E-Day

05/03/2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Am 3. März 2011 lud die Wirtschaftskammer zum E-Day in die Wiedner Hauptstraße. Dabei lief das eine oder andere schief. Trotzdem: Das Ziel darf als erreicht abgehakt werden.


Die ganze Woche vor dem großen Tag schnurrten alle Räder der WKÖ auf den E-Day hin, das Wirtschaftsblatt brachte eine Sonderbeilage mit großen Vorbildern der Vernetzung von Web und Wirtschaft, das Gebäude wurde grün beflaggt, Partner geladen und Tausende, ja Abertausende von Anmeldungen entgegengenommen.

Was war nun das Ziel des E-Day?

Hochtrabend gesprochen: Die Wiener Ein-Personen-Unternehmen (EPU) sowie die Klein-und-Mittelbetriebe (KMU) abzuholen, wo auch immer sie stehen, und ihnen mehr Informationen rund ums Web zu bieten sowie ihnen Ansätze aufzuzeigen, wie sie im Internet aktiver werden können. Und das sowohl im Marketing als auch bei der Kundenbindung.

Klarer gesagt: Den Kleinunternehmen das Internet erklären.

E-Day: Der Tag, an dem die Wirtschaftskammer zur Drehscheibe des Onliner-Wissens werden sollte.

Was ist schiefgelaufen?

Zunächst: Das WLAN war dem Ansturm ganz einfach nicht gewachsen. Wer seinen eigenen Datenzugang über die handelsüblichen Telefonnetze mit sich führte, hatte Glück und blieb on. Wer sich auf das freie WiFi „airaccess“ verließ, war verlassen.

Die Folge war, dass allfällige iPhones und Blackberries das Limit ihrer Akkus recht rasch erreicht hatten. Der Ansturm auf die weitblickend eingerichtete Ladestation (Großes Plus dafür!) machte rasch klar, dass es keine Ladekabel gab. Wer nicht selbst welche mitgebracht hatte und niemanden fand, der ihm welche leihen konnte, saß auf dem Trockenen.

Ein tragischer Anblick waren dann ab Mittag auch jene Besucher, die erfolglos nach Abstellflächen für ihre Teller suchten, nachdem sie erfolgreich ihre Verpflegung ausgefasst hatten. Am Ende nutzten die Essenden jede nur denkbare ebene Fläche – nur so weit, sich auf dem Boden niederzulassen, ging dann doch niemand.

Letzter Punkt der Kritikliste: Die Vorträge. Mangels Internet zum Teil verstümmelt, boten sie ganz generell nicht viel Neues für halbwegs informierte Zuhörer. Sie handelten in letzter Konsequenz hauptsächlich davon, dass man irgendwo Services kaufen könne.

Google und Digitalks dürfen als löbliche Ausnahme genannt werden. Google bot seine berühmten, tatsächlich nützlichen Workshops an und fing das große Interesse an seinem Stand mit einem beinah ausreichenden Personalaufgebot ganz gut ab. Digitalks gab klare Auskunft und stand den ganzen Tag über für Detailfragen zur Verfügung.

Warum war der E-Day trotz aller Schwierigkeiten ein Erfolg?

Ganz wichtig: Die Veranstaltung war ausgezeichnet besucht. Es waren deutlich mehr Menschen da als von der WKÖ erwartet. Daher ja auch der WLAN-Ausfall und der Platzmangel beim Essen und auch beim Sitzen.

Man muss dabei zugeben, es allen recht zu machen, das ist ganz einfach nicht möglich. Da sind die Dauer-Onliner, die neue Kontakte knüpfen wollen, da sind die Fortgeschrittenen, die Feinschliff bei Details suchen, die Interessierten mit Basiswissen, aber ohne System – und die Spätzünder, die bisher geglaubt haben, Social Media sei für Kinder, und die nur durch den beträchtlichen Werbeaufwand der Wirtschaftskammer aus ihrem Schneckenhaus gelockt wurden.

Kontakte zu knüpfen war allerdings leicht. Von ORF über APA und Herold bis hin zur Stadt Wien, der WKÖ selbst, Kapsch und führenden Virenkiller-Anbietern war wirklich viel an Ansprechpersonen aufgeboten.
Wer das Angebot nicht annahm, kann nicht die Veranstalter dafür verantwortlich machen.

Ansprechpartner auf-, Kontakte an- und Chancen -bieten: Das war das Ziel, und das wurde erreicht. Auch ohne WLAN.

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