Klo

03/09/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Im Kurier steht ein Artikel über zwei Bücher zum Geschlechter-Verhältnis. Die scheinen gut zu sein – mit einem Fehler.

Zuerst ein Geständnis: Ich liebe das Thema sehr und kann Büchern darüber nicht widerstehen. Stets muss ich nachprüfen, ob das, was da über Männer geschrieben steht, auch auf mich zutrifft oder ob es sich um üble Emanzenpropaganda handelt. Es ist wie ein Zwang.

So „ticken“ Männer, so Frauen

Der Artikel im Sonntagskurier heißt „So ‚ticken‘ Männer, so Frauen“. Und so habe ich mich gleich auf die Auszüge aus den Büchern gestürzt. Grundsätzlich alles zu unterschreiben, also sehr gelungene Bücher – doch dann kam ich ins Stutzen.

Es geht beim Stein des Anstoßes um die ewige Klogeh-Frage – allein oder zu mehrt?

Bei den Frauen:
Warum gehen Frauen zusammen aufs Klo?
Weil keine Frau in ihrem Schminktäschchen alles dabei hat und weil es sich am Klo herrlich lästern lässt. Außerdem fühlen sich Frauen gemeinsam viel sicherer.

Aus meiner männlichen Perspektive hört sich das ganz vernünftig an. Wird wohl so sein.

Aber:

Bei den Männern:
Warum gehen Männer alleine aufs Klo?
Weil sie Angst haben, als homosexuell zu gelten. Bei manchen geht die Homophobie so weit, dass sie sogar das gruppendynamische Pinkeln ins Pissoir verweigern und ihre kleinen Geschäfte in der Kabine abschütteln.

Hmmmm.

Stimmt das? Nö. Ich gehe allein aufs Klo, weil ich nicht wüsste, warum ich mit jemand anderem dorthin gehen sollte. Was sollen wir dort zu zweit? Sinnlos.

Kleine Erinnerung. Ich kannte beziehungsweise kenne insgesamt sieben schwule Männer, bei denen ich um ihre Orientierung weiß. Das sind gar nicht so wenige, fast schon repräsentativ. Gehen die zu mehrt aufs Klo? Nein. Alle alleine, trotz geouteten Schwulseins. Homophob können Schwule ja nicht sein.

Kleiner Reality-Check: Was heißt „Gruppendynamisches Pinkeln ins Pissoir„? Der Autor/die Autorin kann da unmöglich je dabeigewesen sein, wenn er/sie das schweigende Nebeneinanderstehen und an die Wand starren für gruppendynamisch hält. Nachschau: „Hauke Brost“. Hauke? Komischer Name. Eindeutig Deutschland. Geschlecht nicht klar zuordenbar. Vermutlich weiblich.
Sie kann es nicht wissen.

Die Kommunikation auf einer Herrentoilette ist schnell umrissen: Sie existiert nicht. Auch wenn Medienexperten meinen, man könne nicht nicht kommunizieren.

Ein Mann auf der Toilette ist – selbst wenn diese bis in die kleinste Ecke mit Leuten vollgestopft wäre – immer allein. Kein Blickkontakt, kein Reden. Einzige Ausnahme ist dann am Waschbecken beim Händewaschen, wo vielleicht, wenn mal wirklich zufällig zwei zusammen die Toilette besuchen (weil sie gerade beide müssen), das vor der Tür unterbrochene Gespräch wieder aufgenommen wird.

Die Wahrheit

Die Wahrheit ist ganz einfach: Männer sind simpel. Die einfachste Antwort ist im Normalfall die Richtige. Wenn sie etwas nicht tun, dann weil sich die Frage aufdrängt: „Wozu?“ und sich keine Antwort anbietet.

Wozu zu zweit pissen gehen? – Keine Ahnung – Also allein.

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