Verschlussprotokolle

16/07/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Gut, dass jetzt die Ermittler im Fall Kampusch doch noch die Grundlagen des Falls, in dem sie die mögliche Existenz von Mittätern prüfen sollen, erfahren dürfen. Blöd, dass es so lange gedauert hat.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat lange Zeit die Vernehmungsprotokolle des Opfers unter Verschluss gehalten – sogar vor den ermittelnden Beamten. Aus Angst, dass diese sonst alle Details der Presse verraten könnten. Und mit Billigung oder womöglich sogar auf Wunsch – nichts Genaues weiß man nicht – des Opfers.

Nur zwei Ermittler dürfen die Protokolle nun lesen – nur kurz, nur ohne Stift und Notizblock, und nur unter Beobachtung. Und auch das nur durch relativ starken Druck gerade der Medien, als jener Branche, vor deren Interesse die Staatsanwaltschaft sich so sehr fürchtet.

Das öffnet natürlich gerade im „Land der Keller“ nicht nur Tür und Tor, sondern auch Schacht und Kohlenrutsche für hübsche Gedankenspielchen.
Wer soll denn da vor den eigenen Polizisten geschützt werden? Wer braucht noch ein bisschen Zeit, um allfällige, übersehene Spuren, Filme, Fotos oder inkriminierende Fahrzeuge und Wohnungen loszuwerden?

Die Antwort aller offiziellen und inoffiziellen Stellen: Niemand. Alles in Ordnung. Keine Sorge.
Na, was für ein Glück.

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