Entscheidungsschwäche

29/10/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Entscheidungsschwache Menschen bei der Entscheidungsfindung zuzusehen kann schwierig sein. Auf die Entscheidung entscheidungsschwacher Menschen angewiesen zu sein ist es definitiv.

Schauplatz: Kinokassa.

Ich persönlich halte recht wenig davon, im Kinosaal Popcorn, Nachos und ähnliche Pseudospeisen zu konsumieren. Ganz abgesehen von der Menge an Unrat, die dabei entsteht und die ab Werk oft sehr elegant und gemütlich anzusehenden Sitzreihen mit einem Meer kleiner, weißlich-gelber Krümel paniert. Aber wenn die Begleitung Popcorn will, dann muss die Begleitung Popcorn haben, so wollen es die gesellschaftlichen Regeln in unseren Breiten.

Sei es wie es sei, vor mir versammelte sich ein wirrer Haufen 12-jähriger Mädchen, von denen jede in etwa die Hälfte ihres Körpergewichts in Knabberzeug mit Käsesauce und großen Zuckersäften käuflich erwarb, um die Beute dann in den Kinosaal zu zerren. Beinahe jede. Eine blieb übrig, die letzte, die sich zunächst nicht recht entscheiden konnte, ob sie in der Schlange oder daneben stehen wollte oder ob sie gleich irgendwo in die Landschaft wandern sollte.

Schließlich raffte sie sich doch noch auf und schlurfte an die Kasse, um zögerlich eine Bestellung aufzugeben. Eilfertig begannen die Damen gegenüber mit der Zubereitung, ehe sie von der Kundin unterbrochen wurden. Sie hatte es sich anders überlegt und wollte lieber etwas ganz anderes bestellen. Kaum begannen die Damen mit der entsprechenden Beschaffung, hielt sie noch einmal zögerlich die Hand hoch und stellte ein verträumtes „… oder … “ in den Raum.

Die Spannung stieg, doch schließlich gab das Mädchen ihr Einverständnis zu erkennen, dass mit der Zubereitung fortzufahren sei. Wenig später beugte sie sich vor und erkundigte sich murmelnd, ob man nicht doch vielleicht den soeben herangeschafften Becher, gefüllt mit einem guten Liter eines koffeeinhaltigen, kohlensäuredurchsetzten Erfrischungsgetränk, aus der Bestellung herausnehmen könne. Die geduldigen Damen versicherten, man könne.

Dies hätte das Ende der Geschichte sein können, doch es gab noch zwei weitere Änderungswünsche an der Bestellung, während die Peer Group sich nach anfänglichem Hin und Her nun doch schon längst außer Sicht befand.

Gelungen – die Bestellung wurde abgeschlossen, sogar die Bezahlung klappte. Sechs Minuten für ein mittelgroßes Sackerl Popcorn und ein paar anderer Verbrauchsgüter, aber kein Getränk.

Das müssen wir noch etwas üben.

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