Filmfestival

15/04/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

„Crossing Europe“ ist in Linz. Ein Arthouse- und Autorenfilmfestival, das es leicht mit Filmfestivals in größeren und lauteren Städten Europas aufnehmen kann.

Foto: Andreas Habicher

Dazu muss man anmerken, Linz ist eine Stadt, die sehr viel Wert auf ein angenehmes, stimmiges Erscheinungsbild legt. Man versucht, stilvoll und attraktiv zu sein, man pflegt die Häuser, erneuert Architektur und Design und geht ganz allgemein mit der Zeit. Und so pflegt man auch seine Veranstaltungen. Gutes Design, guter Stil, Qualitätsarbeit.

Live Twitter

Das Filmfestival Crossing Europe ist ein gut gelungenes Beispiel: Ein einprägsames Design zieht sich durch alle Teile des Filmfestivals. Der Hauptsponsor Silhouette ist in seiner Präsenz durchwegs spürbar, ohne jedoch unangenehm aufzufallen. Er ist einfach da, überall, unübersehbar, aber nichts weiter. Besser kann man sich als Sponsor einer Veranstaltung eigentlich nicht präsentieren. Sogar eine eigene, unabhängige Live-Twitterin hat Silhouette aus Belgien einfliegen lassen, die kräftig Film-vorgebildete Sara Vertongen, die während der gesamten Laufzeit von Crossing Europe statt als @saravals „@silhouette_swb“ aus Kinosälen und Sideshow-Events twittert.

Foto: Andreas Habicher

„Crossing Europe“ ist zwar nicht so bekannt wie die ebenfalls in Linz ansässige, aber weltweit beachtete „Ars Electronica“, aber das Festival ist so hochprofessionell geplant und umgesetzt, dass es sich leicht eines Platzes in der ersten Reihe der Filmfestivals, vergleichbar mit der Viennale, würdig erweist.
Der Viennale hat sie auch etwas voraus: Wie die Ars Electronica ist auch Crossing Europe ganz einfach Thema in Linz. Crossing Europe ist Stadtgespräch.

Rote Indianer und Blicke ins Dunkel

Zum Programm: 160 Filme in 12 Kategorien laufen in vier Hauptkinos – City, Moviemento, Kapu und OK Mediendeck – und in einigen alternativen Standorten wie Hosi und ÖH Kulturreferat, die mit dem Festival zusammenarbeiten.
Zu den Schwerpunkten zählen die Wettbewerbsfilme aus verschiedenen Ländern Europas, tiefgründige Panorama Fiction und Red Westerns, die sowjetische Sicht auf die Eroberung der amerikanischen Prärien durch den weißen Mann… die naturgemäß etwas von der klassischen John-Wayne-Perspektive abweicht.
Wer sich für die Details interessiert, findet sie alle auf der offiziellen Website von Crossing Europe.

Mangel

Die Probleme, die das Festival hat: Platzmangel – man erzählt von Klappsesseln und Polstern auf den Stiegen sowie von Filminteressierten, die auf ihren Platz im Saal verzichten mussten, damit an der Produktion Beteiligte sich noch dazuquetschen konnten – und Zeitmangel – so viele spannende Filmangebote, und so viele parallel, man fühlt sich glatt an die Uni erinnert, wo verschiedene Proseminare überlappend angeboten wurden und zu schwierigen Entscheidungen oder hektischem Wechsel mitten drin zwangen.

Ach? Sie kennen die Situation nicht? Sie haben auf der Uni nur Partys gefeiert?
Partys gibt es auch rund um Crossing Europe: Die Lokale rund um den OK-Platz und den Graben sind voller Menschen, die bei Bier und Musik über Filme, Filmtheorie und alles andere im Leben diskutieren. Ab 22 Uhr bietet die Nightline bunte Lichter und laute Musik, dem vernehmen nach inklusive Tanzfläche. Man sagt, die auflegenden oder komponierenden Künstler seien große Nummern und könnten etwas. Das muss ich ganz einfach glauben, denn von Musik habe ich nun mal keine Ahnung.

Engagement

Die ganz große Stärke, die das Festival hat: Eine kleine Armee engagierter Mitarbeiter, die mit viel persönlichem Einsatz all das möglich machen, und ein lokales Publikum, das diesen Einsatz, so erscheint es dem Besucher aus dem fernen Wien bei seiner schlaglichtartigen Stippvisite, dieser im Vorüberziehen eingefangenen Momentaufnahme, auch zu würdigen versteht.
Foto: Andreas Habicher

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