Ehrlichkeit

08/03/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

100 Jahre Frauentag. Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin. Bei den Buben ist es genauso.

Der 100. Weltfrauentag fällt in eine der regelmäßig wiederkehrenden Phasen, in denen von Frauenquoten die Rede ist. Diesmal geht es um die Aufsichtsratsposten börsennotierter Unternehmen. Dass dort mindestens 40% Frauen sitzen ist, wie man hört, deshalb wichtig, weil ein gewisser Austausch stattfindet: Aufsichtsräte werden Vorstände oder beeinflussen die Auswahl der Vorstände, und ehemalige Vorstände wandern in den Aufsichtsrat. Sprich: Mehr Frauen im Aufsichtsrat bedeuten bald auch mehr Frauen in Vorständen.

Ganz grundsätzlich liegt hier einer der unzähligen Hasen im Pfeffer. Der Aufsichtsrat hätte ja eigentlich auch noch eine Aufgabe, die neben der Fokussierung auf Gehälter, Gewänder, Autos, Chauffeure und Quoten gern ein wenig ins Hintertreffen gerät. Der Aufsichtsrat soll den Vorstand beaufsichtigen.

Als Gott den ersten Aufsichtsrat schuf, da war der Gedanke nicht, dass die dafür bestellten Personen möglichst viel Geld abgreifen, möglichst gut mit dem Vorstand klüngeln und dann eine möglichst dicke Frühpension bekommen sollen. Sie sollten dem Vorstand kritisch auf die Finger schauen.

Gut und Böse

Die „gläserne Decke“, die Frauen so gern durchstoßen wollen, ist ja im in Wirklichkeit keine gläserne Decke, die von Männern eingezogen wurde, um Frauen niederzuhalten. Es ist eine gläserne Decke, die von Korrupten eingezogen wurde, um alle, Buberl wie Mäderl, niederzuhalten, die nicht zu ihrem Zirkel gehören.

Ob es die Situation der Frauen verbessert, wenn eine Handvoll korrupter Schleimerinnen sich unter die korrupten Schleimer mischen?
Sie wird sich bestimmt nicht verschlechtern dadurch, also bitte, nur zu. Solange wir das Geld haben, kann man ja auch die Aufsichtsratsgremien um den benötigten Frauenanteil erweitern, dann muss keiner der bereits dort sitzenden Männer seinen weichen Ledersessel räumen.

Ehrlich und Unehrlich

Ich wünsche mir trotzdem eine andere Quote: Ein Quote von 25% Ehrlichen in allen Gremien unehrlicher Leute. Wobei ich mir dabei vorstelle, dass 25% die Sperrminorität sein soll.

Mit anderen Worten: Wenn die Unehrlichen ihre Mauscheleien beschließen wollen, müssen sie so ehrlich sein und kurz vor der Sitzung jemanden anheuern, der einen der Ehrlichen auf dem Weg zur Arbeit abpasst und zusammenschlägt, damit sie die nötige qualifizierte Mehrheit erhalten.

Auch solche Ehrlichkeit ist ein Stück Ehrlichkeit.

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