Backup

10/06/2010 § 2 Kommentare

Wer macht brav seine Sicherungskopien? Wenn man es versäumt, bereut man das womöglich irgendwann sehr bitter. Ein Schockeffekt.

Ich komme nach Hause, fahre den Computer hoch und logge mich ein. Das Profil öffnet sich. Doch etwas läuft schief.

Erster Warnhinweis: Das Hintergrundbild lädt nicht.
Zweiter Warnhinweis: Die Symbole am Desktop sind falsch angeordnet.
Es durchfährt den User siedenheiß: Wie viele sind das? Viel zu wenige! Wo ist der Rest? Datenverlust?

Vorhanden sind eine Reihe ganz alter, aber auch ein paar ganz neue Ordner, alle jungfräulich nach Erstelldatum von links oben nach rechts unten auf dem Desktop angeordnet. Im Hintergrund steht halb transparent das Standard-Hintergrundbild von damals, vom Anfang. Die Fotos, die Artikel, die pdfs fehlen.
Der User muss schlucken. Sein Blick macht einen kurzen, schmerzhaften Ausflug zum CD- und DVD-Stapel. Hier sollten die Backups sicher liegen. Kein Bild, kein Text in Gefahr.
Doch so ist es nicht. Das letzte Backup ist vier Monate alt. Inzwischen ist viel passiert.

Dann springt auch noch ein Benachrichtigungsfenster am Bildschirm auf. Ein altes, längst in Benutzung stehendes Programm bittet um Einrichtung und Registrierung. Das übliche Autostart-Programm bleibt geschlossen, wer weiß, vielleicht ist es gar nicht da.

Es gibt nur einen Ausweg, um die aufsteigende Panik niederzukämpfen: Den einen Rettungsring, den einen Fluchtgang, den einen Handgriff, zu dem jeder Laie problemlos fähig ist und den jeder Profi als erstes in den Raum stellt: Reboot.

Der Reboot verläuft problemlos. Alles da.
Hinweis verstanden.
Zeit für ein Backup.

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Genuss

09/06/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Regenmai und seine Ausläufer nach vorn und hinten haben uns Mitteleuropäer den Frühling gekostet. Jeder Sonnentag, dem grausamen Jahr abgetrotzt, ist ein kleiner Sieg.

Das „Jahr ohne Sommer“ in der Meteorologie sind in Wahrheit drei Jahre. 1816 und die Folgejahre blieben ungewöhnlich kalt in Amerika und großen Teilen Europas, die Ernten blieben mager, Menschen starben. Schuld war damals ein Vulkanausbruch beinah am anderen Ende der Welt, des Tambora in Indonesien, der im April 1815 gut ein Viertel seiner Höhe einbüßte. Der Gipfel des äquatornahen Berges explodierte, Asche verteilte sich über den ganzen Globus.

Das „Jahr ohne Frühling“ haben wir jetzt. Auf einen kalten März und einen kühlen und oft regnerischen April folgte ein völlig verregneter Mai, beinah aus allen Ecken Mittel- und Osteurpas werden Überflutunen gemeldet.

Die Woche vom 6. bis 13. Juni ist die erste länger als zwei Tage andauernde Sonnenperiode des Jahres. Menschen, Tiere und Pflanzen atmen auf. Die Wetterberichte mahnen aber schon jetzt, vorsichtig zu bleiben und mit einem plötzlichen, massiven Wetterumschwung zu rechnen.
Für die darauffolgende Woche sagen einige Meteorologen eine neue Abkühlung, mehr Regen voraus.

Muss nicht sein, sage ich. Wir haben genug.
Das Jahresniederschlagsmittel von 900 Millimeter pro Quadratmeter haben wir schon oder haben wir zumindest sehr bald hinter uns. Lassen wir noch eine Weile die Sonne, sie wärmt und so schön die Glieder und verlangt so wenig dafür.

Mehr davon! Bitte!
Wir wollen diese Zeit nach all dem Wasser jetzt erst mal ausführlich genießen.

Wo bin ich?

Du siehst dir momentan die Archive für Juni, 2010 auf misoskop an.