Märchenheft

07/10/2008 § Hinterlasse einen Kommentar

Als Märchenbuch kann man es ja nicht bezeichnen, aber zumindest als Märchenheft: Die Tageszeitung „Österreich“ stellt wieder brav unter Beweis, wie kreativ und phantasievoll sie ist.

Der erste Streich: „Terror-Alarm in Favoriten“ – „9-Jähriger kam mit Granate in die Schule“. Knallig auf der ersten Seite.
Die Wahrheit: Kein Terroralarm, sondern ein Anruf der Lehrerin bei der Polizei aus Angst vor einem möglicherweise gefährlichen Sprengmittel in der Hand eines Schülers. Die Granate entpuppte sich dann als weitgehend harmlose Übungsgranate.

Freilich: Die Zeitungen konkurrieren am Boulevard und müssen übertreiben, um aufzufallen – aber es gibt Grenzen. „Österreich“ überschreitet sie gern.

Ich erinnere mich noch an den Anruf in einer BAWAG-Filiale, bei dem ein Österreich-Schreiber mit dem bewaffneten – dass es sich nicht um eine echte Waffe handelte, wusste zu dem Zeitpunkt noch niemand – Geiselnehmer über seinen Namen diskutierte und ihn reizte.
Professionell.

Und dann auch noch ein brandheißes „Interview“ mit Eva Glawischnig – laut „Heute“ alte Texte, neu aufbereitet und in einen aktuellen Bezug gesetzt. Hier wurde ein Gespräch vorgeschützt, das nie stattgefunden hat.
Was in der Berichterstattung über Promis laufend vorkommt, dort auch nicht schön, aber zumindest harmlos ist, wird bei Politikern zum Schlag ins Gesicht.

Armes Österreich, ohne Anführungszeichen, mit solchen Zeitungen.

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