Fixer

09/08/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Im Blog Karlsplatz Schutzzone klagt Blogger „maxmagmaneben“ über die unfaire Behandlung der Süchtler durch die Polizei.
maxmagmaneben träumt von den goldenen Zeiten, als in der „halboffenen Drogenszene“ Kiffer und Fixer am Karlsplatz herumsaßen als „friedlich miteinander kommunizierende[.] Szenebesucher[.]

Damals war offenbar noch alles gut: Die Polizei schaute demnach mit im Schoß gefalteten Händen zu, wie die Süchtler sich mit Ware eindeckten und sich das Gift in die Venen knallten. Wunderschöne Idylle.

Die Toleranz wird immer weniger, die Anwesenheit von Executivbeamten beschränkt sich nicht mehr auf Beobachtung sondern wird mehr und mehr zur Schikane.
Ja wirklich – eine Sauerei, dass die Polizisten nicht nur in ihren Stübchen herumsitzen und Kaffee trinken, sondern tatsächlich rauskommen und irgend etwas unternehmen.

Ich möchte an dieser Stelle das Grundgesetz in Erinnerung rufen! Sind nicht alle Menschen egal welcher Herkunft, Religion Zugehörigkeit der Gesellschaft gleich geschützt durch die Österreichische Verfassung?? Seit wann ist es Behörden erlaubt eine Schutzzone zu errichten als würde über diese Gesellschaftsschicht der Ausnahmezustand verhängt.
Durchaus. Aber nicht alle, die das Gesetz brechen, sind gleich geschützt wie diejenigen, die dies nicht tun. Und der Konsum sowie die Verbreitung harter (zugegebenermaßen auch weicher) Drogen sind verboten. Die Aufgabe der Polizei ist es, die Befolgung der Gesetze zu überprüfen und die Nichtbefolgung zu ahnden. Dafür ist sie da.

Ist es nicht erst die Gesellschaft welche diese Menschen als Spielball von Politik und Behörden, herhalten lassen, bis diese so werden wie sie uns begegnen? Verzweifelt, Verwahrlohst, Misstrauisch, kriminell.
Lauter Opfer. Ich bin auch in der Schule gedögelt worden, trotzdem fixe ich nicht und geh‘ die Passanten nicht mit stierem Blick, hohlen Wangen und vorgereckter, bleicher Klaue um Kleingeld an.

Die Leute haben schon Angst sich der Sucht loszusagen, weil die Schikane dann erst richtig beginnt, vorher sind sie Fixer, anschließend Freiwild von Kontrollwütigen Amtsorganen die es nicht wahrhaben wollen,
Angst davor, die Welt, wie sie ist zu betrachten statt durch den Schleier der Drogen. Denn auch als Fixer sind sie Freiwild. Es wird nicht anders, sie kriegen es nur plötzlich auch mit.

suchtkranke Menschen werden durch repressive Maßnahmen vertrieben und daran gehindert, speziell auf sie zugeschnittene Betreuungsangebote in Anspruch zu nehmen.
Gut, o.k., das stimmt. Wer seinem Dealer durch die halbe Stadt nachhecheln muss, hat keine Zeit mehr, dann auch noch Spritzenbusse zu suchen.

Selbstverständlich gehöhrt es zu einen der vielen Aufgaben der Executive dafür zu Sorge zu tragen, dass der illegale Handel mit verbotenen Substanzen soweit wie möglich zu unterbinden
Genau.
aber nicht jedes Mittel rechtfertigt die Handlungsweise.
Ich gebe gern zu, ich finde unsere Polizei gut. Ein kurzer Vergleich mit anderen Polizeiorganisationen auf der Welt (Argentinien, Brasilien, Israel, USA, …) reicht, und man könnte unsere Beamten umarmen vor Glück.

