Ratzinger

10/09/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Papst Benedikt XVI. bereist Bayern: Heimat, einmal anders. Zahllose Gläubige pilgern hin. Mir fällt es schwer, den Papst als Papst zu sehen.

Bei Johannes Paul II. war das kein Problem. Der Mann war ganz einfach Papst, ich kannte ihn nicht anders. Der weiße Talar gehörte zu ihm, als habe er ihn immer schon getragen.

Aber Benedikt XVI. ist für mich immer noch Kardinal Ratzinger; Vorsitzender der Glaubenskongregation, Kettenhund der katholischen Konservativen.

Nun trägt er weiß. Ein Wolf im Schafspelz? Oder hat die Wahl einen anderen Menschen aus ihm gemacht?

Katholizismus

Ich bin Katholik, was auch die armen Wachturm-Verkäufer zu Kenntnis nehmen müssen: Missionierung zwecklos. Ich werfe der Kirche von heute auch nicht vor, was im Mittelalter und in der frühen Neuzeit passiert ist. Nicht einmal – oder schon gar nicht? – den 30-jährigen Krieg, der ja auch nicht auf dem Mist der Kirche gewachsen ist, sondern ein pures Produkt der Politik war, der Frage der Vormachtstellung in Deutschland: Habsburg oder die Fürsten? und der Vormachtstellung in Europa: Habsburg oder das Haus Bourbon. Wie auch immer: Die heutige Kirche ist die heutige Kirche, nicht die damalige.

Joseph Ratzinger ist ein Vertreter der heutigen Kirche. Mal abgesehen, dass ich für gar niemanden fähnchenschwingend am Straßenrand stehen würde – für ihn schon gar nicht. Wer weiß, vielleicht bin ich unfair. Aber: Der „Panzerkardinal“ ist meine Sache nicht.

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