Googlebreak

25/06/2011 § Ein Kommentar

In den USA soll Google von einem Wettbewerbsverfahren der Behörden bedroht sein. Ich bin dagegen. Ich bin parteiisch.

Ich mag Google. Ich finde es gut, dass in dem Strauß der Google-Produkte so viele verschiedene Angebote stecken, dass sie alle gratis sind und dass sie alle praktisch und nützlich sind – Maps, Mail, Search, Bilder, Docs, Analytics, Android, und, und, und… auch wenn ich gar nicht alles verwenden kann und manches auch gar nicht verwenden will, auch wenn sie manchmal Blödsinn machen: Google ist da und ich mag es, und ich mag es auch, dass sie neue Dinge probieren, selbst wenn sie damit in die Irre laufen (Wave). Das macht auch einen Giganten wie Google sympathisch.

Nun: Es soll „zu mächtig“ sein.
Ich weiß nicht. Was ist „zu mächtig“?
Hindert Google uns daran, andere Suchmaschinen zu nutzen? Nein.
Hindert Google uns daran, andere Cloud-Dokumente zu nutzen? Wieder nein.
Vernichtet Google andere Webmail-Anbieter? Nein.

Natürlich ärgert es Bing (alias Microsoft), dass Google so stark auf dem Markt ist. Aber deshalb gleich zerschlagen? Bitte, bitte nicht.

Ganz abgesehen davon wurde Google nicht so mächtig, weil es Knebelverträge abgeschlossen hätte oder juristische Tricks angewendet hätte. Google wurde groß, weil es ganz einfach gut ist.

Zweierlei Maß

Freilich bin ich da ein wenig unfair. Als Microsoft das Ziel von Kartellverfahren war, hatte ich nichts dagegen. Ich behaupte zwar, dass die Ausgangslage eine andere war (Vorinstallierter IE, vorinstalliertes OS), dass das Quasimonopol zum Schaden der Kunden ausgenutzt wurde und dass Microsoft auch nicht so gut ist.

Aber vielleicht bin ich da auch voreingenommen. Im Angesicht eines Kartellverfahrens gegen Google beginne ich nun darüber nachzudenken, wann Kartellverfahren wirklich wichtig sind – und ob. Denn vielleicht war es auch damals in Sachen Microsoft für den Konsumenten zumutbar, sich über alternative Angebote zu informieren.

Zitieren wir Neil Gaiman:

if you don’t stand up for the stuff you don’t like, when they come for the stuff you do like, you’ve already lost

Mein Fehler.

Und Firefox hat es nicht wegen der EU-Richtlinien zum Top-Browser gebracht.

Advertisements

Tagged:, , , , , , , , ,

§ Eine Antwort auf Googlebreak

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Googlebreak auf misoskop.

Meta

%d Bloggern gefällt das: