Nymphen

13/04/2011 § 2 Kommentare

Ein Alternate Reality Game, ein ARG, in Wien. Es war spannend und interessant, und ich finde den Mut, es durchzuführen, bewundernswert. Auch wenn ich vielleicht nicht gerade der Berufenste bin, um darüber zu reden.

Soweit ich das überblicken kann, waren meine Lösungsansätze für die zahlreichen Rätsel von #dasBuch2011 allesamt zum größten Teil falsch. Bei den großen Rätselaktionen war ich immer verhindert. Ich habe das Spiel aktiv, aber erfolglos erfolgsarm und praktisch nur von Ferne begleitet. Trotzdem: Es war schön.


Während ich diese Zeilen hier schreibe, findet im Museumsquartier das Finale der Rätselrallye statt. Vöslauer ist als Urheber bekannt geworden, die Konzeption der Kampagne kommt laut Impressum von Demner, Merlicek und Bergmann. Wer die konkrete Umsetzung gemacht hat, ist mir noch nicht ganz klar, ich hoffe aber, es noch zu erfahren. überrascht mich jetzt. Da hat ja jemand das Talent zum Spion, alle Achtung. (Nachtrag 14.04.)

Man muss es Vöslauer hoch anrechnen, dass sie diesen Weg der Promotion gewählt haben, um ihre aktuelle Schriftstellerinnen-Jungbleibe-Werbelinie in der realen Welt zu verankern. Sie haben einen steinigen und anstrengenden Weg gewählt, der viel Einsatz erforderte, nicht nur vonseiten der Spieler, sondern ebenso bei den Veranstaltern.

Wie viele Accounts wurden da nicht angelegt, wie viele Werbeeinschaltungen bezahlt (Werbeeinschaltungen, die durch ihren kryptischen Inhalt nur jene erreichen konnten, die sich die Zeit für das Spiel nahmen), wie viele Stunden der Betreuung flossen in die Kommunikation über Facebook, Twitter, Youtube – und durch Stalkingaktionen, bei denen Flaschenpost hinterlegt, Postkarten geschickt und Nymphenjäger-Treffen beobachtet wurden.

Das ARG als Promotion wird sicher nicht so schnell massentauglich: In meinem eigenen Umfeld konnte ich sehr gut sehen, dass nur eine kleine Minderheit von Menschen sich vorstellen kann, ihre Zeit damit zu verplempern, rätselhaften Hinweisen in der Stadt nachzujagen, Schlüssel aus Brunnen zu fischen und sich Gedanken über Prägungen, Murmeln und Briefmarken zu machen.

Egal:
Das Spiel ist durchgefochten, der Vöslauer-Film veröffentlicht, es gab Fashion Week Tickets und es gab neue Menschen kennen- und schätzen zu lernen. Seine Zeit mit diesem Spiel zu verplempern, zahlt sich also letztlich für den Einzelnen voll aus.

Und ganz zum Schluss konnte ich offenbar in absentia noch einen kleinen Erfolg verbuchen – ich habe ein vorab veröffentlichtes Wortspiel richtig interpretiert. Na, immerhin!

http://www.twitpic.com/4kestu

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