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08/03/2009 § Hinterlasse einen Kommentar

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Ausgerechnet einen Tag nach dem Welttag der Frauen hat die blonde Sirene unter den Spielsachen runden Geburtstag. Die Barbie ist ein halbes Jahrhundert alt. Zum 50er an diesem Montag wird sich die Barbie einmal mehr Anfeindungen ausgesetzt sehen. Die nur mit drastischen Mitteln aus der Fassung zu bringende, ewig junge Dame wird sie so ertragen wie immer: ohne mit Wimper oder Mundwinkel zu zucken.

Faktum

Gegen die Barbie mag wettern, wer will, sie ist eine feste, nur an den Gelenken etwas zu verbiegende Größe in den Mädchenleben – und hat auch schon manch kleinen Buben verzaubert.

Hand hoch, welche Frau von heute nicht als junges Mädchen die ersten Träume von Beziehung, Heirat und Sex mit den Plastik-Schönheiten quasi im Trockentraining in allen möglichen Varianten durchgespielt hat. Hand hoch, welcher Mann von heute nicht als Bub einen faszinierten Blick auf die wallende Blondmähne und die kilometerlangen Beine der in Plastik eingeschweißten Verführerin an der Wand im Spielzeuggeschäft riskiert hat.

Feminismus

Kritik an ihrer „zu schmalen Taille“, an ihren „zu langen Beinen“, an ihrer „zu großen Oberweite“ oder ihren „zu schmalen Füßen“ ist ebenso unsinnig wie Kritik am Spielen oder am Internet/Fernsehen/Romane Lesen.
(Okay, vielleicht ist sie bei den wackeligen Stummelfüßchen nicht ganz unberechtigt, aus rein praktischen Gründen… aber darum geht’s ja nicht) – die Kritik richtet sich gegen das „Image“ der Barbie. Denn trotz aller beruflichen Höhenflüge als Ärztin, Spitzenpolitikerin oder Uni-Professorin bleibt das Bild der Barbie in den Köpfen der Menschen beiderlei Geschlechts das einer ewig mit perlengleich strahlenden, perfekten Zähnen lächelnden Beach-Beauty.

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Das verträgt sich wenig mit der Suche nach Gleichberechtigung, noch weniger mit dem Feminismus und ganz offenbar auch nicht mit dem „neuen Feminismus“.

Neuer Feminismus

Dabei schießt sich der „neue Feminismus“ mit seinen PR-Aktionen wie den eben erst in Wien über die Bühne gegangenen „Women’s World Awards“ selbst ins Knie. Man musste sinnvollerweise die Blaustrümpfe ernst nehmen, die Zugang zur Bildung und das Wahlrecht für Frauen forderten.

Man musste auch die Feministinnen ernst nehmen, die Quoten und eine neue Sprache forderten – denn vieles, was sie wollten, war fair und gerecht.

Es wurde schwierig, doch war kaum zu vermeiden, die Feministinnen auf dem Höhepunkt ihrer Macht ernst zu nehmen, als sie feministische Mathematik, feministische Physik und feministische Astronomie forderten. Die 1 bleibt die 1, und die Fliehkraft bleibt die Fliehkraft, Chromosomen helfen da nicht viel.

Es ist aber eine echte Herausforderung, die neuen Feministinnen ernst zu nehmen, die Preise für herausragende Leistungen an Bar Rafaeli und Monica Bellucci verleihen. „Style Awards“ und Model-Lächeln unter Millionärinnen werden die „Einkommensschere“ nicht schließen – sie dienen höchstens als Ablenkung.

Man wird sie vergessen. Doch die Barbie wird bleiben.

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