Medien

19/07/2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Medienlandschaft steht ein neues Mitglied bevor. Aber kann es sich mit vorhandenem messen?

Die Gebrüder Fellner wollen, nachdem sie den Magazinmarkt von A – Z (mit Ausnahme von W und G) unter ihrem Dach vereint haben, nun auch den tagesaktuellen Markt erobern.

Ihr Testballon mit WM-Live war ja ein wenig müde nach den vollmundigen Ankündigungen („noch nie da gewesen…“) – aber die Fellner Brothers sind ja ohnehin mehr für ihre Ankündigungen bekannt als für ihre Umsetzungen. (allerdings sehr wohl für ihre Umsätze)

Österreich

Nun kommt also „die beste Zeitung mit den besten Journalisten für die besten Leser“ Österreichs. Zielgruppe: Leute unter 60 – urban, modern.

Die „durchgesickerten“ oder eher zum Durchsickern bestimmten Layout-Entwürfe sind noch müder als WM-Live: Einfach nur jede Menge Bilder und dazwischen der Text hineingewurschtet – typisch Wolfgang, würde ich sagen. Das Papier billig und durchscheinend – typisch Helmuth, würde ich sagen.
Eine Zeitung wie alle Produkte aus diesem Verlag: Gedacht für funktionale Analphabeten.

Den Erfolg werden wir ja noch erleben. Ich persönlich wette eher auf „HEUTE“: Gratis schlägt billig allemal.

profil

Profil – das ja ebenfalls zum Fellner-Imperium gehört – brachte vor mittlerweile geraumer Zeit ein spannendes Interview mit Nimmerrichter-Staberl von der Kronen Zeitung.
Gewürzt freilich mit Selbstdarstellungs-Einlagen des Interviewers Herbert Lackner („Vor 10 Jahren habe ich … eine Broschüre … 10.000 Mal verkauft“)

Interessant und Weltbild-bestätigend für ein Misoskop folgender Wortwechsel zum Sozialismus:

Nimmerrichter: Taugt diese ganze Ideologie etwas? Die Antwort war für mich Nein, weil sie in dem Wahn lebt, man könnte die Menschen besser machen.
Lackner: Und das kann man nicht?
Nimmerrichter: Man kann die Menschen nicht besser machen durch eine politische Ideologie, auch nicht durch Religion.

Wovon man sich jederzeit und überall überzeugen kann.

Ein hübsches Konzept sprießt jetzt allerorten aus den Zeitungsseiten: Leserreporter. Die U-Bahn-Zeitung „HEUTE“ spendiert eifrigen Schreibern und Fotografen 100 oder gar 1000 Euro, je nach Story – und wird prompt von „hunderten“ Zuschriften überschwemmt.
Die „Ländle“-Schreiber von den Vorarlberger Nachrichten geben’s etwas billiger mit schlappen 20 Euro pro Beitrag. Ich bin aber leider nicht in der Position, den Erfolg der Aktion so genau zu verfolgen; mal sehen.

Im Grundsatz eine exzellente Idee. Denn so bringt man die Leute endlich mal dazu, die Augen aufzumachen und die Welt um sie herum wahrzunehmen, statt nur mit stieren Grimassen des Leidens durch die Wienerstadt zu wanken.

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