Wahlsorgen?

21/09/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Wird aus dem roten Wien ein blaues?Nach der Wahl in Vorarlberg sollten auch die Wiener Genossen aufmerken.

Mehr als 25 Prozent für die FPÖ in Vorarlberg, das ist kein Wink mit dem Zaunpfahl mehr, das ist ein Schlag ins Gesicht für die ohnehin magere Ländle-SPÖ. Und Grund genug, auch in den übrigen roten Zentralen die Feuerglocke zu schlagen.
Für Oberösterreich kommt die Botschaft zu spät und erwischt die Wahlkämpfer auf dem falschen Fuß. Was da versiebt ist kann man in der letzten Woche auch nicht mehr aufkehren.
Für Wien könnte sich eine – hoffentlich vernünftige – Reaktion noch ausgehen.

Der erste Beißreflex von Links ist natürlich die Nazikeule. Dann folgt beleidigtes Mauern. In Wien kommt dazu noch eine gewisse Trägheit durch die einfach eingefahrenen Lorbeeren der Vergangenheit – bis hin zur trügerisch-bequemen Absoluten.
Das „rote Wien“ wurde halt nicht so leicht schwarz, da wird es auch nicht so leicht blau werden. „Bei uns kann das nicht passieren.“

Wird auch stimmen – einen Bürgermeister Strache werden wir nicht abbekommen 2010.
Trotzdem: Es würde sich durchaus lohnen, den Erfolgen der Blauen wirklich echte Aufmerksamkeit zu schenken, einen Schritt über die einfachen Erklärungen hinauszugehen. Was da ein blaues Kreuzerl macht können nicht lauter Nazis sein, ein Bewusstsein, das sich langsam auch allgemein durchsetzt. Aber was bringt die Wähler dann dazu, in Scharen diesem Verein zuzulaufen? Der freche Schmäh des Jörg Haider fällt inzwischen als Erklärung aus.

Was zu dem Thema im „Heute“ steht, stimmt zwar nicht bis ins Detail, ist aber als Ansatz nicht dumm:
Chefredakteur Richard Schmitt verbreitet da: „Dass wir, wir Bürger,
1.) nur den wählen, der unsere wahren Probleme erkennt
2.) den, der unsere Sorgen thematisiert
3.) den, der unsere Sprache spricht, sowie
4.) den, den wir auch TV-mäßig ertragen und
5.) glaubwürdig finden.“

In diesen Punkten ist Häupl nicht übel unterwegs, Glaubwürdigkeit muss sich aber jeweils die ganze Partei erarbeiten. Und Glaubwürdigkeit heißt vor allem, nicht nachplappern sondern eigene Lösungen präsentieren.

Anpacken

Dazu gehört auch: Wahrheiten, selbst unangenehmen Wahrheiten, ins Gesicht sehen. Denn die FPÖ transportiert ihre Ideologie, indem sie sie mit begründeten Zweifeln und echten Bedürfnissen im Kombipack verschickt. Es gibt Mängel und Probleme, die vom Wegreden nicht kleiner werden. Es gibt Wahrheiten, die schmerzen. Hinschauen und konstruktiv anpacken heißt jetzt die Devise. Wenn das Wappen so bleiben soll.

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