Rugby

08/09/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

In Frankreich hat gestern das erste von 48 Spielen der sechsten Rugby-WM den grünen Rasen aufgerissen. Ein weltweit beliebter Kampf ums Eierlaberl, aber ohne die Ritterrüstung der American Football Cracks. Und quasi ohne die Österreicher.

Einer der Favoriten ist Neuseeland, Österreich hat – wie im Fußball – kein Leiberl. Um den Standard zu zitieren: „Und Österreich? Das Nationalteam kämpft zurzeit in der dritten Leistungsstufe der EM-Qualifikation um den Klassenerhalt.“

Der Ball ist rund – oder lang

Es ist also anscheinend nicht nur, wie gelegentlich vermutet, die runde Form des Leders, die uns Österreicher bei allem, wo ein Ball getreten wird, zu Totalversagern macht.

Oder liegt unser makabres Abschneiden auch beim Rugby, diesem laut Autor und Ex-Spieler Lloyd Jones so demokratischen Spiel, wie im Fußball an der miserablen Jugendarbeit und der geringen Bereitschaft, neben einzelnen Stars auch andere Teammitglieder glänzen zu lassen?

Wir Österreicher ignorieren ja nur allzu gern, dass wir auch in unserem so genannten „Nationalsport“ international nicht mehr als eine Lachnummer sind, wenn auch eine, deren Witz sich im Lauf der Jahre etwas abgenutzt hat. Wir sind eine Nation, die ihr fußballerisches Selbstvertrauen bis heute aus einer einzigen Begegnung zieht – einem Spiel, das am 21.6.1978 gespielt wurde – und ansonsten Niederlage um Niederlage mit verbissener Entschlossenheit verdrängt.

The Name of the Game: Football

Warum ist all das beim American Football so anders? Warum sind Wien und Graz Europahauptstädte, sobald Touchdowns und Field Goals zu erzielen sind, und letztklassige Kaffs, wenn Tore geschossen werden sollen? Warum kommt man beim American Football in Europa nicht an den Österreichern vorbei?

Die Antwort können mit letzter Sicherheit wohl nicht einmal die Vienna Vikings und die Graz Giants geben, geschweige denn die überheblichen Möchtegern-Stars unseres Fußball-Nationalteams.

Die Antwort erfahren wir vielleicht, wenn wir unserem Rugby-Team ein wenig mehr Aufmerksamkeit zollen, wenn wir seine Spiele übertragen und dem Sport eine Chance geben.

Denn vielleicht liegt’s ja doch am Ball.

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