Ich möchte dabei übrigens auf etwas hinweisen, an was sich wohl die meisten Leser nicht erinnern werden (können) – 1992 zerschlug unsere Wiener Polizei mit einer einmaligen, fantastischen Aktion das Bandenunwesen in Wien. Seinerzeit war Wien aufgeteilt zwischen „Red Brothers“, „Bloods“, „Skins“ und etlichen anderen. Lange Zeit sah es aus, als täte die Polizei gar nichts, aber sie sammelte Fakten. Und dann – ZACK – schlug sie präzise zu. Die Gangs zerfielen.
Erstklassig.

Oder der Mord an einem Drogenkäufer der weil sich die Personen über den Preis nicht einigen konnten mittels Herzstich qualvoll sterben musste. Der gestochene versuchte sich noch selbst zum Koat zu schleppen, zog eine Blutspur hinter sich her, aber die Kamera war scheinbar blind. Vor dem Polizeidienstzimmer brach dieser tot zusammen. Der Täter konnte durch die Kamera nicht identifiziert werden, wurde aber danach noch zweimal von Passanten gesehen und gemeldet bevor dieser in der Anonymität verschwand bzw. sich wahrscheinlich in sein Heimatland absetzte.
Keine Sorge, der ist sicher noch da und verkauft den Kollegen des Toten, die nicht so hart feilschen, was.

Und ein Kommentar

„John DOE schrieb:
>>Zitat: „Andere Landeshauptstädte wären froh einen Karlsplatz mit all seinen Problematiken zu haben. Die Kriminalität wäre überschaubar, Sucht-Kranke könnte der Zugang zu spezifischen Einrichtungen erleichtert werden.<<

In anderen Bundeshaupstädten ist das Problem Gott sei Dank auch noch nicht so gross! Von wegen „wären froh“ – man sollte sich einmal fragen was von einem Menschen zu halten ist, der irgendetwas positives mit der Drogenszene verbindet, geschweige denn „froh darüber“ ist. „Toleranz“ soll lediglich den schleichenden Übergang zur einer Legalisierung von Drogen kaschieren. Heuchler die mehr Toleranz fordern braucht die Welt nicht.
Ich bin selber seit 3 Jahren „clean“ und mit Toleranz hätte das nicht funktioniert. Eiserner Wille und Disziplin (leider nicht nur meine (wer Drogen konsumiert, hat eigentlich keinen starken Willen) Eigene sonder auch die mich betreuender Personen) und drakonische Maßnahmen waren der Schlüssel zum Erfolg. Von meinen „Freunden“ die ich damals hatte, die auch mittels „ach so toller und fürsorglicher“ Sozis und Streetworker und wie sie sich alle nennen, wegkommen wollten habe ich mich mittlerweile getrennt – die Kombination Sucht – fürsorgliche Betreuung funktioniert vielleicht bei 2 % aller Betroffenen.
Also Schluss mit der Toleranz, wenn es keine Süchtler wie mich mehr gibt, dann werden auch unsere Checker ziemlich bald arbeitslos
.“

Filmtipp:
„French Connection“
Und zum Thema Entwöhnung:
„French Connection 2“
, auch wenn das deutlich schlechtere Kritiken hat.

Kommentare

juliaselma schrieb:

Ja. Misoskop hat genau das geschrieben, was ich mir eventuell denken würde, wenn ich darüber nachdenken wollte, was ich als 3fache Mutter nicht will.

Den Karlsplatz gab es übrigens schon, als ich noch ein Teenie war – und da wars auch schon gruselig. Allerdings gehen doch immer wieder etliche naive Kids, die daheim von liberalen Eltern mit sozialen Werten aufgezogen wurden, ins Netz dieser Gespenster.
Bemühen sich, tolerant zu sein, wollen keine Vorurteile haben, lassen sich von den kranken Typen – die alle schon Psychiatrieerfahrungen haben und daher wunderbar drin sind, andere zu manipulieren – vollquatschen und werden dann entweder ausgenommen, oder hineingezogen, oder entwickeln ein Helfersyndrom und werden Sozialarbeiter…

Freitag, 11. August 15:42

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