Hahn

24/10/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Studentenproteste in Wien, Graz und andernorts werden ihn nicht schmerzen, das einzige, was ihn stoppen kann, ist ein Job in Brüssel. Aber was will der Hahn?

Die Vorschläge des ÖVP-Wissenschaftsministers sind im Einklang mit seiner Parteizugehörigkeit schwarz wie die Nacht:
Die Studiengebühren müssen wieder her,
stark frequentierte Studienrichtungen müssen ausgedünnt werden,
weniger ausländische Studenten
und zum Drüberstreuen noch eine kreditfinanzierte Studienzeit, also bereits beim Bakkalaureus-Abschluss tief verschuldete Absolventen.

Wobei, verschuldet sind natürlich nur jene Bakk-Absolventen, die tatsächlich Kredite aufnehmen mussten, um ihr Studium zu finanzieren, nicht jene, deren Eltern ihnen großzügig die Studienstraße mit Geld auslegen oder durch eisernes Arbeiten und Sparen schon einen schönen Ausbildungsfonds aufgebaut haben, mit heimischen Aktien und Anleihen, besser noch mit konservativen Rentenfonds, die direkt den Staat bei seinem wohlwollenden Wirken unterstützen.

Wohin können diese Ideen führen?

Möglichkeit a) Nur noch die Kinder ÖVP-Granden, spezialisierten Medizinern und IV-Kapazundern besuchen die Universitäten. Österreich hat endlich die Elite-Unis, von denen es immer geträumt hat.

Klingt als Zielvorgabe ein wenig zu unmenschlich, selbst für ultrakonservative Adelsverschwörungen. Und hat den Nachteil, dass die jetzt schon schwache OECD-Statistik Österreich bald als das Land mit den niedrigsten Akademikerquoten der zivilisierten Welt ausweisen könnte.

Nicht so traumhaft.

Möglichkeit b) Weniger Publizisten und Theaterwissenschaftler, dafür mehr Programmentwickler und Mechatroniker. Weniger Hauptuni-Kuddelmuddel und herabfallender Putz, dafür mehr klare, effiziente FH-Lehrpläne in hochmodernen, WK-gesponserten Spezialistenlehrgängen.

Investieren in Zukunftsbranchen, die nicht nur die Wirtschaft braucht, sondern die sogar tatsächlich in der Lage sind, aus dem Erlernten Geld und BIP zu machen.

Lügen unnötig

Das ist ziemlich genau das, was Herr Hahn auch in der Öffentlichkeit behauptet. Sollte er etwa die Wahrheit sagen?

Weniger Diskussionen und Demos, dafür mehr Anerkennung in Washington, Brüssel und Davos. Weniger intellektuelles Geschwafel, dafür mehr Steuerleistung. Weniger Augartenbesetzungen, dafür mehr junge, gekämmte Krawattenträger in sauberen Bürotürmen. Weniger Studentenpartys, dafür mehr Kirchenbesuche. Weniger Interesse, dafür mehr Nutzen. Weniger Liebe, dafür mehr Investition. Weniger Leidenschaft, dafür mehr Ökonomie.

In der Folge lohnt sich das auch für die Partei: Mehr Top-Leute mit mehr Geld und weniger krausen Ideen, das bedeutet gleichzeitig mehr ÖVP-Wähler. Irgendwann geht sich dann vielleicht sogar die schwarze Absolute aus.

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