„Ich!“

11/07/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Günter Wallraff – seines Zeichens „Ali“ und „Hans Esser“, ganz unten oder bei der Bild, will jetzt Muslimen die „Satanischen Verse“ von Salman Rushdie vorlesen.

Warum? Warum macht er das?
Und warum kündigt er es so groß an, lange bevor es so weit kommt?

Will er eine Mauer der Ignoranz durchbrechen und sicherstellen, dass die Befürworter der Fatwa den Inhalt des Buches kennen, wie er sagt?

Oder will er nicht vergessen werden?

Man hat ja wirklich schon sehr, sehr lange nichts mehr von ihm gehört. Das muss hart sein für jemanden, der einmal in aller Munde war.

„Ich! Ich! Ich!“ – so klingt das für mich, wenn einer mit viel Tamtam in einer deutschen Moschee provozieren will. So wie wenn jemand nackt über ein Football-Feld rennt oder wenn kleine Buben bei Sportler-Interviews im Stadion im Hintergrund hochspringen und verzweifelt winken.

Sicher: Es ist riskanter als letzteres, wenn man ersteres tut.
Aber: Eine Mauer der Ignoranz durchbricht man so nicht. Hingehen werden ohnehin nur die Interessierten, und die haben das Buch wahrscheinlich zuhause stehen.

Genauso „Ich! Ich!“-rufend wie die große Ankündigung mutet auch ein Nebensatz darin an: „Salman Rushdie war ja eine Zeit lang bei mir versteckt.“
Baden im Glanz der Weltberühmten. Hat er das wirklich so nötig?
Soll er lieber ein neues Buch schreiben.

PS: „Harun und das Meer der Geschichten“ von Salman Rushdie ist übrigens – meiner bescheidenen Meinung nach – interessanter als die „Verse“.

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