Idiot?

06/09/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

„Ist Bush ein Idiot?“ fragt Amerika. Endlich, möchte man meinen.

Quelle: Wieder einmal der Kurier.

„Ist Bush ein Idiot?“ fragte der republikanische Ex- Kongressabgeordnete John Scarborough in seiner viel gesehenen Talkshow im TV-Sender NBC. Privat fragten auch Konservative und Republikaner, „ob die geistigen Schwächen von Bush nicht das Ansehen Amerikas zu Hause und im Ausland beschädigt“, meinte Scarborough. Und dann folgte ein Potpourri von „Bushismen“, den Bush-typischen Sprachpannen. Es scheine, so John Fund („Wall Street Journal“), dass „Bush täglich neu den Ringkampf mit der englischen Sprache aufnimmt – und nicht selten verliert“. Aber das Sprachdefizit sei nicht unbedingt Zeichen mangelnder Intelligenz. Auch Scarborough verneinte die selbst gestellte Frage nach dem „Idioten“ mit einem „Natürlich nicht“. Es mangle Bush allerdings an „intellektueller Neugier“.

Nun, es stimmt: Es zählt mehr zur Intelligenz als öde Sprachbeherrschung. Andernfalls wäre ich dank exzellenter Sprachbeherrschung (Bescheidenheit ist eine Zier, …) ein Genie, doch eine kurze Rundfrage im Freundeskreis zeigt rasch, dass diese Einschätzung meiner Person nicht weit verbreitet ist.

Trotzdem ist Bush ein Idiot. Allein das leere Nachgeplapper von Formeln, die ihm irgend jemand vorschreibt – nehmen wir etwa den „Islamischen Faschismus“.

Allgmeine Dummheit?

Die angebliche Dummheit von US-Präsidenten ist ein uraltes Thema. „Zeit“-Herausgeber Josef Joffe etwa schildert in seinem neuen Buch „Hypermacht“, wie schon Dwight Eisenhower als „Tölpel in Uniform“, Lyndon Johnson als „ungehobelter Texaner“, Jimmy Carter „als Erdnussfarmer“ und Ronald Reagan als „zweitklassiger Schauspieler“ diffamiert wurden – als ob Amerika vor allem „Männer mit moralischen oder geistigen Defiziten“ wähle.

Keine Ahnung freilich, was das heißten soll. Seit wann ist die Profession eines Erdnussfarmers synonym für moralische oder geistige Defizite? Jimmy Carter ist ein extrem gebildeter und hochintelligenter Mann, wie so gut wie jede seiner Aktionen unzweifelhaft beweist – allerdings leidet er an dem grundsätzlichen Problem, dass er den Menschen an und für sich für „gut“ hält und glaubt, dass sich Vernunft und Mitgefühl über kurz oder lang durchsetzen werden.

Da liegt er weit daneben, das ist aber in seiner Erziehung begründet und nicht in seinem Beruf, möchte ich meinen.

Er IST ein Erdnussfarmer, das ist ein Faktum. Aber ich erkenne nicht, wo da das Problem liegen soll.

Vom alten Lyndon B. weiß ich zu wenig, der alte Dwight war ein Raubein, aber das ist kein Wunder – der Mann war schließlich Soldat.

Und Reagan? Der war ein Penner, kein Zweifel. Dafür war der alte Bush senior ein Fuchs. Weshalb er wohl auch in der Aufzählung im Kurier nicht vorkommt.

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