Magie

23/07/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Harry-Potter-Saga ist zu Ende, viele Medien haben die hässliche Fratze der Ignoranz gezeigt, andere – die Krone – haben Würde bewahrt. Ich bin mit Potter VII fertig. Nein, ich schreibe hier keine Details. Nur meinen Gesamteindruck des Werkes.

Von einem literaturkritischen Standpunkt gibt es ein paar Dinge zu bekritteln – wichtige Szenen für die Charakterentwicklung werden zu kurz angerissen, es gibt ein paar „Zufälle“, die etwas weit hergeholt sind, gelegentlich wird ein Detail vergessen und bleibt offen.

Na gut. Wir wollen aber nicht zu streng sein.

Von einem plottechnischen Standpunkt aus ist es sehr gut – die Einzelstränge der Erzählung werden gut zusammengeführt, am Ende bleiben keine Fragen offen. Der Grundphilosophie ihrer Reihe bleibt J.K. Rowling auch im letzten Band treu.

Das heißt, zusammengefasst: Das Buch könnte natürlich noch besser sein, aber ich bin zufrieden und bleibe ein Bewunderer von J.K.

Verwunderung über Christine Nöstlinger

Die Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger hat nach eigenen Angaben nur einen Potter-Band, und den nur teilweise gelesen. Im alten Profil verkündete sie, dass sie Potter nicht so toll findet. Das ist natürlich ihre Sache, ihr Recht. Aber sie verkündet auch, dass Potter schwache Eskapismusliteratur ist. Und das ist Unsinn.

Natürlich: Ohne die Bücher zu lesen, kann man nicht wissen, ob sie eskapistisch sind oder nicht. Aber es ist unklug, große Urteile auszusprechen, ohne sich auszukennen. (Ja, ja, ja, ich weiß, dass ich das auch dauernd mache.)

Potter ist NICHT eskapistisch. Das Schulleben, die Teenagerzeit, die Politik, die Medien: das ist Realismus, gefärbt mit etwas Magie. Hier finden Dinge statt, die jeder von uns (oder viele von uns) in ihrem eigenen Leben erfahren.
Eskapismus, das ist Hercules; Xena; Danielle Steele; Dan Brown (obwohl der Durchschnittstyp von der Straße bei dem sogar ein bisschen was lernen kann).

Aber Christine Nöstlinger glaubt wahrscheinlich auch, dass die Simpsons für Kinder gedacht sind.

Naserümpfen über „Österreich“

Das Fellner-Pamphlet für funktionelle Analphabeten hat unter Beweis gestellt, was für niedriger Schund es ist. Die haben beinhart das ganze Buch auf möglichst wenig Raum zusammengekürzt veröffentlicht, damit die Proleten sich nicht durch 607 Seiten quälen müssen, die sie ohnehin nicht begreifen würden, aber laut herumbrüllen können, welche Opfer es gibt und wie der Spaß genau endet.

Verbeugung vor der Krone

Ich schließe mit einem in der heutigen, vom Skandal- und Konkurrenzdenken behrrschten Zeit bewundernswerten Zitat aus der Kronen Zeitung:

„Über Inhalt und Ende des Buches sei hier nichts verraten: Der echte Potter-Fan genießt – und schweigt…“

Kommentare

umananda schrieb:

waaas? Das „Österreich“ hat die Details veröffentlicht? das ist ja eine Katastrophe!! Frechheit. Und, dass hätt ich mir nie gedacht, dass ich mal die Krone lobe.
Freitag, 17. August 11:17

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