Triumff

29/07/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Das Jahr ist 2010. Aber nicht unser 2010. Mit „Triumff“ präsentiert der Black-Library-Star Dan Abnett eine alternative Gegenwart zwischen Gentlemanehre, Magie und Mantel&Degen-Abenteuer.

Inhalt

Rupert Triumff ist der typische, klischeehafte Haudegen. Entdecker, Fechter, Ladies Man, Säufer, Raufbold, unzerstörbar, intelligent, frech, antiautoritär, rebellisch, unwiderstehlich, sexy.
Gleich auf den ersten Seiten steht er in einem ausgiebig verregneten London im Duell auf Leben und Tod mit Lord Gull, dem Kommandanten der Garde. Gull ist ganz anders als Triumff: Raubeinig, ehrlich, direkt, ernsthaft, loyal und ehrenhaft bis zur Selbstaufgabe. Der Gardist gewinnt, schenkt Triumff aber das Leben und bezahlt diesen Fehler mit seinem Ohr – beinahe auch mit dem Leben.

So ist im ersten Akt gleich das ganze Buch verdichtet. Triumff überlebt die wildesten Situationen und die monströsesten Gegner. Muss er auch, in dieser Welt, in diesem 2010, das wir so nicht kennen.
Leonardo daVinci war anders. Statt sich auf Realismus und Technik zu konzentrieren, hat er in dieser fiktiven Renaissance die Magie der Alten reanimiert.
Statt Logik regiert Druidenkunst. Das hat die katholische Kirche und unsere ganze europäische Kultur verändert. Bischöfe und Kardinäle bilden eine mächtige Magiergilde, in London regiert Elizabeth XXX über die „Unity“, den größten Teil der Alten Welt. Amerika blieb weitgehend unerobert, Australien bis 2009 unentdeckt und der technische Fortschritt auf dem Stand unseres 1750 stecken. Wozu auch forschen und entwickeln, wenn alles viel einfacher durch Magie zu haben ist?

In diesem Setting wird eine Verschwörung geboren, ein Attentat auf Elizabeth XXX geplant – und die so unterschiedlichen Duellisten Triumff und Gull finden sich unversehens auf derselben Seite.

Kritik

Das Buch ist nicht ganz so astrein geschrieben und nicht ganz so befriedigend komponiert wie das, was man von Dan Abnett gewohnt ist. Der Mann ist ein Meister der Action und versucht sich hier in einer Kreuzung aus Swashbuckling und Komödie. Das mit dem Swashbuckling trifft nicht so richtig den Nerv. Das mit der Komödie gelingt dank gewitzter Formulierungen und interessanter Sprachblumen besser. Auf jeden Fall ein äußerst inspirierendes Gedankenexperiment darüber, wie leicht unsere Welt ganz, aber auch ganz anders aussehen könnte als sie es tut. Es fehlt wirklich nicht so viel.
Nichts desto trotz freue ich mich wieder auf einen „klassischen“ Abnett.

Vivat Regina.

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