Ethikunrat

28/11/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Wer Ratschläge erteilt, sollte weiter denken als nur bis zum Mittagessen. Der „Deutsche Ethikrat“ tut das offensichtlich nicht. Anmerkung zur Empfehlung gegen die Babyklappen in Deutschland.

Der Deutsche Ethikrat, besetzt mit Persönlichkeiten aus Theologie, Medizin und anderen offiziell mit Gewicht ausgestatteten „Brain-Pools“, hat eine Empfehlung ausgesprochen, alle achtzig in Deutschland existierenden Babyklappen zu schließen und anonyme Geburten zu verbieten.

Der Gedanke dahinter: Kein Kind, schon stark mit der Frage „Wohin gehe ich?“ beschäftigt, soll mehr im Ungewissen über die Frage bleiben: „Woher komme ich?“

„Die Angebote anonymer Kindesabgabe sind allerdings ethisch und rechtlich sehr problematisch, insbesondere weil sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern verletzen. Die bisherigen Erfahrungen mit den Angeboten legen zudem nahe, dass es nicht wahrscheinlich ist, Frauen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie ihr Neugeborenes töten oder aussetzen, durch die Angebote überhaupt zu erreichen.“

http://www.ethikrat.org/der…

Der Ethikrat beruft sich in seiner Begründung auch auf Schätzungen, wonach seit Einführung der anonymen Geburt 1999 mehr als 500 Kinder zu Findelkindern mit dauerhaft anonymer Herkunft wurden.

Tötung

Mag sein, dass Frauen, die bereits vorhaben, ihr Kind zu töten oder abzutreiben, durch das Angebot einer Babyklappe nicht besonders angesprochen werden.
Trotzdem sollte man vielleicht den umgekehrten Gedankengang nicht aus dem Sinn verlieren: Was sollen jene mehr als 500 Frauen tun, die in einer so verzweifelten Lage sind, dass sie anonym gebären und das Kind weggeben, die aber nicht vorhaben, ihr Kind zu töten?

Verbietet man ihnen die Möglichkeit, dem Kind (eh schon mehr als unfeministisch) ein Leben in einem anderen Familienverband zu ermöglichen, ohne dass sie Repressalien zu fürchten haben, bleiben ihnen zwei Auswege:

1) Das Kind offen bekommen und die Konsequenzen tragen – welcher Art diese auch immer sein mögen. Und da gibt es eine ziemlich harte Bandbreite, bis hin zur Möglichkeit, Mordopfer zu werden.

2) Das Kind eben töten.

Ein genial ethischer Rat also: Bevor ein paar Leute nicht wissen, wer ihre Mutter ist, lassen wir lieber ein paar mehr Lebenslichter auspusten. Und das von einem Gremium mit Theologen und einem Bischof – wo doch die ersten Babyklappen im heute deutschsprachigen Raum von Klöstern geschaffen wurden. Aus gutem Grund.

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