Frauenliteratur?

09/07/2007 § Hinterlasse einen Kommentar

Was soll das sein, die „Frauenliteratur“, über die Rosemarie Poiarkov da im Spectrum nachdenkt? Was die Hormone tippen…

Was bitte ist „Frauenliteratur“, fragt die Autorin. Keine Ahnung, antworte ich.

Die Presse, Spectrum, 2007

Foto: misoskop

Ich will ja nicht behaupten, ich verstünde nach der Lektüre, worauf die gute Rosemarie hinauswill. Das tue ich nämlich nicht. Was ist nun ihre Meinung zum Thema? Auch hier: Keine Ahnung.

Was ist Frauenliteratur?
Die Werke der im Artikel erwähnten Hera Lind können’s nicht sein – die sind keine Literatur, also auch keine Frauenliteratur.

Von Frauen Geschriebenes?
Über Frauen Geschriebenes?
Von Frauen Gelesenes?

Von Frauen Geschriebenes:
Frankenstein, von Mary Shelley. Das ist wohl nicht gemeint.
Was ich liebte, von Paul Austers Frau Siri Hustvedt. Von einer Frau als Ich-Erzählerin geschrieben, aber das Leben eines Mannes behandelnd. Das kann es nicht sein. Irmgard Keun schrieb unglaublich erheiternde Geschichten über die Zeit der Monarchie – aber es ist nicht einzusehen, warum die Frauenliteratur sein sollen… die sind für alle witzig.

Über Frauen Geschriebenes:
Charlotte Brontes Jane Eyre? (Jane Eyre übrigens ist das wahrscheinlich beste Buch, das vor unserer Zeit geschrieben wurde, meiner bescheidenen Meinung nach – das will ich mir nicht wegnehmen lassen.)
Ebenfalls über Frauen:
Vladimir Nabokovs Lolita?
Der Playboy?

Von Frauen Gelesenes:
Frauen lesen alles. Jules Verne, Emily Bronte (Wuthering Heights mag ich überhaupt nicht, andere schwören darauf – da sieht man’s mal wieder), Danielle Steele, J.K. Rowling.
All das lesen Männer genauso.

Aber vielleicht kommen wir der Sache jetzt näher:
Ist AUSSCHLIESSLICH von Frauen gelesene Literatur Frauenliteratur? ich denke da an diese Liebesromane mit den muskulösen Piraten und an sie geschmiegten Blondinen auf dem Cover: „Wilde Herzen“, „Wilde Wasser“, „Wildes Blut“, „Wilde Glut“, „Geliebter Schurke“, „Geliebter Schuft“, „Geliebter whatever“…

Das sind Bücher, bei denen man als Mann nach spätestens drei Seiten aufgibt.
Leider aufgibt! Denn was könnte man nicht alles lernen aus diesen Büchern. Was für geheime Phantasien der Frauen werden hier nicht offenbart, Geheimnisse, die einen zum größten Liebhaber aller Zeiten werden lassen könnten – wenn man es nur über sich brächte, sich da durchzuquälen.

Ist es also das?

Ist das „Frauenliteratur“?
(PS: Mehr von der Poiarkov.)

Kommentare

Caterina schrieb:

Was nun als Frauenliteratur bezeichnet werden kann…gekonnt wird nichts, einfach so. Wir sind ja nicht aller Weisheit Frauen, nicht. Es ist ein schlichtes Übereinkommen. Zum Glück. Und dieses Übereinkommen kann in mehreren Definitionen einzigartig sein. Das Absolute kann gar plötzlich? absolut mehrdeutig sein.
Also, immer dann, wenn Frau in Verbindung mit Literatur erscheint. Etwa: Sie schreitet einher mit einem Buch unter ihrem Arm. Wo sie das tut, wie das tut, wohin sie damit geht und was sie damit tut ist gleich.
Freitag, 26. Oktober 11:03

Marna schrieb:

So viele Begriffe stecken hinter Frauenliteratur. Frauen schrieben schon immer, entweder mit ihrem eigenem Namen oder einem Pseudonym. Wer kann ihre Welt erfassen?
Historische Erinnerungen, festhalten der Momente in ihrem Leben, Gefühlsduselei – Frauen, Bücher und Literatur sind eng miteinander verwoben.
Mittwoch, 26. Dezember 17:25

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