettel mit der Route: Um 15 Uhr sollte man aufbrechen und hierhin gehen.

Zufällig stand auch auf der ganzen Strecke von hie nach da alle 100 Meter ein Polizeiauto herum, und auch am Ort des Geschehens konnte man sich ganz sicher fühlen, denn da standen auch zufällig Uniformierte in der Landschaft.

Dann ging alles ganz schnell. Die Clans stellten sich auf, eine stattliche Anzahl Polsterkrieger und Polsterkriegerinnen aus zahlreicher Herren Länder. Der eine oder die andere erspähte noch rasch einen Bekannten oder eine Bekannte und wechselte flugs die Seiten – aber mit den Seiten war das sowieso nur so eine pro forma Sache. Wegen der Action.
Man zählte, dann ging es los, auf sie mit Gebrüll und hoch erhobenen Kissen.

Der Rest war Chaos.

Wilder Kampf, alle gegen alle, denn schon nach Sekunden wusste keiner mehr, wer zu welchem „Team“ gehörte. Egal – feste druff!
Rundherum hatten sich ein paar Dutzend Fotografierende mit unterschiedlichster Ausrüstung eingefunden, und auch Touristen und Passanten hielten verblüfft inne und kamen schauen, als Gebrüll und Polsterschlacht ihre Aufmerksamkeit erregten. Sogar die Polizisten knipsten das eine oder andere private Erinnerungsbild.
„So ein Internet Event“, vermuteten manche schmunzelnd, und nicht ganz verkehrt.
Die Mutigeren traten auch näher und fragten nach.

Der wilde Kampf war lustig. Und lehrreich. Lustig, denn wie oft hat man als ausgewachsener, verantwortungsbewusster Mensch schon Gelegenheit, unter den Augen der Ordnungshüter im Zentrum der Staatsmacht auf wildfremde Menschen jeden Geschlechts, jedes Alters und jeder Nationalität einzuprügeln und sich selbst ein paar einzufangen? Und das ohne Konsequenzen? Lehrreich, denn er erlaubte ein paar harmlose, historisch interessante Einblicke in die taktische Herausforderung Clankrieg. Schlachtengetöse. Schlagen, ducken, abwehren, schlagen. Dem nächsten Ahnungslosen eine auf den Rücken geben. Selber unversehens eine draufbekommen, von hinten, von der Seite oder von vorn. Und ab und zu, schon leicht erschöpft, mal raus aus dem Schlachtgetümmel und abseits verschnaufen, zuschauen und schließlich mit frischer Kraft wieder brüllend hinein und weitergeprügelt.

Schließlich war’s offiziell aus. Die Krieger und Kämpferinnen warfen ihre Waffen a.k.a. Polster noch einmal jubelnd in die Luft, dann zerlief sich der Großteil der Beteiligten.
Mistsäcke, Kehrbleche und Besen durften ungenutzt wieder nach Hause, denn die Polster hatten weitgehend standgehalten. Die dreißig, vierzig ausgekommenen Daunenfedern konnte man getrost dem Wind überlassen.

Schön.

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