Marekiaden

10/09/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Zitat:

Ich möchte heute meinen Rücktritt von all meinen Funktionen und Ämtern in der Wiener ÖVP bekanntgeben. Das betrifft meine Funktionen als Landesparteiobfrau, als Klubobfrau und das Mandat im Gemeinderat und Landtag. Ich werde das Mandat von Maria Rauch-Kallat übernehmen und in den Nationalrat wechseln.


Christine Marek ist nicht mehr. Zumindest nicht mehr Chefin der ÖVP Wien. Das nimmt nicht Wunder, schließlich handelt es sich bei dem Posten seit Ewigkeiten und praktisch offiziell um einen Schleudersitz.

Sie war nicht die richtige Besetzung für diesen Schleudersitz – das zeigt sich klar an ihrer dünnhäutigen Abrechnung mit einem Zustand, den in Österreich (oder zumindest in Wien) jedes Kind kennt und der sie dennoch anscheinend überrascht hat: dass Politiker politisch denken, und ÖVP-Politiker gleich dreimal so stark.

Zitat:

Ich musste aber zur Kenntnis nehmen, dass ich mit meinem Programm, die ÖVP Wien zu einer urban-liberalen, bürgerlichen Kraft zu machen und mit dem von mit initiierten ‚Agenda Wien+‘- Prozess, nicht die Partei in der dafür notwendigen Geschlossenheit hinter mir habe.

Insbesondere die regelmäßigen Angriffe auf mich aus den eigenen Reihen schwächen die Partei als Gesamtes. Für mich ist immer das Wohl der Partei im Vordergrund gestanden und deshalb nehme ich mich – zum Wohl der Partei – aus der Schusslinie und mache den Weg frei für einen Neuanfang.

Die Worte eines Menschen, dem es in der die Hitze nicht ertragen kann und deshalb aus der Küche raus muss. Ein Zitat, dass nicht zufällig aus dem Mund eines Politikers stammt.

So weit, so gut.

Allerdings hat die Geschichte kein Happy End.

Zumindest nicht für uns Normalbürger.

Christine Marek hat es auf Landesebene nicht geschafft. Sie war nicht bissig, nicht hart und nicht politisch geschickt genug, um in den Grabenkämpfen der ÖVP zu bestehen. Also wandert sie einfach in den Nationalrat.

Abstellgleis Bund

Anscheinend ist es dort gemütlicher. Anscheinend muss man sich dort nicht exponieren, man braucht nicht zu kämpfen. Man sitzt dort zufrieden in seinen Ausschüssen und betet die vorgegebene Position der Regierungsfraktion nach, dann ist alles in Ordnung, man hat keine Probleme und freut sich am Monatsende über seine 8.000 Euronen.

Halde Europa

Die wenigen gescheiterten Existenzen, die nicht einmal standfest genug für den ruhigen Versorgungsposten im Nationalrat sind, werden dann – wir kennen der Beispiele genug – wieder aus der „Schusslinie“ genommen und nach Brüssel geschickt. Dort dürfen sie dann für noch mehr gutes Geld im EU-Parlament sitzen und die Entscheidungen der Europäischen Fraktionen abnicken.

Wohin führt der Wiener Weg?

Wer folgt nach?

Gabriele Tamandl. Ein anderes Kaliber. Sie hat klargestellt, dass sie den Posten nur interimistisch übernimmt. Sie weiß ja, Schleudersitz etc.

Gabriele Tamandl laut Standard:

Tamandl schloss definitiv aus, später auch regulär für den Parteivorsitz zu kandidieren. „Ich habe nicht vor, das länger zu machen“, versicherte die neue Interimschefin der Wiener Stadt-Schwarzen. Sie wolle lediglich den von Marek begründeten Partei-Reformprozess – der in eine „Agenda Wien plus“ münden soll – abschließen. Das wird laut Tamandl bis Ende des Jahres geschehen.

Anschließend soll bei einem Parteitag der neue, eigentliche Marek-Nachfolger gekürt werden. Darüber spekulieren, wer als solcher infrage kommen könnte, wolle sie nicht.

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