DMX

06/04/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Digital Marketing ExpoCon im Museumsquartier. Die Zusammenkunft der, wie eine Facebook-Nutzerin es nannte, „Dampfplauderer“. Plaudern, ob nun Dampf oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden, konnten sie auch wirklich ausgezeichnet. Dafür gibt es sogar einen Videobeweis.

Die DMX ist ein Mix aus Ausstellung und Konferenz, aus Standbetreuung und Vorträgen, und das vor einem Mix aus Fach- und Amateurpublikum. 1.400 Besucher sollen dagewesen sein, um sich Klarheit zu verschaffen über Facebook, Twitter, E-Mail-Marketing und Apps, Suchmaschinenoptimierung und die Frage, ob Content nun King oder doch Queen ist.

Vorausschicken muss ich: Ich war nicht drinnen. Ich habe nur draußen vor der Tür ein spätes Frühstück verzehrt und die Stimmung der im Freien Atem schöpfenden Besucher mitgenommen, und natürlich die Tweets und Twitpics mit einem halben Auge mitverfolgt.

Die Besucher kamen mit sehr unterschiedlichen Graden an Vorbildung, sodass, wie immer, die einen beeindruckt und die anderen gelangweilt waren von den Inhalten der kurz und knackig gestaffelten Vorträge. Dagegen kann man auch gar nichts machen: Es wird immer einen durchschnittlichen Wissensstand geben, den man möglichst knapp unterschreiten muss mit der gelegten Latte. Die Top-Profis können sich ja in direkten Gesprächen holen, was sie brauchen.

Dazu kommt, dass die Vorträge wirklich kurz und knackig waren – 20 Minuten waren pro Thema angesetzt, lange genug, um die wesentlichen Fakten darzustellen, aber nicht lange genug, um bei den Zuhörern ein dringendes Schlafbedürfnis auszulösen. Unterbrochen wurden die Beiträge durch kurze Pausen und Fingerfood-Runden, in denen persönlicher Austausch, Entspannung, frische Luft oder Zigarettendunst aufnahmebereit machten für die nächsten Runden.

Neidvoll anerkannt: Wenn die professionellen Redner eine Kamera ins Gesicht gehalten bekommen, sprechen sie auch mitten ins kühle Kameraauge noch gekonnt und glatt, so wie es sein soll. Das macht die Übung und wohl in den meisten Fällen auch das entsprechende Training.

Anstelle der „äh“s und „ah“s ungeübter Menschen treten bei den Medien- und Bühnen-Assen Floskeln und Worthülsen, die direkt zum Thema passen und einen Eindruck von Sicherheit und Kompetenz vermitteln. Das zu erreichen ist nicht leicht. Da steckt Arbeit dahinter, die Respekt verdient. Sprechtrainer FTW, sozusagen.

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Nachtrag:
Lustig: Bandion-Ortner in der ZiB2 tritt gleich den Beweis dafür an, dass Sprechtraining auch sehr stark daneben gehen kann. Auf Fragen nicht antworten, Phrasen immer wieder wiederholen, sondern dieselbe Frage leicht verdreht noch einmal stellen, genervt vertrösten, wie ein Roboter jede Antwort mit „Herr Wolf…“ beginnen – das Geld in dieses Sprechtraining war sehr schlecht investiert.
„Wir müssen das Vertrauen in die Justiz wieder stärken… wir müssen mehr kommunizieren… wir wollen mehr Offenheit schaffen…“ – Gleichzeitig die Fragen verweigern.
Das Ansehen der Justiz wird so sicher nicht gestärkt.

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