Twi666er

19/04/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Twitter macht böse, glauben Forscher.

twitterboese

Überkommunikation: „Soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook, die auf einem ständigen Kommunikationsfluss basieren, können die moralischen Einstellungen ihrer Nutzer abstumpfen. Das behaupten Forscher der Universität von Süd-Kalifornien … Überforderung für das menschliche Gehirn … Besonders junge Menschen seien aufgrund eines überdurchschnittlich hohen Ausmaßes an Kommunikation gefährdet … auf Dauer Schaden … Vielzahl an sozialen Kontakten würden zu einer „Überkommunikation“ führen … „gegenüber menschlichem Leid gleichgültig“ werden könnten. Durch die Dauerkommunikation fänden sie kaum Zeit, Emotionen zu zeigen und die Gefühle anderer Menschen zu reflektieren.“ (pressetext deutschland)

Es ist einfach schrecklich: Wie man’s macht ist’s verkehrt. Igeln sich die jungen Leute zuhause ein und spielen Half Life und Far Cry im Single Player Modus, verlernen sie den sozialen Umgang und werden zu Psychopathen und Amokläufern.
Tauschen sie sich mit zu vielen Menschen aus – womöglich auch noch mit solchen aus anderen Kulturkreisen – macht die „Überkommunikation“ sie „gleichgültig gegenüber menschlichem Leid“.

Wie es aussieht, gibt es keine Rettung für die Jugend. Das wusste man ja schon im antiken Griechenland, als das Erlernen des Lesens und Schreibens als moralischer Verfall entlarvt wurde – durch das fehlende auswendig Lernen würden die Jungen verdummen, vermutete man.

Gleiches geschah, als erste Romane geschrieben wurde – wie sollten denn die armen Jungen nun zwischen Fiktion und Realität unterscheiden, wenn es neben der guten Bibel und den Anordnungen des Fürsten auf einmal auch Phantasiegeschichten gab!

Und das Fernsehen erst! Bilderflut, Überreizung der Sehnerven, das Ende der Kommunikation.

Nun also die Überkommunikation.

Böse Webjournalisten

Wortmeldung in einer Debatte über das Verhältnis Print vs. Web. Da spricht ein wichtiger Mann vom gedruckten Wall Street Journal über den Datenfeind: „,They are basically editorial echo chambers rather than centres of creation, and the cynicism they have about so-called traditional media is only matched by their opportunism in exploiting the quality of traditional media.'“ (handelsblatt6)
Meine Lieben, da findet ein Kampf statt, aber es ist kein Kampf zwischen Print und Web! So wie sich einst gern ganze Völker aufstacheln ließen, bis Besitzlose beider Seiten einander die Schädel einschlugen, so lassen sich jetzt die Print-Journalisten und die Online-Journalisten aufhussen, die einen werfen den anderen vor, sie seien schlecht und primitiv, jene trumpfen auf, sie und die ominösen „Bürgerjournalisten“ seien die Zukunft, die anderen Dinosaurier. Opfer sind sie alle – und die Medienkonsumenten. Denn noch immer ist das Internet, abgesehen von einigen Mainstream-Inseln, weitgehend eine L33T-Geschichte.

(Onlinewerbung wächst, doch dieses oft wiederholte Mantra täuscht darüber hinweg, dass Printwerbung immer noch herrscht: „Zeitungshäuser, die angesichts finanzieller Schwierigkeiten mit der vollständigen Verlagerung ihres Printprodukts in das Internet spekulieren, sollten sich diesen Schritt noch einmal ganz genau überlegen. Wie ein aktuell präsentierter Bericht … zeigt, … bei weitem nicht so viel versprechend … Demnach hat die finnische Finanz-Tageszeitung Taloussanomat http://www.taloussanomat.fi, die seit 28. Dezember 2007 aus Kostenreduktionsgründen nur mehr ausschließlich online erscheint, durch die Umstellung mindestens 75 Prozent ihrer Umsätze eingebüßt. (pressetext österreich)
Bekannt ist, dass für Werbeplätze Online ganz einfach weniger Zahlungsbereitschaft herrscht als für Werbeplätze im Druck. Die Gründe sind wohl in erster Linie emotionaler Natur – Werber trauen einer Einschaltung nicht, wenn man sie nicht angreifen, ausschneiden, einkleben kann…)

Facebook ist genauso böse

Twitter und Blogs sind aber nicht allein Wurzel des Übels. Facebook lässt nun nämlich auch noch die User über die Nutzungsbedingungen abstimmen. Wo gibt’s denn sowas?

„Ich halte diesen Schritt für absolut verwerflich. Damit geht Facebook ins Absurde“, meint Hans Zeger, Obmann der Arge Daten http://www.argedaten.at, im Gespräch mit pressetext. „Über seine Grundrechte kann man nicht abstimmen“, stellt Zeger klar. (pressetext österreich)

Warum eigentlich nicht? Etwa weil man das noch nie machen durfte? Weil es immer schon so war? Think again. The times, they are a-changing. (bob dylan)

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