Doogie

19/07/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Irgendwann früher gab es einmal eine Serie um einen 16-jährigen Assistenzarzt namens Doogie Howser, ein Genie mit normalen Teenager-Problemen, aber Erwachsenenjob. „In echt“ gibt’s das vielleicht auch bald.

14 Lenze zählt Minu Tizabi, die jetzt Medizin studieren will – freilich nicht, um Patienten zu behandeln, sondern um „in die Forschung“ zu gehen und den dicken Reibach zu machen; wir haben schließlich das 21. Jahrhundert.

Gefördert, gefordert

Notendurchschnitt eine glatte Eins, das klingt nach Streberin. Aber viel blieb ihr wohl nicht übrig: Vater Djamshid hat nach dem frühen Tod seiner Frau die fordernde Förderung seiner Tochter ins Zentrum des Familienlebens gestellt.

„Djamshid Tizabi meint: „Intelligenz ist erlernbar. Einem Kind ist es gleich, ob es mit dem Buchstaben B oder mit Bauklötzen spielt.“ Mit eineinhalb Jahren schon habe Minu begonnen, Buchstaben zu lernen, die der Vater aus Pappe ausschnitt.“

„„Ich musste sie in Mathe oft bremsen“, erzählt Lehrerin Elke Engelmann. „Ich musste oft sagen: Halt, Minu! Du hast recht, aber die anderen müssen das gar nicht wissen.““

Das kindlich wirkende Mädchen wurde vom Sportunterricht befreit, aus Angst, dass sie von Mitschülern umgerannt werden könnte. Ihre Position wird das nicht gestärkt haben. Wenn ihre 18 Jahre alten Klassenkameraden über Führerscheinprüfung, Nachtleben oder den ersten festen Freund sprachen, war sie außen vor. Schulleiter Thomas Paeffgen sagt: „Minu war immer in einer Außenseiterrolle.“

Zukunft

Man wird sehen, wie Minu mit der Pubertät zurechtkommt. Und man kann nur hoffen, dass die Medien sie bald wieder vergessen. Starruhm verdirbt den Charakter. Zum Glück ist die medizinische Forschung ja jetzt nicht gerade das Gebiet, das für die spektakulärsten Schlagzeilen sorgt, um es vorsichtig auszudrücken.

Kommentare

Frapé schrieb:

Zum Wunderkind erzogen? Manche Eltern scheinen nicht wahrhaben zu wollen, dass ihr Kind vor allem eines braucht: eine schöne Kindheit!
Freitag, 20. Juli 11:51

Misoskop schrieb:

Zugeben muss man natürlich, manche Kinder haben wirklich einen extremen Wissensdurst und saugen jede Information wie ein Schwamm auf.
Manche leiden wie Hunde, wenn sie nichts lernen „dürfen“, weil die Eltern sagen „Still jetzt, ich will fernsehen“ oder „Weil das halt so ist“.
Montag, 23. Juli 15:08

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