Kohle

13/07/2008 § Hinterlasse einen Kommentar

A BuckNicht nur Benzin und Lebensmittel: Alles wird teurer. Immer. Der heutige Dollar ist im Vergleich zum Dollar der 50er-Jahre einen Papierschnipsel wert. Das heutige Benzin kostet fünf Mal so viel wie die OPEC noch vor fünf Jahren maximal dafür verlangen wollte.

Wen wundert es also, wenn BAWAG-Bonzen und Sächsische Landesbank versuchen, jeder auf seine Weise, aus Luft und guten Worten Milliarden zu machen?
Wen wundert es, wenn mittlere Angestellte in Firmen versuchen, ihr Gehalt zu bunkern und so viele ihrer Ausgaben wir möglich der Firma anzuhängen?
Wen wundert es, wenn sie dagegen ankämpfen, dass die kleinen Angestellten auch nur ihre Bleistifte auf Firmenkosten beziehen, wo doch die Spieltheorie klar sagt, dass jeder Bleistift auf dem Schreibtisch eines Kleinen ein Bleistift ist, der auf dem eines Großen fehlt!

Mehr

Die Pflicht-Devise lautet: Mehr!
Mehr Wachstum, mehr Geld, mehr Luxus, mehr Macht.
Und das natürlich: Bei möglichst weniger Investitionen, weniger Kosten, weniger Verpflichtungen, weniger eigener Leistung.

Triple-A-Ratings und Einzweckgesellschaften wie die Dubliner Ormond Quay Gesellschaft existieren ja letztlich nur dafür: Aus vollmundigen Versprechungen einen Wert zu erschaffen, der in der Welt der physischen Fakten nicht in diesem Umfang existiert, und den so gewonnenen Wert dann durch noch mehr Versprechungen und Anlegerinteresse schließlich zu einem Phantasiepreis weiterzuverkaufen.

Wenn solche Blasen platzen, baden den harten Aufprall in der Realität Siemens-Mitarbeiter und gutgläubige Privat-Pensionssparer, deren Fonds sich in Luft auflösen, aus – die Leute, die leisten, was andere abschöpfen.

Betrugssystem

Doch auf Blasen fußt unser gesamtes Wirtschaftssystem, unser Lebensstil, unsere Zivilisation. Nur durch Pseudo-Werte können wir erklären, warum Schuhe, deren Herstellung zwei Cent und deren Transport sechs Cent kostet, bei uns für 70 Euro im Regal stehen.

Marketingkampagnen wollen bezahlt werden, Werbefeldzüge, Corporate Designs und die Gehälter plus Lohnnebenkosten aller damit und mit dem nackten Verkauf befassten Mitarbeiter.

Nur so kommt genug Geld in Umlauf, dass diese Marketingleute sich Schuhe um 70 Euro überhaupt leisten können, während die Schuhverkäufer ohnehin zu den 19,99ern greifen müssen, während die Kinder, die beide Paare zusammengeleimt haben, barfuß gehen.

Nur so können wir volle Supermarktregale voller Kuchen und „Maxi King“ durchwandern, während andere von der Ausschussware ihrer Felder leben müssen, von der Resternte, die nicht Ertrag genug bietet, um von den Exporteuren aufgekauft zu werden.

Wir leben in einem Lügengebäude.

Aber um Gottes Willen: Lügen wir mit, lügen wir weiter, denn wenn die Wahrheit uns einholt, dann ist es mit der Zivilisation, die wir kennen, mit dem Computer, vor dem wir sitzen, mit unseren Häusern und Autos und für Unzählige wohl auch bald mit dem nackten Leben vorbei.

Eine Rückkehr zu einer „ehrlichen“ Wirtschaft, zu selbst genähten Schuhen, selbst angebautem Korn und selbst geschmiedeten Schwertern, die kann so viele ganz einfach nicht ernähren.

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