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26/07/2008 § Hinterlasse einen Kommentar

Grasser in der PresseAuch wenn es in seinem Gesamtzusammenhang kaum jemand mehr überblicken kann, das Thema „Meinl“ mit seinen unterschiedlichen Ausformungen am Finanzmarkt kennt jeder. Prominentestes Aushängeschild ist Karl-Heinz Grasser, der Ex-Finanzminister, Ex-Stronacher, Ex-Lieblings-Schwiegersohn der Nation.

Er ist für einen symbolischen Euro als Geschäftsführer bei MIP eingestiegen und hat bei einem Rausschmiss Anspruch auf 10 Millionen Euro Abfertigung, zusätzlich zu einem ausgesprochen stolzen Gehalt und Beteiligungen.

Was hat er, neben seinem funkelnden Euro, eingebracht?
Seinen Namen.

Was jetzt ein wenig lächerlich klingt, hat aber immerhin funktioniert: Da draußen gibt es genügend Trottel, die ihr sauer verdientes Geld in eine Firma mit dem Strohmann-Namen „Grasser“ stecken, um hunderte Millionen Euro verlieren und immer noch Kapital besitzen zu können.

Abgedruckt in der Zeitung: Offener Brief, Bitte um VertrauenFür offene Briefe, die um Vertrauen betteln, ist es freilich jetzt zu spät: Grasser ist immer noch da und hat schon verlauten lassen, er wolle bleiben – eine Frage der Ehre, er fühle sich „verantwortlich“ und wolle weiter „mithelfen“.
Außerdem: Wer um Vertrauen bettelt, bekommt keines. Nur wer frech grinst, wird geschätzt.

Dabei ist Grasser keineswegs die Krankheit, sondern nur eines von vielen Symptomen. Und das Leiden ist nicht auf Österreich beschränkt. Überall auf der Welt wird jemand beliebig zum Bonzen erklärt, und ab da gibt es kein Halten mehr, er bekommt und bekommt und bekommt, nicht nur ohne Gegenleistung, sondern sogar ohne dass eine Gegenleistung auch nur gewünscht wäre.

Geld fließt dahin, wo Geld ist. Je mehr, desto stärker.
Und es verschwindet von da, wo wenig ist. Und je weniger, desto schneller.

Grasser kann da nichts dafür.

Kommentare

Frapé schrieb:

Ich verstehe es als Gradmesser für den Geisteszustand der Gesellschaft. Zeig‘ mir Deine Götzen und ich sage Dir wer Du bist. Eine sich von Dichand und Fellner verführen lassende Gesellschaft hat nichts besseres verdient. Die immer fetter werdenden Blutegel und Maden am und im Fleisch dieses Landes, heißen Sie nun Grasser, Ötsch oder wie auch immmer – sind sie nicht eine gerechte Strafe?
Dienstag, 05. August 09:37

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