Schulschluss

04/07/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Schulschluss ist eine magische Zeit. Freiheit, Ruhe, für alle Beteiligten. Das ist nicht ideal, aber Realität. Ein Ausweg aus dieser Lage ist (noch) nicht gefunden.

„Angst macht dumm“, behauptet Daniel Pennac im Buch „Schulkummer“, und kritisiert so den üblichen Schulbetrieb. Den kritisieren viele, und durchaus schon seit vielen Jahrzehnten.

Geändert hat sich dennoch nicht viel. Die viel kritisierte „Gangschule“ bleibt trotz – oder wegen? – ihrer Ähnlichkeit mit Haftanstalten seit vierzig Jahren das einzig massentaugliche Modell. Der Lehrstoff wird immer mehr statt weniger, dazu kommen die geforderten Zusatzqualifikationen, die nun auch in der Zentralmatura (durchaus aus guten Gründen) integraler Bestandteil der Reifeprüfung werden, und weiterhin hecheln Lehrer, Schüler und Eltern gleichermaßen frustriert Juni für Juni dem Monatsende entgegen.

Für Schüler bedeutet es Ferien, freie Zeit, selbst für Sitzenbleiber bringt der Sommer eine dringend benötigte Atempause, so kurz sie auch sein mag vor dem Beginn der Intensivkurse und Sommercamps zur Vorbereitung auf den „Nachzipf“, für Eltern lässt endlich für kurze Zeit die zusätzliche Belastung der Sorge um den Schulerfolg ihrer Sprösslinge nach; die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz genügt ja auch. Nicht viel anders geht es dem Feindbild Lehrer – auch die atmen auf, wenn sie endlich keine Schularbeiten, Hausaufgaben oder Fachbereichsarbeiten korrigieren müssen, sondern abends wie die Menschen mit „normalen“ Berufen die Füße von sich strecken und entspannt die Augen schließen können.

Wie kann man die Schule zu einem Ort machen, an den die einen gern gehen, die anderen ihren Nachwuchs gern schicken?

Die Salchers und Pennacs dieser Welt regen an, darüber nachzudenken, eine vollständige Antwort vermögen auch sie nicht zu geben. Einzelne Schulen gehen alternative Wege und haben damit Erfolg, immer jedoch nur durch außergewöhnlichen, auch privaten, Sondereinsatz.
Man kann davon ausgehen, dass Einsparungen beim Lehrpersonal wenig dazu beitragen werden, die Schullandschaft zu einer lernfördernden Wohlfühllandschaft zu verändern.

Anders lernen – http://helene-lange-schule…. – ist unbestritten das Ziel aller. Wie es flächendeckend durchzusetzen ist bleibt bislang offen.
Man muss darüber weiter nachdenken. Vielleicht nach den Ferien.

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