Peinlichkeiten

02/01/2012 § Hinterlasse einen Kommentar

So peinlich, wie das politische Jahr 2011 zu Ende gegangen ist – Stichwort Pelinka – so peinlich beginnt das darauffolgende – Stichwort Eurofighter.

Wie jeder weiß, hat Österreich die alten Saab Draken am Ende ihrer Lebensdauer durch Eurofighter von EADS ersetzt.
Den Luftraum verteidigen etc.
Angeblich braucht man das, um „Neutralität“ in der Verfassung stehen haben zu dürfen.
Wird behauptet.
Jedenfalls haben wir, die Republik, die Flieger angeschafft, so manches Geld ging dabei hierhin, so manches dahin, die Details sind in der Sache etwas unklar und werden es wohl auch bleiben.

Rotes Leiden

Für die SPÖ war das Thema Eurofighter seit jeher ein spezielles Waterloo.
Eine Waterloo-Serie!
Erst einmal wollten die Roten die Dinger gar nicht haben.
Dann mussten sie sich geschlagen geben und die Luftflotte wurde gekauft.
In der Folge erbte die SPÖ auch noch das Verteidigungsressort, und die unter FPÖVP-Federführung angeschafften Jets mussten von einem roten Minister feierlich in Empfang genommen werden. Alles, was er noch machen konnte, war die Stückzahl zu verringern und die Ausstattung auf ein lachhaftes Minimum zu reduzieren.

Seither wurde nicht nur besagter Minister (Darabos ist der Name) massiv demontiert. (Er ist nur noch ein Schatten seines ehedem selbstbewussten Selbst und Hassobjekt aller waffentragenden Menschen des Landes – und dabei auch noch selbst mit schuld an seinem Abstieg.)
Auch die Staatsfinanzen sehen nach wie vor übel aus. Es heißt also wieder einmal sparen.

Geld aus Mist

Nun hat die SPÖ in den laufenden Verhandlungen zum Thema Sparen einen Vorschlag eingebracht, der die tragische Serie des Abfangjäger-Trauerspiels um ein weiteres Kapitel verlängert: der Bundesgeschäftsführer der SPÖ, ein Herr Kräuter, möchte die Militärflieger verkaufen. Mit Verlust. Gebraucht.

Dass aus einer solchen Idee Gutes erwächst, darf ausgeschlossen werden.

Waffen und wir

Österreich hat als Waffenhändler keinen schlechten Ruf.
Jetzt nicht die Republik als solche, aber ihre Bürger.
Steyr, Mannlicher, Glock, Hirtenberger – klingende Namen in der Branche, und dabei nur die bekanntesten.

Wenn wir jetzt anfangen, Second-Hand-Flieger ohne ordentliche Bewaffnung zu verhökern, verlieren wir wahrscheinlich (netto nach Abzug von Schmiergeldern, Ersatzzahlungen und Gegengeschäften) direkt bares Geld, sowie nach jedem Respekt in der Welt nun auch noch unsere Kredibilität als Händler des Todes.

Lieber verschrotten.

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