EarthHour

31/03/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Earth Hour. Eine Stunde Licht aus, um die Welt zu retten. Warum ich nicht mitmache; was ich stattdssen mache; und warum die Alternative dem Motto der bestehenden Earth Hour sogar nahe steht.

Obwohl unsexy.

Sydney

2007 hat es in Sydney, Australien, begonnen. Eine Stadt dreht für eine Stunde das Licht ab und setzt damit ein Zeichen für Umweltschutz und bewussten Umgang mit Energieressourcen. Die Oper und die Brücken verdunkelt – was für ein monumentaler Schritt, was für ein Zeichen.

Bewegung

2008 waren es 35 Länder, die offiziell mitgemacht haben. Es waren schon in diesem zweiten Jahr der Aktion Menschen rund um die ganze Welt, die ihre Lichter abgedreht und sich Gedanken über Klimaschutz und Energiebedarf gemacht haben. Und 2011 waren schon 135 Länder dabei. Eine richtige Bewegung, wie die Organisatoren nicht ohne (berechtigten) Stolz vermelden.

Nur: an dem Konzept gibt es einen Haken.

Licht ist für etwa drei Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich. Wenn die Leute alle für eine Stunde das Licht abdrehen und in den Fernseher schauen, um das Gemeinschaftsgefühl rund um die Erde zu erleben, wenn Paris, Rio und Toronto die öffentlichen Bauwerke verdunkeln, dann haben wir durch die Fernseher mehr Energie verbraucht, als wir durch das Licht eingespart haben.

Wenn die Menschen vor dem Brandenburger Tor in Berlin und vor der Oper in Sydney zusammenkommen, um die Earth Hour gemeinsam zu feiern, und Millionen von Kerzen entzünden, die sich in großen, staunenden Kinderaugen spiegeln (wie im Promotion Video der Earth Hour), dann haben wir zunächst einmal einen Haufen Kerzen angezündet, und die sind auch nicht ohne Energieverbrauch entstanden. Anscheinend ist wirkliche Dunkelheit schwer auszuhalten.

Licht wieder an

Wo die Earth Hour zum Problem wird: Wenn sie wirklich, wirklich erfolgreich wird, und wirklich, wirklich viele Leute mitmachen – und alle nach Ablauf der Stunde wieder den ganzen Haushalt in Betrieb nehmen. Wenn der Stromverbrauch also innerhalb weniger Minuten massiv ansteigt.
Dann erreichen wir Mehraufwand in den Kraftwerken, Stromausfälle und vielleicht sogar Schäden an der Infrastruktur der Energieversorgung. Kühlschränke, die nicht mehr kühlen, Fernsehgeräte, die kein Bild mehr anzeigen und Smartphones, deren Akku nicht mehr aufgeladen werden kann.

Dann ist aber natürlich nicht die Earth Hour verantwortlich, sondern das danach. Wir, mit anderen Worten.

Beyond the Hour

Seit 2011 ist denn auch bei der Earth Hour das Motto zu vernehmen: „Go beyond the Hour“. Was können wir denn mehr tun?

Dinge, die unsexy sind.

Weniger mit dem Auto fahren. Nicht in der Earth Hour – immer!
Weniger fernsehen. Nicht in der Earth Hour – immer!
Weniger Fleisch essen. Nicht in der Earth Hour – immer!
Weniger unnötige Lichter aufdrehen, weniger Standby-Geräte.
Die Earth Hour nutzen, um nicht nur das Licht abzudrehen, sondern dann auch gleich früher schlafen zu gehen und am Sonntag das erste Tageslicht auszunutzen.

Daraus kann man keine coole Aktion machen, die weltweit im Fernsehen übertragen wird, man bekommt keine Preise dafür, man wird nicht berühmt. Miranda Kerr lächelt nicht für einen und man kommt nicht zu Promotion-Videos mit berührender Musik und leuchtenden Kinderaugen.

Aber man rettet die Welt.

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